Das Organisationskomitee des klösterlichen Adventsmarkts in Olten hat gestern bekannt gegeben, dass mit der diesjährigen Ausgabe, der achten, das definitive Ende der Veranstaltung gekommen sei. Nicht zuletzt mit dem Hinweis darauf, dass bereits andere Kräfte an einer ähnlichen Idee auf Stadtgebiet arbeiten würden.

Und tatsächlich: Der einstige Initiator des Klostermarkts persönlich, Roger Lang, ist mit einer Handvoll weiterer Personen daran, Fäden zu spannen und in Olten einen Adventsmarkt nach dem Vorbild desjenigen im aargauischen Bremgarten auf die Beine zu stellen. «Wenn alles rund läuft bereits im kommenden Jahr», sagt der Rathskellerwirt, durchaus überzeugt, dass sich der grosse, neu angedachte Adventsmarkt in Olten zur langfristigen Veranstaltung mausern könnte. Kommende Woche wollen sich die Protagonisten des Nachfolgemarkts mit Lang zur ersten Sitzung treffen.

Nicht auf der Kirchgasse

Was überraschen mag: Der Markt soll nicht etwa auf der Kirchgasse stattfinden, sondern – in der Altstadt. «Die Idee ist mir gekommen, als die Rätschwyber seinerzeit ihren Obernaaren-Apéro auf dem Ildefonsplatz gaben; mit Ständen und in rotes Licht getaucht», erinnert sich Lang. Und nun will er in der Altstadt, namentlich auf dem Ildefonsplatz, dem Oberen Graben, der Fröscheweid, Teilen der Hauptgasse und dem Podest rund um die Stadtkirche zum Adventsmarkt ausholen und damit auch die Altstadt beleben. Auch der Adventsbeleuchtung wegen. «Er soll grösser werden als derjenige im Klostergarten, aber nicht weniger besinnlich», so Lang.

Der Initiant sieht die Bruderschaft des Kapuzinerklosters und andere Mitglieder des ehemaligen Kloster-OKs durchaus mit im Boot. Die Klostergemeinschaft sicher auch mit einem Stand. Was Lang aber mit Sicherheit nicht vorschwebt: ein Remmidemmi-Fest mit Musik an allen Ecken und Enden. «Ein Beizlifest kommt gar nicht infrage», so Lang bestimmt.

Auch ein solides Gastrokonzept schwebt ihm vor: «Es hat keinen Wert, an 20 Ständen Glühwein auszuschenken und an 15 Ständen Bratwürste zu verkaufen», gibt er zu bedenken. Ein gepflegter und besinnlicher Anlass schwebt ihm vor, der durchaus auch Parallelen zum bisherigen Klostermarkt aufweisen kann. Etwa musikalische Darbietungen, die bislang in der Klosterkirche stattfanden, könnten koordiniert auch in der Stadtkirche präsentiert werden.

Als Daten angedacht sind die ersten beiden Adventswochenenden. Wobei Lang festhält: «Die Veranstaltung muss unbedingt mit dem lokalen Gewerbe abgesprochen sein.» Eine durchweg konzertierte Aktion also. Roger Lang nickt. Und schliesslich ist vorgesehen, aus dem Erlös des Marktes die christkatholische Kirchgemeinde Region Olten bei der Renovation der Stadtkirche mit einem Zustupf zu unterstützen.

Kapuziner nicht selbst aktiv

«Das finde ich grossartig, dass der Adventsmarkt im Klostergarten einen Nachfolger bekommt», sagt Guardian Josef Bründler. Dass die Kapuziner aber dabei selbst aktiv würden, davon geht er nicht aus. «Wir sind altersmässig über dem Zenit», sagt Bründler süffisant. Und auf den auslaufenden Markt im Klostergarten angesprochen meint er: «Ein Unterbruch in der Austragungsreihe kam für uns nicht infrage. Also lag das Finale auf der Hand. Es ist auch gut, wenn man eine Sache beenden kann, so lang sie noch populär und hoch willkommen ist.»

Begrüsst wird die Initiative Langs grundsätzlich auch von Gewerbe Olten, wie Co-Präsidentin Daniela Gaiotto zu verstehen gibt. «Wie konkret die Zusammenarbeit aussehen wird, kann ich noch nicht sagen, dazu ist es zu früh.» Aber sie weiss die Absicht des Rathskellerwirts, den Adventsmarkt in Absprache mit dem hiesigen Gewerbe durchzuführen, sehr zu schätzen. Denn: «Initiativen sind immer gut», sagt die Co-Präsidentin; «wir könnten vom Vorstand aus unmöglich alle Aktivitäten alleine stemmen.»