Probewohnen

Nach 80 000 Franken teurer Kampagne zieht nur eine Person nach Olten

Die Kampagne für das Probewohnen in Olten SüdWest hat rund 80 000 Franken gekostet. (Archiv)

Die Kampagne für das Probewohnen in Olten SüdWest hat rund 80 000 Franken gekostet. (Archiv)

Für das Probewohnen in der Wohnregion Olten haben sich mehrere Familien angemeldet. Durch die teure Kampagne erhält die Stadt aber nur einen neuen Bewohner. Was meint der Werber des Jahres zum Konzept dieser Aktion?

«Olten, mehr als zentral!» So lautet der offizielle Slogan der Stadt Olten. Ein Spruch, der bei Curdin Janett, CEO der Publicis Schweiz und ausgezeichnet als Werber des Jahres, gut ankommt.

«Das gefällt mir gut. Man versucht, zwar etwas aus der Defensive heraus, klar zu machen, dass man den Anspruch hat, mehr zu sein als nur ein Bahnhof.» Leider werde in der Broschüre dann aber nicht genau erklärt, was denn nun an Olten mehr sein soll.

So unterscheidet sich das Werbematerial nicht sonderlich von demjenigen anderer Städte. Dies sei sicher noch ausbaufähig.

Probewohnen kommt gut an

Wenn die Süddeutsche Zeitung über eine Geschichte aus der Schweiz berichtet, muss sie speziell sein. So passiert mit dem Oltner Probewohnen. «Wichtig ist, dass man mit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch als Werbeeffekt nutzt», erklärt Janett und ergänzt, dass er die Idee an sich gut finde.

Den Werbeeffekt könne man zum Beispiel verstärken, indem die Teilnehmenden mit einem Videotagebuch begleitet werden und sie zu Wort kommen. Erst dann entstehe die gewünschte Werbung.

Dies hat die Wohnregion Olten auch umgesetzt, hat das Probewohnen des Musikers Kunz in einem Video festgehalten. Nadine Walther von der Wohnregion Olten zieht denn auch ein positives Fazit.

«Wir sind fast überrannt worden mit Anmeldungen.» Was gleichbedeutend mit 20 Anmeldungen ist. Da zum Teil Familien an der Aktion teilnahmen, haben rund 30 Leute in Olten probegewohnt. «Wir haben mit allen auch ein Abschlussgespräch geführt», sagt Walther. Rückmeldungen: durchweg positiv.

Das Probewohnen-Werbekonzept kommt also beim Experten an, die Teilnehmenden sind durchweg zufrieden, die Verantwortlichen auch. Doch was schaut unter dem Strich raus? Nur gerade eine Person zieht wirklich nach Olten.

Klingt nach sehr wenig Output, vor allem wenn man die Kosten gegenüberstellt. «Die Kampagne hat insgesamt zirka 80 000 Franken gekostet», sagt Urs Blaser von der Wirtschaftsförderung Olten. «Wir messen uns aber nicht daran, wie viele durch das Probewohnen direkt nach Olten zügeln.»

Wichtig sei, dass man als Wohnregion wahrgenommen werde und dies habe funktioniert. Vor allem wenn man bedenke, dass sehr viele Medien, darunter auch verschiedene TV-Stationen, über die Aktion berichtet haben. (phf)

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