«Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine ist unsere Faszination», heisst es in einer Firmenbroschüre der Oltner Familienunternehmung EAO AG (Elektro-Apparatebau Olten AG). Sie entwickelt und produziert sogenannte HMI-Komponenten und –Systeme. HMI steht dabei für Human Machine Interface; die Benutzerschnittstelle ermöglicht eben den Dialog zwischen Mensch und Maschine. Die Palette de Komponenten reicht von Drucktasten, Leuchttasten, Not-Halt-Tasten, Schlüsselschaltern, Summern, Joysticks, Hebelschaltern bis hin zu kompletten Bedieneinheiten.

Aus der 1947 durch Kurt Loosli Senior und René Thalmann gegründeten Kleinstfirma ist inzwischen eines der grössten Solothurner Industrieunternehmen entstanden. «Wir beschäftigen heute weltweit 620 Mitarbeitende, davon allein 320 am Hauptsitz in Olten», sagt Kurt Loosli Junior. Der 56-jährige Sohn des Co-Firmengründers leitet seit 2001 das vollständig im Familienbesitz stehende Unternehmen in zweiter Generation.

Nebst in Olten betreibt die EAO Produktionsstätten in Deutschland, China und Nordamerika. «Jede der vier Produktionsstätten besitzt ihre eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung», unterstreicht Loosli die Bedeutung der Innovation. Verkauf und Vertrieb erfolgen weltweit über zehn eigene Verkaufsniederlassungen sowie über Distributionsvertretungen in über 50 Ländern. Das Unternehmen ist in einzelnen Segmenten zur Marktführerin avanciert. Die Marktanteile liegen zwischen 40 und 70 Prozent.

Und trotzdem ist die EAO in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Dabei kommen wir im Alltag fast täglich direkt oder indirekt in Kontakt mit deren Produkten; jeder hat schon eine Drucktaste der Marke «EAO» im Bus oder im Auto bedient. Von der Verbreitung der Produkte in den Marktsegmenten Personen- und Gütertransport, Maschinenbau, Spezial-Fahrzeuge und Automotive zeugt ein Blick in die eindrückliche Referenzliste: Diese reicht von den SBB, Alstom, Stadler Rail, Bombardier, Siemens, Airbus, Deutsche Bahn, Evobus bis hin zu Volvo, VW, Audi, Seat, Opel oder Porsche.

Starkes Umsatzplus im 2017

Im vergangenen Geschäftsjahr 2017 waren die Oltner erfolgreich unterwegs. «Wir erwirtschafteten einen Umsatz von 132 Millionen Franken – ein Rekord», berichtet Loosli. Das entspreche gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 10 Prozent. Mitgeholfen habe auch die Abschwächung des Schweizer Frankens seit dem vergangenen Sommer, welche ebenso zu einer Margenverbesserung geführt habe. Überhaupt spielt der Wechselkurs bei einem Unternehmen mit einem Exportanteil von 95 Prozent und mit Deutschland als wichtigsten Absatzmarkt eine bedeutende Rolle.

Das bekamen Kurt Loosli und seine Crew besonders 2015 zu spüren, als der Mindestwechselkurs von 1.20 Franken gegenüber dem Euro aufgehoben wurde. «Der Einbruch war enorm. Der Umsatz sank 2015 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 108 Millionen Franken», blickt er zurück. Inzwischen sei es aber gelungen, das Niveau von vor der Krise deutlich zu übertreffen. Für 2018 gibt sich Loosli «währungsmässig» zurückhaltend: «Vorsichtshalber rechnen wir im Budget mit einem Kurs von 1.10 Franken, um bei einer erneuten Erstarkung des Frankens Reserve zu haben.»

«Standort Olten bleibt wichtig»

Trotz der weiterhin unsicheren Entwicklung an der Währungsfront und der generell höheren Kosten auf dem Werkplatz Schweiz will die EAO am Produktionsstandort Olten festhalten. «Dieser wird wichtig bleiben», sagt Loosli. Man sei bei den aktuellen Rahmenbedingungen zuversichtlich, dank Prozess-Optimierungen, weiteren Automatisierungsschritten sowie neuen in Olten entwickelten Produkte «Olten als einen der vier Standorte aufrechterhalten zu können».