Fulenbach
Musikgesellschaft muss halt noch einmal einen Anlauf nehmen

Die Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach verschiebt die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 200. Geburtstag sowie die Regionalmusiktage um ein Jahr.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
Alles klar: Der Schmuck beim Dorfeingang Höchi in Fulenbach ist mit dem neuen Festdatum versehen (2. von rechts: Walter Kiener).

Alles klar: Der Schmuck beim Dorfeingang Höchi in Fulenbach ist mit dem neuen Festdatum versehen (2. von rechts: Walter Kiener).

Oltner Tagblatt

Natürlich ist‘s wenig verwunderlich: Die Regionalmusiktage 2020 in Fulenbach sind abgesagt und damit auch die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 200 Jahre Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach. Drei Jahre der Vorbereitungen für die beiden Festwochenenden im Juni sind auf Eis gelegt. «Eigentlich haben wir gehofft bis zum Schluss», sagt Walter Kiener, Präsident der Harmonie. Dass es aber ernster werden könnte, ahnte man schon früh. Wirklich dunkle Wolken zogen auf, «als bestimmte Alterskategorien plötzlich zu den Risikogruppen zählten», sagt Kiener.

Doch eine Reihe von Unjubiläen

In der langen Reihe der Jubiläen rund um die Harmonie Fulenbach gab‘s schon immer Verwerfungen; das 50-Jährige feierte man noch zwei Jahre zu früh, das 125-Jährige ein Jahr zu spät. Der 2. Weltkriegs musste erst zu Ende gehen. Und jetzt folgt auch das 200-Jährige ein Jahr zu spät. Mathematisch wäre man so wieder im Lot. Aber ein kleiner Schatten bleibt über der Neudatierung fürs kommende Jahr schon hängen.

Wer weiss, wie lange das Coronavirus noch sein Unwesen treibt? Kiener zuckt mit der Schulter. Alles sei in diesen Zeiten ungewiss. «Auf jeden Fall ist das neue Datum auf den 12./13. und 19./20. Juni 2021 angesetzt.» Er ist darob mehr als erleichtert. Denn in Musikantenkreisen lässt sich eine Jubiläumsfeier mit Regionalmusiktagen auch nicht einfach so verschieben. Musikgesellschaften haben Programme. Betroffen von der Verschiebung ist die Konkordia Egerkingen, die im kommenden Jahr den Regionalmusiktag durchführen wollte und natürlich auf den Termin gesetzt hatte. Präsidentin Barbara Junker räumt denn auch ein, dass der Verzicht nicht ein einfacher war. «Ein leises Zähneknirschen war sicher zu hören», meint sie. Auch bei der Konkordia würde langfristig geplant: 2022 die Aufführung eines Musicals oder einer Operette, 2023 feiert das Ensemble das 20-jährige Wirken seines Dirigenten.

Froh ums Einlenken aus Egerkingen

«Wir sind froh, dass die Konkordia eingelenkt hat», sagt Kiener. Und ebenso befriedigt hält er fest, dass sich das Programm so quasi eins zu eins ins kommende Jahr transformieren lässt. Alle Sponsoren sind auch im nächsten Jahr an Bord, zugesagte Gelder aus dem kantonalen Lotteriefonds garantiert. «Wir haben auch mit allen Dienstleistern die Abmachungen aufs Jahr 2021 verlegen können; Getränkelieferanten, Zeltbauer, Sicherheitsfirma, Caterer etwa.» Einzig die Showacts sind fraglich. «Mit den Künstlern haben wir noch nicht gesprochen», so Kiener.

Zwischenzeitlich versucht die Harmonie wie andere Musikformationen auch, das Ensemble zusammen zu halten. Dirigent Andreas Kamber macht Homeschooling, registerweise wird ein Wettbewerb lanciert, der sich auf die durchschnittliche Übungsdauer stützt. Wer bis zum 8. Juni am meisten übt, bekommt ein Nachtessen mit der Führungsriege des Vereins offeriert. 8. Juni? Ab jenem Datum, so die doch verbreitete Erwartung, kann nämlich der regelmässige Probebetrieb wieder aufgenommen werden.

Dennoch in richtiger Feierlaune

Dass in Fulenbach die Festlaune nicht abhanden gekommen ist, unterstreicht Kiener mit einfachen Worten: «Nach drei, vier Proben machen wir ein Mattenfest, so viel ist sicher.» Unkompliziert, fast ein bisschen an früher erinnernd. Das kann sich die Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach als die älteste «Musig» im Kanton doch leisten.