Stadtmusik
Musikalische Abwechslung war in Olten mit «Velolüti» garantiert

«Happy Cyclist» und neue Uniform: zwei der vielen Markenzeichen der Stadtmusik Olten am Jahreskonzert.

Urs Amacher
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Die Stadtmusik Olten unter Dirigent Marco Müller in ihrer neuen Uniform.

Die Stadtmusik Olten unter Dirigent Marco Müller in ihrer neuen Uniform.

Remo Fröhlicher

Die Stadtmusik Olten lud am Pfingstsamstag in den Stadttheatersaal zu ihrem Jahreskonzert ein. Passend zum Motto «Musik ist Trumpf» hatte sie ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt. Gleichzeitig präsentierte sie sich erstmals in der neuen Uniform.

Die Stadtmusik Olten eröffnete das Konzert mit der Titelmelodie «Musik ist Trumpf» aus der gleichnamigen Samstagabend-Fernsehshow, die in den Siebzigerjahren in die Schweizer Stuben flimmerte.

Das vom Hazy-Osterwald-Sextett populär gemachte Titellied wurde vom Oltner Blasorchester im swingenden Bigbandsound interpretiert. Die Stadtmusik spann den Faden weiter mit dem «TV-Kultabend», einem Medley, bestehend aus Erkennungsmelodien von bekannten Fernsehserien wie «Derrick», «Lindenstrasse» oder «Traumschiff».

Unterhaltungsmusik im besten Sinn spielte die von Dirigent Marco Müller geleitete Formation auch im weiteren Verlauf des Auftritts. Beim Potpourri «Udo Jürgens live» dürften viele im Publikum «17 Jahr, blondes Haar», «Aber bitte mit Sahne» oder «Griechischer Wein» mitgesummt haben, ebenso wie bei den «Herb Alpert Golden Hits» mit dem Coversong der Beatles «A Taste of Honey» oder dem mexikanischen Mariachi-Trompeten nachempfundenen «Tijuana Taxi».

Die Zusammenstellung von Titeln, die der begnadete Gitarrist Eric Clapton unplugged aufgenommen hat, entpuppte sich als eine Entdeckung, funktionieren doch seine leisen Songs wie «Tears in Heaven» oder «Layla» wunderbar auch in der Blasorchesterversion. Bei dieser «Cream of Clapton», wo das Klarinettenregister die Hauptstimme übernahm, führte übrigens Vizedirigent Florian Dobler den Taktstock. Ein Konzertmarsch «Mit vollen Segeln» durfte schliesslich ebenso wenig fehlen wie die schmissige Blaskapellen-Polka «Böhmischer Traum».

Lockere Einlagen

Nicht nur musikalisch war Abwechslung garantiert. Die mit viel Spielfreude auftrumpfende Stadtmusik bot dem Publikum auch einige auflockernde Einlagen. Das polkaähnliche Stück «Der alte Brummbär» von Julius Fučík lebt vom musikalischen Dialog zwischen dem brummigen Fagott und dem Orchester.

Den Solopart des Fagotts übernahm diesmal René Lüthi mit seiner Tuba, der dem schwergewichtigen Instrument fingerfertig schnelle Läufe entlockte. Ihren Spass hatten alle auch am «Happy Cyclist», dem Werk für Blasorchester und Fahrradklingel des – wie könnte es anders sein – holländischen Komponisten Henk van Lijnschooten.

Hier fuhr Moderatorin Liselotte Züllig mit dem Tandem auf die Bühne und konnte Showman Marc Lüthi ansagen, der das «Velolüti» bei seinem solistischen Auftritt mit erfrischender Ironie betätigte. Zu Schluss sang Gastsolistin Julia Schuler dezent begleitet von der Stadtmusik und Michaela Zimmermann am Akkordeon «Am Himmel stoht es Stärnli z’Nacht». Mit diesem Schweizer Schlager der Geschwister Schmid aus den Vierzigerjahren als Zugabe setzte die Stadtmusik dem Konzert schliesslich das Sahnehäubchen auf.

Schwarze Hose– elegantes Sakko

In einem launigen Intermezzo stellten Simona Senn und Katja Tschan die neue Uniform vor, die im Atelier Büttiker im luzernischen Pfaffnau massgeschneidert wurde. Zu einer schwarzen Hose trägt die Stadtmusik Olten inskünftig ein elegantes Sakko in der Farbe Dunkelmarinblau.

Die Uniform nähert sich damit immer mehr einem eleganten Anzug, einzig die taubenblauen Passepoils (Paspeln, Bordüren) am Revers und den Taschen sowie die schräggestreifte Krawatte in den Vereinsfahnenfarben Blau und Gelb setzen Akzente.

Neu befinden sich die Schriftzüge «Stadtmusik» in Taubenblau und «Olten» in Weiss eingestickt am Ärmel, «sodass man sie auch sieht, während wir spielen», erklären die beiden Vertreterinnen des Uniformenkomitees. Und Schneidermeister Markus Büttiker merkte an, dass das Sakko vorne nur zwei Knöpfe aufweist; «damit wirkt die Uniform eleganter, offener und eben weniger zugeknöpft».

Mit diesem Schweizer Produkt erhält die Stadtmusik Olten ihre nun sechste Uniform. In den ersten fünfzig Jahren schmetterten die Blasmusikanten ihre Märsche in frisch gewaschenem Hemd und einheitlichem Zylinderhut, bevor sie 1895 die erste Uniform anschafften.