Vom 8. bis 10. September wird die Dreitannenstadt bunt. Dann gastiert das Multikulti-Festival zum ersten Mal in der Kirchgasse. Dieses fand im Mai bereits in Rheinfelden statt, wo die Veranstaltung mittlerweile zum jährlichen Programm gehört.

Der Anlass ist eine Mischung aus Streetfood-Festival, Chilbi und Open Air und vereint somit die Aspekte der Veranstaltungen, die die Stadt diesen Sommer bereits erleben durfte. Essensstände, Workshops, Tanz und Musik aus den verschiedensten Ecken der Welt bringen während den drei Tagen unter dem diesjährigen Motto «Color of Life» Farbe nach Olten. Allem voran steht das diesjährige Gastland Kuba, welches seine reichhaltige Kultur vorstellt.

Lokale Geschäfte miteinbeziehen

In Rheinfelden erfreut sich das Festival grosser Beliebtheit. Seit rund 21 Jahren findet das Multikulti-Festival dort statt, seit vier Jahren unter neuer Leitung. «Nach Schätzungen der Polizei besuchten 30 000 Besucher die rund 150 Stände während den drei Tagen», erzählt Matthias Blauenstein, Organisator. In Olten sind es aufgrund der begrenzten Platzmöglichkeiten etwas weniger.

80 Stände und rund 25 Shows, Konzerte und Workshops sind für Anfang September in Planung. Mit dabei sind hauptsächlich wieder dieselben Schausteller, die bereits am Festival in Rheinfelden waren. Unter der Gesamtanzahl sind jeweils auch knapp 30 Prozent regionale Schausteller, denn diese werden in das vielfältige Angebot miteinbezogen. In Olten sind dies unter anderem das asiatische Restaurant Little Tibet und die JuBla Trimbach, welche den Kids Corner beim Café Grogg betreut.

Andere lokale Geschäfte an der Kirchgasse warten das erste Festival lieber erst einmal ab. «Es ist halt noch nicht so bekannt hier», meint Blauenstein. «Aber wenn die Läden sehen, wie gut das Festival ankommt, machen sie nächstes Jahr bestimmt auch mit», fügt er zuversichtlich hinzu.

Andreas Peter, Mediensprecher des Festivals und Inhaber von Radio Smash, erzählt zudem: «Olten hat vorausgesetzt, dass wir regionale Geschäfte miteinbeziehen.» Der Radiosender mit Sitz in Olten sei schon immer in enger Zusammenarbeit mit dem Festival gestanden. Von Peter ging auch der Antrieb aus, den Anlass nach Olten zu holen. Schliesslich herrsche in der Dreitannenstadt auch immer ein reger Austausch, ob durch verschiedene Kulturen, die aufeinandertreffen oder einfach, weil Olten ein Durchreiseort ist. «Olten hat doch auch eine eigene Kultur», meint Blauenstein lachend. Für die Veranstalter war deshalb klar, dass das Festival hierher gehöre.

Planänderungen für die Stadt

Hier sei jedoch alles etwas anders als in Rheinfelden. «Wir mussten ein ganz anderes Konzept aufgleisen», verrät Peter. Dies unter anderem, weil das Festival inmitten der Stadt ist und somit über ein ausgearbeitetes Sicherheitskonzept verfügen muss. Ausserdem wird die Stromversorgung über die Aare Energie AG geregelt. In Rheinfelden hätten dies die Organisatoren selbst übernommen.

Aus diesen Gründen bekamen die Veranstalter erst im März, nach diversen Gesprächen mit der Stadt und Änderungen am ursprünglichen Plan, das Einverständnis der Stadt, obwohl sie bereits letzten Sommer mit der Planung begonnen hatten. «Wenn man so etwas zum ersten Mal an einem neuen Standort plant, dauert immer alles ein wenig länger», erklärt Peter.

Für die Veranstaltung suchen die Organisatoren immer noch freiwillige Helfer. Denn das Festival finanziert sich nur durch die Einnahmen aus den Ständen. Die Vorführungen und Konzerte werden jeweils gratis angeboten. In Rheinfelden würde die Organisation Swisslos das Multikulti Festival unterstützen. Das Gesuch für Olten sei jedoch zu spät eingereicht worden, weshalb diese Zusammenarbeit nicht realisiert werden konnte.

Ein Wochenende lang in Kuba

Das Gastgeberland, welches die Traditionen des jeweiligen Landes vorstellt, wechselt jährlich. Heuer verwandelt sich Olten für einmal in Kuba. Deshalb werden auf den zwei Bühnen hauptsächlich traditionelle kubanische Tänze gezeigt: Salsa, Tango und Son Cubano. Den musikalischen Höhepunkt bildet die Latino-Night am Samstagabend, an welcher südamerikanische Künstler spielen.

Jedoch sind auch viele andere Kulturen vertreten, die mit kulinarischen Köstlichkeiten für die Verwöhnung des Gaumens sorgen. Andere Stände verkaufen zudem Schmuck, Taschen, Kleidung, Instrumente und mehr aus ihren Heimatländern. «Die Besucher sollen sich fühlen, als würden sie sich plötzlich in einem anderen Land befinden», verrät Blauenstein. «Ich bekomme teilweise richtig Gänsehaut, wenn ich sehe, wie so viele Kulturen sich gegenseitig ein Lächeln schenken können.» Dafür lohne sich dann auch der ganze Aufwand.

«Essen und Musik machen einen Grossteil der Kultur eines Landes aus», sagt Blauenstein. Deshalb könne man an diesem Anlass viel über fremde Länder lernen. Das Festival bringe zudem die Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt zusammen und fördere so gegenseitigen Respekt und Toleranz. Das sei auch das Ziel der Veranstaltung: Zeigen, dass die Welt bunt und fröhlich ist. Egal woher man kommt.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Festival.