Der Verein Mozartweg Schweiz um die Aarburger Musikerin Christina Kunz hat das Ziel, den Reiseweg des Wolfgang Amadeus Mozart durch die Schweiz vom Jahre 1766 mit Hinweistafeln an prominenten Durchgangsorten zu markieren. Inzwischen konnten zwischen dem Genfer Grenzdorf Dardagny und dem schaffhausischen Schleitheim mehrere solche rote Mozartstelen aufgestellt werden. Von Bern kommend, wo die bisher letzte Stele angebracht worden war, traf am Sonntag der Wanderstab stilecht per Kutsche in Olten ein. Daraufhin wurde die inzwischen zwanzigste Stele des Mozartwegs beim Schulhaus Bifang enthüllt. Anwesend dabei war auch Martina Hermann von der österreichischen Botschaft in Bern.

Die Feier wurde musikalisch eröffnet vom achtzehnköpfigen Ensemble des Kantonsschulchores. Unter der Leitung von Sarah Giger sang es Lieder aus den Notturni von Mozart. Nach einer kurzen Eröffnungsrede namens des örtlichen Organisationskomitees von Georg Berger, Direktor des Berufsbildungszentrums BBZ, überbrachten der Oltner Vizestadtpräsident Thomas Marbet und der Aarburger Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär die offiziellen Grüsse ihrer Behörden.

Christina Kunz, die Präsidentin des Vereins Schweizer Mozartweg, skizzierte Sinn und Zweck ihres Unternehmens und dankte allen Sponsoren und anderweitig Beteiligten. Anschliessend drängte die Zeit für die Weiterfahrt mit der Kutsche nach Schönenwerd, wo beim «Alten Storchen» ein Halt bei der bereits vorhandenen Mozartstele gemacht wurde.

Mit der roten Stele erinnert man an den 250. Jahrestag der Mozartreise von 1766. Nach einer Tournee des damals zehnjährigen Wunderkinds durch Westeuropa wählten die Mozarts ihren Heimweg durch die Eidgenossenschaft. Zwar führte Vater Leopold ein Tagebuch, doch ist das Büchlein ausgerechnet aus jener Zeit verschollen.

Das ist historisch gesichert

Durch historische Quellen gesichert ist einzig, dass sich Mozart Ende September 1766 in der Stadt Bern aufhielt und am 7. und 9. Oktober desselben Jahres im Musiksaal des Fraumünsters in Zürich Konzerte gab. «Am 27. September verliessen die Mozarts Bern und fuhren, wahrscheinlich über Lenzburg und Baden, nach Zürich», schreibt Lucas Eduard Staehelin in seinem Standardwerk «Die Reise der Familie Mozart durch die Schweiz». Rückschlüsse über Mozarts Reiseroute könne man aber aus der Baugeschichte der Verkehrswege ziehen, erklärte Christina Kunz auf Nachfrage hin.

Der westliche Teil des Aargaus gehörte bis zur Gründung des Kantons Aargau zu Bern. Die Berner Regierung des 18. Jahrhunderts investierte viel in das Landstrassennetz. In den 1750er- und 1760er-Jahren baute Bern die Aargauerstrasse zu einer modernen Verkehrsachse aus. Diese überregionale Strasse führte von Wynau über Oftringen und Safenwil Richtung Zürich.

Damals entstand das Oftringer Kreuz am Schnittpunkt der Hauptstrassen Zürich-Bern und Basel-Luzern. Aufgrund von Hinweisen in Bauakten war die Bernstrasse bei Murgenthal 1766 erst in Bau, deshalb, so ist Kunz überzeugt, nahm Wolfgang Amadeus Mozart den Weg über Olten, Starrkirch und Schönenwerd. Beweisen kann man dies letztlich aber nicht. Weiterer Artikel Seite 27