Künftig soll es im Oltner Stadtrat nur noch fünf statt sechs Direktionen geben. Die Öffentliche Sicherheit wird auf die fünf bisherigen Direktionen aufgeteilt. Somit verliert die grüne Stadträtin Iris Schelbert ihre Direktion.

Die meisten angefragten Gemeindeparlamentarier begrüssen dies, namentlich auch die SVP: «Diese Direktion kann man ohne schlechtes Gewissen aufteilen», sagt Präsident Christian Werner. Einzig Schelberts Parteikollegin Myriam Frey findet, es sei zu kurz gegriffen, die Zahl der Direktionen an die Zahl der Stadträte anzupassen. «Das Verhältnis muss nicht zwingend eins zu eins sein.» Zudem äussert Frey generell Kritik am Zeitpunkt der Reorganisation. In ihren Augen sei es ein «Schnellschuss», um zu zeigen, dass etwas gemacht werde mit dem Hintergrund, dass zugleich auch noch gespart werden könnte. Als Misstrauensvotum gegenüber der eigenen Stadträtin erachtet Frey die Direktionsauflösung allerdings nicht. «Das hat nichts mit ihrer Person zu tun.»

In eine ähnliche Richtung zielt die Kritik von SP-Fraktionschef Ruedi Moor: «Ich finde es etwas enttäuschend, dass die Reorganisation nicht grundsätzlicher angegangen wird.» Er vermisst einen konzeptionelleren Ansatz statt nur die «kleinkarierte Verteillösung» von einzelnen Abteilungen. In seinen Augen müsste man sich zudem bei anderen Städten umsehen, wie diese die Abteilungen verteilt haben.

Ausgebaute Direktion für Wey?

Eine offene Frage ist auch, wie die Arbeitslast im Stadtrat künftig aussieht. Der Stadtpräsident Martin Wey, der bisher zwei Direktionen unter sich hatte, wird künftig wie die anderen vier Teilzeit-Stadträte ebenfalls nur noch eine Direktion führen. Ist er noch genügend ausgelastet? Für Ruedi Moor ist klar, dass es eine auf den Stadtpräsidenten zugeschnittene Direktion geben muss, die mehr zu tun gibt als die anderen vier.

Das heisst zum Beispiel, die bisherige Präsidiums-Direktion müsste stark ausgebaut werden. «Ideal wäre eine grössere Direktion fürs Präsidium und die anderen vier Direktionen mit etwa gleich grosser Arbeitslast für die Teilzeit-Stadträte», so Moor. Auch FDP-Fraktionschef Urs Knapp findet, dass derzeit die Arbeitslast bei den vier Teilzeit-Stadträten zu ungleich verteilt ist. «Die Baudirektion gibt für einen nebenamtlichen Stadtrat zu viel zu tun.» Das Ziel müsste laut Knapp bei der angedachten Reorganisation sein, dass «jeder Teilzeit-Stadtrat etwa gleich ausgelastet ist, aber trotzdem noch genügend Freiraum hätte, um über den eigenen Tellerrand zu schauen».

Würde es soweit kommen, dass der Stadtpräsident zu wenig ausgelastet wäre, hätte CVP-Co-Präsident Wolfgang von Arx ein drastisches Mittel gegenüber dem eigenen Parteikollegen zur Hand: «Dann würden wir ihm den Lohn kürzen.»

Für SVP-Präsident Werner ist bei der Reorganisation wichtig, dass auch gespart wird: «Bei der Verteilung der Abteilungen müssen alle Direktionen auf Sparpotenzial analysiert und bei Überkapazitäten Stellen gestrichen werden.» Ein Augenmerk geworfen hat Werner vor allem auf die Leiter der einzelnen Abteilungen, die bei Zusammenlegungen überflüssig würden.