«miteinander füreinander»

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Vor rund acht Jahren wurde unter dem Motto «miteinander füreinander» die IG Sport Olten gegründet. Es geht mir hier nicht darum, die IG oder deren Mitgliedervereine vorzustellen. Vielmehr möchte ich das Motto in den Vordergrund rücken.

Alle, die mit Sport vertraut sind, wissen, wie wichtig in einer Mannschaft das Kollektiv ist. Ein Sieg ist nur möglich, wenn das Zusammenspiel, das Miteinander funktioniert und ein Fehler durch Einspringen anderer Teammitglieder füreinander ausgemerzt werden kann. Natürlich gibt es keine Erfolgsgarantie, aber immerhin das gute Gefühl, gemeinsam gekämpft zu haben.

Unsere Gesellschaft steht zurzeit vor grossen Herausforderungen. Um im Kampf gegen das Coronavirus bestehen zu können, müssen wir alle zu einer Art Mannschaft werden und wie im Sport die Taktik sowie die Regeln einhalten. Nur wenn sich die Bevölkerung miteinander im Interesse füreinander an die Vorgaben hält, haben wir eine Chance, dereinst wieder zu einer Art Normalität zurückzukehren. Wenn man es nicht für sich tut, soll man es für seine Kinder, Eltern, Grosseltern, Nachbarn und Freunde, einfach für die Allgemeinheit tun.

Im Frühling haben die Meisten die Vorgaben vorbildlich eingehalten und dadurch die Situation unter Kontrolle gebracht. Wie es auch im Sport manchmal geht, wird man übermütig und verliert die Kontrolle wieder, so wie wir es gerade erleben. Dann braucht es eine ordnende Hand, die das Team – oder aktuell die Gesellschaft – wieder zurück auf den Weg bringt. Dies kann nur gelingen, wenn wir miteinander im Interesse füreinander die verlangten Grundregeln einhalten. Nur so können wir die Situation einigermassen in den Griff bekommen. Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit Respekt vor der Krankheit und unseren Mitmenschen. Im Sport sagt man: Jetzt muss man durchbeissen!

Wir sollten aber noch mehr tun. Nebst den gesundheitlichen Folgen gibt es auch schlimme wirtschaftliche Auswirkungen. Hier können wir ebenso miteinander füreinander da sein. Berücksichtigen wir das lokale Gewerbe bei unseren Einkäufen und beim Bezug von Dienstleistungen, was übrigens auch ohne Krise wünschenswert wäre. Somit helfen wir den Betrieben zu bestehen und Arbeitsstellen, insbesondere Lehrstellen zu erhalten. Viele Gewerbebetreibende waren bereits während des Lockdown im Frühling arg gebeutelt, hatten aber zum Teil sehr innovative Ideen. Unter anderem entstanden damals tolle Liefer- und Abholservices, welche rege genutzt wurden. Bereits hat man diese teilweise wieder eingeführt, wo sie nicht schon beibehalten worden sind. Es liegt an uns, solche Angebote zu nutzen.

Schon bald beginnt die Zeit der Geschäftsanlässe bzw. würde beginnen. Viele Firmen sagen diese Events jedoch aus Sicherheitsüberlegungen ab oder müssen sie aufgrund der Grösse absagen. Das trifft nicht nur Restaurantbetreiber und Caterer hart. Zulieferer wie Getränkehändler, Metzgereien, etc. sind davon genauso betroffen wie die Unterhaltungsszene, deren Shows nicht stattfinden können. Dahinter stehen Menschen, welche aktuell stark von Existenzängsten geplagt sind. Die Firmen könnten doch ihren Mitarbeitenden dieses Jahr für das ausfallende Weihnachtsessen Gutscheine des Restaurants oder eines anderen Betriebes schenken.

Auf diese Art kann man Freude bereiten, Danke sagen und gleichzeitig finanzielle Unterstützung leisten. Ein Showakt könnte doch trotzdem bezahlt werden, mit der Verpflichtung, dass dieser nachgeholt wird, sobald es die Situation wieder zulässt.

Vielleicht können wir am Schluss aus dieser herausfordernden Zeit doch noch etwas Positives mitnehmen: eine neugewonnene oder wiedergewonnene Solidarität. Halten wir also zusammen nach dem Motto «miteinander füreinander». In diesem Sinne – bliibet gsond!

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