Ein Land ist im Fussball-Fieber: Heute nachmittag um 16 Uhr spielen die Schweizer gegen Schweden um den Viertelfinal-Einzug an der WM in Russland. Wer nicht sowieso frei oder Ferien hat, ist auf den Arbeitgeber angewiesen, ob er das Spiel während den Bürozeiten schauen darf oder nicht.

Am kulantesten ist die Vogt AG Verbindungstechnik in Lostorf mit ihren rund 100 Mitarbeitern. Dort wird der WM-Match via Beamer in einem Konferenzraum übertragen. Dank den gleitenden Arbeitszeiten ist es aber auch möglich, bereits um 16 Uhr nach Hause zu gehen. Für Ortsansässige dürfte dies ebenfalls eine Option sein. Die EAO, einer der grössten Industriefirmen im Kanton Solothurn mit Sitz in Olten, will den Fussballfans unter den Mitarbeitern ebenfalls nicht im Wege stehen. Zwar organisiert die Firma für ihre 320 Mitarbeitern am Standort Olten von sich aus nichts, damit diese den WM-Match verfolgen können. Doch es gibt einzelne Teams, welchen den Match zusammen schauen wollen – allerdings in der Pause. Die Mitarbeiter stempeln vorher aus. Mitarbeiter bei der Produktion betrifft es indes kaum, weil die in der Regel bereits Feierabend haben.

Beim grössten Arbeitgeber auf dem Platz Olten, bei den SBB mit rund 2800 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten (Zahlen von 2016), gibt es unterschiedliche Regelungen. «Grundsätzlich werden viele SBB-Mitarbeiter mitfiebern», sagt Mediensprecher Oli Dischoe auf Anfrage. Bei sicherheitsrelevanten Berufen wie bei der Betriebszentrale Mitte, von wo der Bahnverkehr im Mittelland überwacht wird, stehe die Arbeit ganz klar im Vordergrund. In diesem Fall sei es nicht möglich, grüppchenweise vor dem Fernseher das Spiel zu verfolgen. Anders beim SBB-Werk an der Industriestrasse. Zwar müsse auch dort die Arbeit gemacht sein, doch eine gewisse Flexibilität sei möglich. «Ein Team kann sich auch organisieren.» Noch einmal anders sieht es beim SBB-Aarepark aus, dem grössten Standort in Olten. Fussballaffine Mitarbeiter könnten dort dank den gleitenden Arbeitszeiten auch früher Feierabend machen. Einige werden das Spiel hingegen im Büro via TV, Radio oder Newsticker verfolgen.

Kaum Chancen, das ganze Spiel zu verfolgen, haben hingegen die Mitarbeiter der Baufirma Reinhold Dörfliger AG aus Egerkingen. «Wir arbeiten normal bis 17 Uhr, ich kenne keine andere Weisung», sagt Disponent Roger Arnold auf Anfrage. Wer den ganzen Match schauen wolle, müsse freinehmen.

Wegen der WM einen Tag Ferien zu nehmen, ist laut Arbeitsrecht möglich. Zwar bestimmt der Arbeitgeber, wann die Ferien bezogen werden dürfen, doch er muss auf die Wünsche des Mitarbeiters Rücksicht nehmen. Wenn keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen, muss der Ferientag bewilligt werden.