Das nächste Café Littéraire findet am Dienstag, 16. Februar, 18.30 bis 19.45 Uhr, in der Stadtbibliothek Olten statt. Alle Interessierten sind eingeladen, an diesem ungezwungenen Treffen teilzunehmen. Diskutiert wird über:

Werner Rohner: Das Ende der Schonzeit, Lenos

In seinem klug komponierten Debütroman erzählt Werner Rohner die Geschichte eines jungen Mannes, der in seine Heimatstadt zurückkehrt. Dort holen Joris die Erinnerungen ein: an den Krebstod seiner Mutter, an das Versprechen, ihr beim Sterben zu helfen, aber auch an seine Beziehung in Wien, in die er sich stattdessen geflüchtet hatte. In Zürich beginnt für ihn ein neues Kapitel. Am Abend seines ersten Arbeitstages beim Fernsehen stösst er in der Zeitung auf das Foto eines Mannes, den er nicht kennt, jedoch erkennt, so ähnlich sieht er ihm: sein Vater. Als sich beide treffen, erfährt Joris, dass nicht nur er, sondern auch die Mutter im politischen Untergrund aktiv gewesen war.

Werner Rohner.zvg

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Jean Prévost: Das Salz in der Wunde, Manesse

Ein Klassiker der französischen Moderne erstmals auf Deutsch. Aller Aufstieg ist schwer. Sein geliebtes Paris hat Dieudonné Crouzon verlassen müssen, der Empfang im Provinznest Châteauroux ist für den jungen Grossstädter frostig. Doch die Demütigung brennt wie Salz in der Wunde −, Crouzon arbeitet sich hoch und kehrt im Triumph an die Seine zurück. Mit der Verve der grossen modernen Erzähler schildert Jean Prévost die Entwicklung eines Getriebenen zum glücksverwöhnten Selfmademan. Dieudonné Crouzon fällt aus allen Wolken. Eben noch sass er bei seinem Freund Dousset auf dem Canapé und knabberte Kekse. Dann bezichtigt ihn dieser zu Unrecht des Diebstahls, es kommt zum Eklat. Nun hat sich fast die gesamte Clique von ihm abgewandt und er, der fleissige Student aus einfachen Verhältnissen, steht vor einem Scherbenhaufen. (cro)