Die Geschichte ist eigentlich mehr dem Zufall geschuldet, kostet die Stadt in ihrer Konsequenz aber eine knappe Viertelmillion Franken. Zufällig insoweit, als dass eine der vier Pumpen, welche die Rutsche in der Badi mit Wasser versorgen, ausgewechselt werden musste.
An sich eine absolut normale Angelegenheit. Aber bei der Arbeit stellte der damit beauftragte Elektriker fest: Die Montage der im Wasser liegenden Pumpe (sogenannte Nassaufstellung) ist nicht mehr zulässig.

Nassaufstellung bedeutet, dass Pumpen zumindest teilweise oder auch ganz unter Wasser betrieben werden können. «Natürlich war diese Feststellung für uns eine Überraschung», sagt der zuständige Baudirektor Thomas Marbet auf Anfrage. Derzeit seien nämlich noch viele Bäder so eingerichtet und die Pumpen mit den notwendigen Sicherheitsschaltern ausgestattet. «Die jetzt zur Anwendung kommende Praxis war uns neu. Bis zu jenem Zeitpunkt hatte man in der Stadt von einer gesetzlichen Änderung nichts gewusst.»

Situation klären

Item: Die Worte des damaligen Elektrikers hallten jedenfalls in den Ohren der städtischen Verantwortlichen nach. «Wir wollten auf der sicheren Seite sein», sagt Marbet. So erkundigte man sich bei der Kontrollstelle für elektrische Installationen in Olten, der a.en, wie es um die diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen stehe. Die a.en konnte diese Frage nicht abschliessend beantworten und schlug, auch aufgrund der Brisanz dieser Frage, eine Besprechung mit dem eidgenössischen Starkstrominspektorat (Esti) vor; mit Besichtigung vor Ort.

Was im September vergangenen Jahres auch geschah. Ergebnis: Das Esti verfügte am 22. November, dass die bisherige Installation nicht gesetzeskonform und bis Ende April 2019 zu ändern sei. Andernfalls dürfe diese Anlage, welche die Wasserrutschen mit dem Rutschwasser speist, nicht in Betrieb genommen werden. Aber: eine Badi-Eröffnung ohne Rutschen – das ist zumindest in Olten – völlig unvorstellbar.

Unter Druck

Klare Aussage – klare Wirkung: Was für Olten bedeutet: Die bislang in einem separaten Pumpenraum stehenden vier Pumpen, in welchen das Schwimmbadwasser floss und von den Pumpen zur Rutschbahnanlage befördert wurde, muss umgebaut werden. Andere Pumpen müssen her, die in einem trockenen Raum zu stehen kommen und das benötigte Wasser über eine Ansaugleitung aus dem Schwimmbad beziehen. Will heissen: Der ganze Wechsel geht mit Baumeister-, Metallbau- und Elektroinstallationsarbeiten einher.

Die dafür notwendigen 240 000 Franken kommen natürlich äusserst ungelegen. Immerhin kann man sich mit dem Umstand trösten, dass die drei auszuwechselnden alten Pumpen bereits knapp 30 Jahre auf dem Buckel haben und «abgeschrieben sind», wie Marbet sagt. Die neue Pumpe, die den Anstoss zur Überprüfung gab, versucht man dem Hersteller zurückzuverkaufen, wie Urs Kissling, Leiter des städtischen Tiefbauamts erklärt.

Im Rahmen des Budgets

Die Investition erfolgt im Rahmen des Budgets 2019 zulasten des Postens Umbau Garderobe (400'000 Franken). Der Nachtragskredit für die Pumpen wird aus terminlichen Gründen zur Ausführung sofort freigegeben, um den Badieröffnungstermin am 8. Mai 2019 nicht zu gefährden.