Die Stadt will ein anderes Olten SüdWest. Sie ist mit der bisherigen eintönigen Überbauung und dem Bevölkerungsmix, der bisher zumeist aus Singles und kinderlosen Paaren besteht, nicht zufrieden. Die von der Stadt initiierte Gestaltungsplanänderung wird in den nächsten Monaten inhaltlich erste Formen annehmen.

«Bis Mitte 2017 soll ein Masterplan vorliegen, auf dessen Basis der Grundeigentümer einen neuen Gestaltungsplan erarbeiten lässt», schreibt die Stadtkanzlei in einer gestern verschickten Mitteilung. Danach soll der Areal-Besitzer Sigmund Bachmann bis Ende 2018 den neuen Gestaltungsplan erstellen.

Mit dem sogenannten Masterplan sollen die Ideen konkretisiert und der Rahmen abgesteckt werden, welcher dann als Grundlage dient für den Gestaltungsplan. Dazu hat die Stadt nun eine Projektgemeinschaft bestimmt, welche dieses Brainstorming zu einem anderen Olten SüdWest beginnen soll: Es sind dies die Schneider Raumentwicklung und Städtebau aus Olten mit Filiale in Aarau sowie die Ernst Niklaus Fausch Architekten mit Sitz in Zürich und Büro in Aarau und Wien. Die beiden Planer-Büros haben bereits bei einigen Projekten zusammengearbeitet.

Kein Areal-Wettbewerb mehr

«Es soll auf gesellschaftlicher, stadträumlicher und ökonomischer Ebene ein Mehrwert geschaffen werden», sagt Daniel Schneider, Inhaber des Oltner Planungsbüros. Es sollen mal höhere, mal niedrigere als die bisher fünfgeschossigen Bauten realisiert werden können.

Dadurch soll es auch zwischen den einzelnen Gebäuden mehr Freifläche geben. Ebenfalls sind Reiheneinfamilienhäuser angedacht, was den bisherigen Bevölkerungsmix mit Familien ergänzen soll. Schneider erwähnt auch die vermehrte Ausrichtung des neuen Quartiers auf den Langsamverkehr mit weniger breiten Strassen.

In seinen Augen ist daher auch eine Erschliessung mit der politisch umstrittenen Personenunterführung Hammer ein Muss. «Es ist aus fachlicher Sicht essenziell für das Quartier, dass diese realisiert wird», sagt der ehemalige SP-Gemeindeparlamentarier Schneider.

Ergänzt werden sollen die beiden Planer-Büros bei der Ausarbeitung des Masterplans durch zwei bis drei Experten, welche die Aussensicht einbringen. Einer davon soll ein lokaler Architekt sein, die beiden weiteren Fachleute sind noch nicht bestimmt.

Die Stadt will sich damit einen erneuten kosten- und zeitintensiveren städtebaulichen Wettbewerb über das gesamte Areal ersparen, wie Stadtschreiber Markus Dietler sagt. Für die einzelnen Baufelder sollen aber wie bei der ersten Überbauung Architekturwettbewerbe möglich sein.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, übernimmt die Stadt die Kosten für den Masterplan von rund 160 000 Franken. Diese Ausgabe wird über den vom Gemeindeparlament bewilligten Investitionskredit Gebietsmanagement Olten SüdWest bezahlt.

Der Areal-Besitzer Sigmund Bachmann wird danach die Kosten für den Gestaltungsplan berappen. Würde der Prozess zur Gestaltungsplanänderung vorzeitig vor Ende 2018 abgebrochen, haben sich die beiden Parteien vertraglich verpflichtet, die bisher angefallenen Kosten je hälftig zu teilen.