Auf der zweiten Hörspiel-CD des Produktionslabels Goodear «Wienerli mit Chopfsalat. Ruedi und Heinz und die Hirnfalle», klären die schrägen Senioren Ruedi und Heinz (Satirikerduo Strohmann-Kauz) erneut Morde auf, die gar keine sind.

In Wirklichkeit sind es natürliche Todesfälle, die halt etwas blöd gelaufen sind und wahrscheinlich deshalb die Aufmerksamkeit der alten Herren auf sich ziehen.

Wie im ersten Teil «Der Lismer-Club. Ruedi und Heinz und die Fallmasche» verfolgen die Rentner- Hobbyermittler auch auf dem zweiten Teil jede angeblich heisse Spur, die die vermuteten Morde aufzudecken verspricht.

Diesmal mischt sich aber auch die heimtückische Seite ihres Gehirns ein, und verwischt zunehmend die Grenze zwischen Realität und Hirngespinsten.

Wie die «Neue Oltner Zeitung» (NOZ) bereits anschaulich berichtete, folgt die Geschichte vordergründig den Regeln eines Kriminalromans, fokussiert aber hauptsächlich die Protagonisten und ihre wirren Schlussfolgerungen. Nicht umsonst trägt das Hörspiel den Titel «Ruedi und Heinz und die Hirnfalle.»

Live Konzert mit Strub und Band

Die CD-Taufe bot unter anderem Unterhaltung in Form von Live-Musik. Die Band «Strickjackencombo» bestehend aus André Tihanov (Gitarre), Robert Weder (Piano) und dem Erfinder höchstpersönlich des Hörspiel-Plots Rolf Strub (Gesang) trat mit weiblicher Verstärkung auf: Eve-Marie Lagger und Fabienne Hoerni.

Zusammen performten sie Stücke auf Deutsch, Englisch und Schwiizerdütsch. Die Songtexte waren eingängig und gut verständlich. Es blieben Songtextpassagen wie beispielsweise «You past away», «It’s peaceful on the top of the world» oder «All die arme Seele, lueg mol die lüt, die si aui einsam» im Gedächtnis hangen.

Der Zusammenhang zwischen einigen Musikstücken und Erzählpassagen war aber nicht immer von Anfang an klar ersichtlich, war aber vorhanden. Nachdem Haupterzähler Armin Kopp, der auf der anderen Seite der Bühne sass und live vorlas, die Frage «Glauben Sie an Seelenwanderung?» gestellt und über das Thema der Wiedergeburt mit allen Erinnerungen an das vorherige Leben erzählt hatte, erklang das Lied mit dem Inhalt «You past away».

Auch nachdem Kopp die zu tiefst philosophische Erkenntnis preisgab: «Wir alle leben nur in einer Vorstellung von uns selbst. Immer wenn man sich von innen zeigt, geschehen Wunder» wusste die Band ein passendes Stück anzustimmen, mit Lyrics «Trust in me. You can see.».

Sich selbst verlieren

«Wann kann man sich selbst verlieren?», fragte Kopp und lieferte gleich im Anschluss ein paar Möglichkeiten wie, beim Musik hören, beim Beten oder beim Sport treiben. Wahrscheinlich auch beim Mitlauschen dieser «struben» Krimistory, geschrieben von Rolf Strub.

Autor Strub schrieb aber nicht nur selber das Hörspiel und singt darin mit, sondern kommt auch als zweiter Erzähler darin vor. Während des Auftrittes der Band und des Haupterzählers, erfährt das Publikum reichlich wenig über Fakten oder Ereignisse der Geschichte.

Armin Kopp spricht weiter über die Wirkung von Hormonen auf unsere Gemütsstimmung, über Wellensittiche und Affen, über den fehlenden Zusammenhang zwischen Intelligenz und Hirngrösse oder über den Fluch der postmodernen Gesellschaft, die zuviel Information hat.

Der eigentliche Plot scheint sich zwischen all diesen angesprochenen Themen zu verirren, genauso wie sich möglicherweise die Audienz darin verliert und immer wieder nach dem roten Faden Ausschau haltet.

Ruedi und Heinz liessen grüssen

Ruedi und Heinz konnten wegen einem anderen Auftritt nicht dabei sein als Autor Rolf Strub und Produktionsleiter Marcel Schumacher - für ihn war es seine erste CD-Taufe - die CD ins Wasser fallen liessen: «Jetzt ist sie getauft», strahlten beide. Schliesslich dauerte es zwei Jahre bis zur CD-Pressung.

Mit einer virtuellen Grussbotschaft meldeten sich die Protagonisten zu Wort. Ruedi grüsste in die Kamera. Heinz fragte: «Kennsch du die?» Er verstand nicht, dass es sich um ein Grussvideo handelte, welches zukünftig gezeigt wird.

«Nei, e gseh se jo ned», antwortete Ruedi. «Wieso redsch de met ehne?», erkundigte sich Heinz weiter. Die Komiker hinterliessen mit ihrer Videomitteilung mehr als nur einen Gruss, nämlich viele Lacher. Und die servierten «Outnerli mit Härtöpfusalat» füllten hungrige Mägen.