Olten
Mit Alex Capus & Co. zum Bestseller

Im Knapp Verlag ist ein 120-seitiges Buch mit den 24 Audio-Geschichten des Schriftstellerwegs erschienen.

Fabian Muster
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Eröffnungsanlass des Schriftstellerwegs Ende April im Stadttheater: Alex Capus, Franz Hohler und Pedro Lenz (von links).

Eröffnungsanlass des Schriftstellerwegs Ende April im Stadttheater: Alex Capus, Franz Hohler und Pedro Lenz (von links).

Bruno Kissling

Schon wieder Alex Capus. Schon wieder auf dem Weg zu einem Besteller. Um den Oltner Schriftsteller kommt man derzeit nicht herum, wer sich für Literatur interessiert. Sein am Montag vor einer Woche veröffentlichtes Buch «Das Leben ist gut» steht bei der Schweizer Bestsellerliste seit Erscheinung auf Platz 1.

Und zum vorgestern publizierten Buch «Die Prinzessin, der General und die Sängerin», welches der Oltner Knapp Verlag mit den 24 Audio-Geschichten des Schriftstellerwegs herausgegeben hat, hatte es bereits vor Verkaufsbeginn 1500 Vorbestellungen gegeben – so viele wie noch nie in der elfjährigen Verlagsgeschichte.

Zwar tritt Capus da zusammen mit den Autorenkollegen Franz Hohler und Pedro Lenz in Erscheinung, doch Zugpferd scheint derzeit vor allem der 55-Jährige zu sein. Das 120-seitige Bändchen ist auf dem besten Weg, ebenfalls ein Bestseller zu werden.

Für Verlagsleiter Thomas Knapp ist besonders erfreulich, dass Bestellungen von Buchhandlungen aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz und sogar aus dem süddeutschen Raum stammen. Beim bisherigen Longseller des Verlags – Capus’ «Der König von Olten» – war das 2009 noch anders: Zu Beginn verlief der Verkauf harziger, es gab nur ein paar Hundert Vorbestellungen, die Startauflage betrug allerdings ebenfalls 10 000 Exemplare.

Der Run aufs Werk über den Altstadt-Kater Toulouse kam kurze Zeit später und führte dazu, dass das erste Büchlein aus der Perlen-Reihe insgesamt 20 Wochen in den Schweizer Bestsellerliste geführt und bisher 40 000 Exemplare verkauft wurden.

Die 24 Hörgeschichten des Schriftstellerwegs – je acht von den drei Autoren – waren schon auf Papier vorhanden und mussten nicht nachträglich transkribiert werden. Capus beispielsweise unterstreicht in der einen Geschichte, wie sorglos die Stadt Olten mit ihrem historischen Erbe umgeht.

Oder wieso der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser einst in Olten wohnen wollte. Franz Hohler hingegen beschreibt in «Die schönste Stadt der Schweiz», wie eigentlich ein Thuner zu dieser doch etwas provokativen Aussage kommt. In der Geschichte «Notausgang» erklärt der heute 73-Jährige, wieso es unter dem früheren Kellertheater am Zielemp zur Aare hinaus eine Türe und eine kleine Plattform gibt.

Und der dritte im Bunde, Pedro Lenz, stellt eine Jugendliche dar, die wegen der Frage, ob Solothurn ein Halbkanton sei, von ihren Kolleginnen verspottet wird. Oder eine Frau, die als Autostöpplerin Todesängste aussteht. Die Geschichten des 51-Jährigen sind auf Mundart wie auch auf Schriftdeutsch gedruckt. Einerseits, weil es «reizvoll» sei, den Vergleich der beiden Sprachen machen zu können, so Knapp. Andererseits aber auch, damit die Geschichten ebenfalls in Deutschland oder Österreich verstanden werden. Illustriert werden einzelne Geschichten des Buches durch Schwarz-Weiss-Fotos des Oltner Fotografen André Albrecht.

Alex Capus, Franz Hohler, Pedro Lenz: Die Prinzessin, der General und die Sängerin, Knapp Verlag Olten 2016, 120 Seiten.