1973, damals noch unter dem alten Namen Bifang-Kriterium, feierte der Sportanlass seine Premiere. Roland Salm, später mehrfacher Schweizer Meister im Strassenrennen, hiess der erste Sieger. Seither musste das Rennen lediglich dreimal abgesagt werden: 1974, 1992 und 2009 war die Durchführung aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich.

In den knapp vier Jahrzehnten seit der ersten Austragung konnten sich nicht weniger als 35 Fahrer in die Siegerliste eintragen. Nur vier Fahrer triumphierten mehr als einmal im Bifangquartier: Marcel Summermatter (1976 und 1980), Viktor Schraner (1977 und 1981), Roger Devittori (2000 und 2001) sowie Roman Andres (2010 und 2012) gewannen jeweils zwei Austragungen des GP Olten. Im vergangenen Jahr konnte Lukas Jaun vom Team Roth Skoda das Kriterium mit einem Vorsprung von vier Punkten auf den Zweiten Oliver Mattheis für sich entscheiden.

Am für die Zuschauer äusserst attraktiven Rennmodus wurde in den letzten Jahren stets festgehalten: Insgesamt warten 100 Runden à je 850 Meter auf die Elite-Fahrer. Jede zehnte Runde erfolgt ein Wertungssprint: Der Sieger ergattert sechs Punkte, die folgenden vier Fahrer bekommen vier, drei, zwei und einen Zähler auf ihr Konto gutgeschrieben. Der Schlusssprint nach der 100. Runde zählt doppelt (zwölf, acht, sechs, vier und zwei Punkte). Sieger ist am Ende der Fahrer mit den meisten Punkten.

Es sei denn, einem oder mehreren Fahrern gelingt ein Rundengewinn. Die vergangenen Austragungen haben aber gezeigt, dass ein solcher sehr unwahrscheinlich ist, zumindest bei der Elite-Kategorie der Männer. 2015 wiesen lediglich die fünf schlechtesten der insgesamt 32 klassierten Fahrer einen Rundenrückstand auf.

Exakt eine Stunde, 45 Minuten und 23 Sekunden brauchte das Hauptfeld im Vorjahr übrigens, um die 85 Kilometer zurückzulegen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 48 Kilometern pro Stunde.

Mehr Kategorien als im Vorjahr

«In diesem Jahr haben wir eine zusätzliche Nachwuchskategorie am Start», verkündete Peter Schafer, der OK-Präsident des GP Olten, im Vorfeld. Eine der wenigen Neuerungen für die Ausgabe 2016. Die U17-Männer, die heuer also erstmals starten dürfen im Bifangquartier, machen denn am Sonntagmorgen auch gleich den Auftakt in den Renntag.

Sie werden gemeinsam mit den Juniorinnen auf die Strecke geschickt. 40 Runden gilt es zu absolvieren, jede vierte Runde gibts einen Wertungssprint. Das zweite Rennen mit Start um 10.30 Uhr bestreiten die U19-Männer gemeinsam mit der Frauen-Elite (50 Runden, jede fünfte Runde eine Wertung).

Die Lokalmatadorin Doris Schweizer will dabei ihren Sieg aus dem Vorjahr wiederholen. «Obwohl in Bochum gleichzeitig ein Weltcup-Rennen der Frauen stattfindet, wird Doris Schweizer am Sonntag in Olten starten», freute sich Peter Schafer. «Es haben sich sehr viele Frauen angemeldet, das wird ein sehr spannendes Rennen.»

Zu einem fixen Bestandteil des GP Olten hat sich auch das Behörden-Rennen gemausert. Nicht der Sieg, sondern der Spass steht dabei im Vordergrund. Nebst Oltens Stadtpräsident Martin Wey hatten sich bis gestern Ruedi Moor (Mitglied Gemeindeparlament und Bürgerrat Olten), Stefan Müller-Altermatt (Nationalrat und Gemeinderat Herbetswil), Michael Neuenschwander (Mitglied Gemeindeparlament Olten), Mathias Stricker (Kantonsrat und Gemeinderat Bettlach) sowie Dieter Ulrich (Mitglied Gemeindeparlament und Bürgerrat Olten) angemeldet. Anita Panzer (Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin Feldbrunnen) ist die einzige Frau, die sich auf die fünf Runden wagt. Das Behördenrennen beginnt um 12 Uhr.

EKZ oder Hörmann?

Zwei Stunden später erfolgt der Startschuss für das Hauptrennen. Stand gestern stellt das Hägendörfer EKZ Racing Team am Sonntag mit sieben Fahrern die grösste Delegation. «Der GP Olten ist das einzige Kriterium in der Schweiz, das wir noch fahren», so Teamchef Kurt Bürgi. «Weil es unser Heimrennen ist.» Mit Simon Zahner (2013) und Théry Schir (2014) konnte das EKZ-Team in den letzten drei Jahren zwei Siege herausfahren. 2015 mussten die Hägendörfer eine Niederlage einstecken, Lukas Müller war als Fünfter der beste EKZ-Fahrer.

Gelingt am Sonntag die Rückkehr aufs Podest? «Ich bin kein Prophet, aber der erste Platz ist sicher realistisch», so Kurt Bürgi. «Wenn wir nach Olten kommen, fahren wir immer offensiv und auf Sieg.» Ob es am Ende reichen wird, hange aber auch von den Gegnern ab. «Jan-André Freuler und Timo Güller vom Team Hörmann sind zwei sehr gute Sprinter», sagte Bürgi zur Konkurrenz. «Sie werden es uns nicht einfach machen.»