Olten
Mit 25 im Kantonsrat: Jetzt muss Jonas Hufschmid Akten lesen statt Party machen

Jonas Hufschmid ist 25 – und ab heute, 1. Juni, der Jüngste im Solothurner Kantonsrat. Nachdem CVP-Kantonsrätin Karen Grossmann per Ende Mai demissionierte, rückt Hufschmid in der Fraktion nach. Vereidigt wird der junge CVP-Politiker an der nächsten Session am 28. Juni.

Isabel Hempen
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Als er erstmals für den Kantonssrat kandidierte, war Jonas Hufschmid 18 Jahre alt.

Als er erstmals für den Kantonssrat kandidierte, war Jonas Hufschmid 18 Jahre alt.

Bruno Kissling

Trotz seines jugendlichen Alters ist Jonas Hufschmid kein unbeschriebenes Blatt: Für die Junge CVP politisiert er bereits seit acht Jahren. 2009, kurz nach seinem Eintritt in die JCVP, kandidierte er erstmals für den Kantonsrat. Schon damals als jüngster Bewerber. Am Tag vor den Kantonsratswahlen erreichte er gerade sein achtzehntes Lebensjahr.

Hufschmid, der in Hägendorf aufwuchs, steht der CVP von Haus aus nahe. Sein Vater war langjähriger Präsident der CVP Hägendorf und sass für die Partei im Gemeinderat. Jonas Hufschmid selbst amtierte in Hägendorf seit 2013 als Ersatzgemeinderat und Vizepräsident der CVP.

Er sei von Kind auf mit politischen Themen in Berührung gekommen, erzählt er. So habe er sich mit politischen Themen auseinandergesetzt, noch bevor er selbst wählen durfte. Von seiner Familie sei er aber nicht auf CVP getrimmt worden, meint er lachend. Er habe das politische Spektrum gekannt und sich bewusst für die Junge CVP entschieden.

Kandidat für Nationalrat

2011 kandidierte Hufschmid für den Nationalrat, wenig später übernahm er das Co-Präsidium der JCVP des Kantons Solothurn, das er bis Ende 2015 innehatte. 2013 dann eine erneute Kandidatur für den Kantonsrat, er landete auf dem vierten Ersatzplatz. Dieser ist nun relevant geworden für ihn. Nachdem es in der Fraktion in der laufenden Amtsperiode bereits zwei Wechsel gegeben hat und der Drittplatzierte aus dem Kanton weggezogen ist, wurde der Stab an Hufschmid weitergegeben.

Er selbst ist darüber wohl am meisten erstaunt: «Mein Mandat soll ein Ansporn für Junge sein. Wenn man in der Politik am Ball bleibt, dann rückt das Wunschziel näher.» Nachdem sein Arbeitgeber und sein nahes Umfeld sehr zuvorkommend reagiert hatten, war ihm die Entscheidung leicht gefallen, das Amt anzutreten.

Schnell integrieren

Hufschmid hat International Management studiert und eine Weiterbildung im Bereich Kulturmanagement absolviert. Vor einem Jahr trat er bei der Firma MySign in Olten eine Stelle als Junior Projektleiter E-Commerce an, die er auch künftig im 100-Prozent-Pensum ausführen wird.

Er wohnt seit Ende 2015 in Olten, seit April 2016 ist er im Vorstand der städtischen CVP tätig. Im Kantonsrat, sagt er, wolle er sich so schnell wie möglich integrieren und einbringen. Denn für ihn starte der Wahlkampf bereits jetzt. «Ich habe jetzt Zeit, mich zu beweisen», sagt er. Mit dem Ziel, kommenden März wiedergewählt zu werden. Und dann ganze vier Jahre im Kantonsrat einzusitzen.

Als Jüngster im Rat sieht er sich nicht nur als Vertreter der JCVP, sondern der Jungen generell. Diese hätten oft das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, weiss er aus Erfahrung. Für ihre Anliegen möchte er sich starkmachen.

Auch die Kultur liegt ihm am Herzen, gründete er doch 2009 mit zwei Freunden den Jugendkulturverein mission8 in Olten, der bislang für rund hundert Konzerte und Partys verantwortlich gezeichnet hat. Als studierter Betriebsökonom möchte er zudem auf die wirtschaftlichen Themen im Kanton fokussieren. Grundsätzlich, sagt er, möchte er die für die CVP charakteristische Mittepolitik beibehalten. Aber eben eine junge Perspektive einbringen. Diese sei bislang deutlich untervertreten.

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