Ein neues Velo, ein neues Halstuch oder gleich eine Finanzberatung fällig? An den Gewerbeständen warten die Aussteller vor ihren Verkaufsauslagen am frühen Samstagnachmittag auf die gewünschte Kundschaft. Manche gehen vor ihrem Ausstellungszelt ungeduldig auf und ab, halten Ausschau nach ihrer Zielgruppe, um sie mit Werbesprüchen in ihr Revier zu locken. Gross ist ihre Beute um diese Zeit (noch?) nicht.

Die Besucher, die bereits nach einer Siesta den Weg zur MiO gefunden haben, schlendern gemütlich in der gut passierbaren Strasse, erfreuen sich am Treffen von Bekannten und Freunden, und lächeln auch in die Sonne, die der MiO am Samstagnachmittag gut gesinnt ist. An jedem der bazarähnlichen Kleider- und Accessoires-Stände, die sich abwechslungsweise zwischen Stände anderer Branchen einreihen, ist eine andere, eher leise Musik zu hören. Auch sie scheinen trotz Bob-Marley-Songs nicht die grosse Verkaufsstunde zu erleben.

Die meisten Besucher lassen sich magnetisch von den kleinen Highlights der Messe anziehen. Eins davon spielt sich auf der kleinen MiO-Bühne ab. Stolz präsentiert sich dort ein Fitness-Trainer an einer Sportbekleidungs-Modeschau. Neben ihm geht ein weibliches Pendant über den Holzboden. Durch die hautengen Tops und Leggins sind verschiedene Muskelpartien zu erkennen, die von zahlreichen Zuschauern vor der Bühne offensichtlich gerne bestaunt werden. Vom Grosi zum verheirateten Familienvater scheinen alle ihre Freude daran zu haben. Schauen darf man ja. Und dafür ist die MiO auch da. Zu sehen gibt es tatsächlich an jeder Ecke etwas. Dafür hat der Organisator Mike Zettel gesorgt.

Vor allem für die Kleinen gibt es viel Unterhaltung. Von einem mit Plastikbällen gefüllten Becken zum Durchwühlen bis zum klassischen Karussell und natürlich dem traditionellen Ponyreiten. Vor dem Reitstand bildet sich langsam eine kleine Kolonne. «Jetzt scheinen die Kinder endlich aus dem Mittagsschlaf erwacht zu sein», sagt Helferin Rosmarie Vetscher. Drängler gibts vor dem Stand nicht.

Allgemein scheint die MiO eine «Friedens-Messe» zu sein. «Eine solch angenehme und friedliche Messe wie die MiO habe ich schon lange nicht mehr erlebt», sagt auch René von der Heide, Leiter der Sanität. Sogar am Freitagabend, als das Team vor allem wegen Schnitt- und Schürfwunden viel zu tun hatte, seien die Leute angenehm gewesen. «Obwohl einige vermutlich Alkohol intus hatten.» Prügeleien habe es auch keine gegeben. An der MiO hätten es die Leute einfach gut miteinander.