Das Oltner Familienunternehmen Bernheim Mode plant auf seinem Grundstück an der Kirchgasse 17 einen Um- und Erweiterungsbau. Beim fraglichen Gebäude handelt es sich um eines der historischen Chorherrenhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Von den Bauarbeiten betroffen sein werden der Zwischenbau an der Kirchgasse, der an die Häuserzeile der Chorherrenhäuser anschliesst, sowie ein zweistöckiger Anbau im Hinterhof.

Im Gebäudeinneren sollen Umbau- und Anpassungsarbeiten stattfinden. Da insgesamt drei Bauzonen betroffen sind – Altstadt-, Schutz- und Kernrandzone –, musste für den Gestaltungsplan eine massgeschneiderte Lösung gefunden werden, welche auch das architektonische Gesamtbild des Ensembles unterstützt.

Das Einvernehmen mit der Stadt sei gut, sagt Alain Bernheim, Inhaber und Geschäftsführer des Modehauses, das 1931 in Olten gegründet wurde. Gemäss der Stadt handle es sich um ein gängiges Verfahren. Dennoch sagt er: «Das ist eine extrem lange Zeit für uns. Es dünkt mich, dass wir seit drei Jahren primär warten.» Er habe ursprünglich damit gerechnet, dass der Umbau innerhalb von zwei bis drei Jahren erfolge.

Das Modell im Stadthaus zeigt es: So könnte der zweistöckige Anbau im Hinterhof der Kirchgasse 17 dereinst aussehen.

Das Modell im Stadthaus zeigt es: So könnte der zweistöckige Anbau im Hinterhof der Kirchgasse 17 dereinst aussehen.

Nichtsdestotrotz tut sich etwas in der Sache. Am 30. Juni schrieb die Stadt eine Einladung zur öffentlichen Mitwirkung aus: Alle planungsbetroffenen Oltner können zum Bernheim-Gestaltungsplan Stellung nehmen. Wie Markus Pfefferli von der städtischen Baudirektion erläutert, wolle man damit niemanden von der Gelegenheit zur Mitwirkung ausschliessen. Mitwirkungsbeiträge werden aber vor allem von den Anwohnern und Mietern im betroffenen Gestaltungsplanperimeter erwartet.

Alain Bernheim zufolge habe man im Vorfeld mit vielen direkt Betroffenen gesprochen. Die Sicht einiger Anwohner würde mit dem Anbau teilweise eingeschränkt, allerdings bewege man sich absolut im Rahmen des Baugesetzes. «Ich glaube nicht, dass es gross Opposition geben wird», meint Bernheim deshalb. Seine Gründe für die Erweiterung sind einerseits betriebswirtschaftliche: Er möchte das Damen- und Herrenmodegeschäft unter ein Dach bringen und so Kosten sparen. Das Damenmode-Geschäft befindet sich derzeit noch an der Hauptgasse 30; die weiteren Filialen im Sälipark und in Aarau bleiben bestehen.

Gibts im Bernheim ein Café?

Andererseits seien die Herausforderungen im Detailhandel in den letzten Jahren gestiegen, besonders wegen des Onlineshoppings. «Die Branche hat sich radikal verändert», so Bernheim, «und das wird sie weiterhin tun. Dafür müssen wir gerüstet sein.» Er wolle künftig ein grösseres Erlebnis bieten im Laden, sagt er. Denn die Verweildauer im Laden wirke sich auf den Umsatz aus. Angedacht sei, eine andere Branche ins Geschäft reinzunehmen, ein Café etwa.

Eine Gefahr sieht Alain Bernheim aber: «Wenn wir zu wenig Erlebnis bieten, geht der Umsatz zurück – und wir befinden uns in einer Abwärtsspirale.» Er hofft, dass er den Investitionszeitpunkt nicht bereits überschritten habe, sagt er. Denn irgendwann habe man den Absprung verpasst.

Anregungen, Hinweise oder Einwendungen können bis spätestens am 5. September schriftlich bei der Baudirektion eingereicht werden. Nach dem rund zwei Monate dauernden Mitwirkungsverfahren wird der Gestaltungsplan während eines Monats öffentlich aufliegen. Während dieser Zeit kann dagegen Einsprache erhoben werden.

Geschieht dies nicht, wird er vom Regierungsrat genehmigt und das Baugesuch kann eingereicht werden. Dieses sei bereits heute praktisch «pfannenfertig», so Bernheim. Für den Umbau veranschlagt Bernheim einen «mittelhohen einstelligen Millionenbetrag», wie er sagt. Sämtliche der rund 90 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.