Noch nicht ganz 30-jährig ist sie, Jasmin Fritz. Und seit fünf Jahren bei der Feuerwehr, seit zwei Jahren bei jener in Olten aktiv; Abteilung: Atemschutz. In Hägendorf aufgewachsen und schliesslich in Olten gelandet.

«Hier ists einfach gut», sagt sie. Das muss als Begründung reichen, warum sie die Dreitannenstadt ins Herz geschlossen hat. «Ins Herz geschlossen ist etwas viel gesagt», meint sie dann. Und später: «Doch. Olten ist schon meine Stadt. Nirgends sonst fühle ich mich so heimisch wie hier.» Also doch.

Wissen wollen, wie «es» geht

O. k. Sich heimisch fühlen ist das eine, dort Feuerwehrdienst leisten etwas anderes. Und erst noch als Frau. «Ich wollte einfach wissen, wies in der Feuerwehr so zu- und hergeht, wollte etwas für die Gesellschaft leisten, für die Allgemeinheit.»

Man glaubt ihr diese Beweggründe. Ihre Neugierde habe die Tür zur Feuerwehr aufgestossen; nicht etwa das Gefühl, einer Pflicht nachkommen zu müssen. Später sagt Jasmin Fritz noch: «Stellen Sie sich vor: Sie rufen die Feuerwehr und niemand kommt! Ein schrecklicher Gedanke für den, der Hilfe braucht.»

In der Rückblende, so meint sie, hätte sie sich auch ein Engagement im Militär vorstellen können. Ja, warum nicht. Die Motivation dafür wäre wohl dieselbe gewesen. Sie nickt bestimmt.

Und nun, nach fünf Jahren: Lässt sich eine Bilanz ziehen? «Meine Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen», sagt die Projektkauffrau mit schon fast leuchtenden Augen. Oder auf einen einfachen Nenner gebracht: Sie ist happy mit ihrem Hobby.

So nämlich bezeichnet sie ihren Einsatz bei der Feuerwehr. Sie hat gerne Menschen um sich; mag das Familiäre. Und familiär ist ein Feuerwehrkorps allemal, bis hin zum privaten Umfeld. «Klar gibts auch mal Zoff», räumt sie ein.

Aber der Mannschaftsgeist lässt diesen rasch verschwinden. Guter Geist macht sich auch bezahlt: «Es kommt ab und zu mal vor, dass uns irgendwelche Personen Kaffee spendieren. Das zeugt von einer grossen Akzeptanz in der Bevölkerung», so Jasmin Fritz. Für sie auch ein Indiz der Anerkennung.

Männerdomäne, auch für Frauen

Die Feuerwehr gilt als Männerdomäne, noch immer. Jasmin Fritz tut sich damit nicht schwer. «Natürlich ist die Umgebung von Männern geprägt. Aber ich bevorzuge an sich eher die Gradlinigkeit solcher Gesellschaften, das eher Schnörkellose, die Direktheit, das Zupackende, die ungeschminkte Art, die einen auch lehrt, Kritik zu akzeptieren, ohne gleich alles als persönlichen Angriff zu werten. Dafür bin ich dankbar; das sind wertvolle Erfahrungen», erklärt die Frau, die als Kind – wenn auch selten, wie sie sagt – mit Puppen spielte.

Das Maskuline war und ist eher ihre Welt. Dazu passend ihre Sportaffinität. Heute, grad wegen der Feuerwehr, sei Sport eher in den Hintergrund geraten. Früher gabs Schiessen, Tennis, Tischtennis, Turnverein.

«Du kannst nicht alles machen, wenn du es richtig machen willst», schiebt sie hinterher. Feuerwehrdienst, den will sie richtig machen und wie sie es sich genau überlegt, kneift sie ein bisschen die Augen zusammen und meint: «Ich kann mir alles ohne Feuerwehr gar nicht mehr so richtig vorstellen.»

Es gibt in der Feuerwehr explizit keine Männer- oder Frauentätigkeiten. Die Frage nämlich, was Frauen in der Feuerwehr nicht machen könnten, irritiert Jasmin Fritz beinahe. «Frauen machen alles», sagt sie.

Es gebe bloss Beliebtes und weniger Beliebtes. Und wenn sie an eine eher ungeliebte Aufgabe denkt, so kommt sie rasch aufs Aufrollen von Schläuchen. «Aber das muss eben auch sein.»

Auch «e Lehrplätz», der sich in der Feuerwehr machen lässt. Alles hat zwei Seiten. Im Übrigen ist die Frau mit dem erfrischenden Lachen mit sich im Reinen: «Ich has gärn, wenn öppis geit», beschreibt sie ihr Naturell.

Ein bisschen mischt sich dabei Berner Mundart in ihren Sprachduktus. Sie lacht. «Ich arbeite halt in der Hauptstadt», erklärt die 183 cm grosse Feuerwehrfrau im Rang eines Soldaten die sprachliche Schattierung.

Über eine weitere Feuerwehrkarriere hat sie übrigens noch nie so richtig nachgedacht. «Vielleicht könnte ich mal Gruppenführerin werden», sinniert sie.

Cool genug für heisses Hobby

Feuerwehrfrau sein ist das eine. Feuerwehrfraumodell sein das andre. Jasmin Fritz gehört zu jenen AdF, wie sich Angehörige der Feuerwehr bisweilen offiziell bezeichnen, die von beidem berichten können.

Eine Werbekampagne für die anstehende Rekrutierung war in Vorbereitung. Was fehlte? Klar, Frauen als Werbeträger. Männer gabs genug. «Da hab ich mich nach kurzem Zögern gemeldet. Warum soll ich nicht für eine Idee werben, hinter der ich voll und ganz stehe», fragt sie rhetorisch.

Das Shooting sei unkompliziert gewesen, erinnert sie sich. Am Anfang seis zwar etwas komisch, sich selbst auf dem Plakat zu begegnen; aber mittlerweile sei sie fast ein bisschen stolz darauf. «Mein Gottibub jedenfalls findets echt gut», lacht sie auf.