«Hey komm, das machen wir, das ist doch kein Ding.» So könnte man sich den Schlusssatz eines Gesprächs zwischen ihm und einem seiner Kunden vorstellen, wenn dieser mit einer Idee zu ihm kommt. Spricht man mit Mike Zettel, Gelfrisur, Dreitagebart und Inhaber der Kein Ding GmbH in Olten, gibt es bei Anlässen eigentlich keine Grenzen nach oben. Oder anders gesagt: Kein Ding ist für ihn unmöglich, wenn genügend Zeit und Geld vorhanden sind. «Ich habe so viele Ideen, dass mich Kollegen gelegentlich bremsen müssen», sagt der bald 31-Jährige von sich selbst.

Bekannt ist Mike Zettel in der Region für allem als Geschäftsführer der im Herbst durchgeführten Messe in Olten (MIO) auf der rechten Aareseite. Diese hat er seit der Übernahme 2013 gründlich entstaubt: Er verpasste der grössten Oltner Messe weniger Ess-, dafür mehr Fachstände, einheitliche Zelte und einen neuen Marketing-Auftritt.

Die Besucher goutierten dies, 2014 gab es mit 90 000 Leuten nach erstmals vier Tagen so viele Messebesucher wie noch nie. Für dieses Jahr hat er weitere Neuerungen im Programm: Zum einen will er die von seiner Firma lancierte Seniorenmesse Viva integrieren, dafür stellt er eigens auf der Alten Aarauerstrasse ein Zelt auf. Zum anderen beabsichtigt er, die Messe auf der Veranstaltungs-Seite aufzuwerten. Mehr dazu möchte der ausgebildete Event- und Promotionsmanager noch nicht verraten.

Eine Eventhalle für Olten

Seit der in Trimbach aufgewachsene Zettel mit seiner Event-, Messe- und Promotion-

agentur in der Stadt tätig ist, hat er einiges auf die Beine gestellt. Letzten Juni fand zum ersten Mal das Streetfood-Festival in Olten statt.

Quasi als Ausgleich für die weggesparten Foodstände bei der MIO hatte Zettel mit einer Partneragentur die Idee, die in Zürich erstmals durchgeführte Veranstaltung in die Dreitannenstadt zu holen. Mit Erfolg: Die Sache kam hier so gut an, dass der Anlass neu zwei Tage dauert, mehr Stände umfasst und in weiteren Städten wie Bern oder Luzern lanciert wurde (siehe Text links).

«Wieso immer nach Zürich fahren?», sagt sich Zettel. Das ist gewissermassen sein Leitspruch und seine Motivation für die tägliche Arbeit: «Ich will Olten bekannter machen, dafür ist die Stadt mit seiner zentralen Lage geradezu prädestiniert.»

Neben des Streetfood-Festivals hat er letztes Jahr die Weinmesse Mittelland lanciert – «weil es das in der Region bisher nicht gab». Auch die erste Schlagernacht Mitte Juni unterstützt er tatkräftig, die Summerlounge beim Hotel Arte hat er konzipiert und beim einwöchigen Eröffnungsfest der Kirchgasse vor drei Jahren hatte er die Hände im Spiel.

«Olten braucht solche Anlässe, um Leute in die Stadt zu holen.» Das Potenzial Oltens als Messe- und Eventstadt ist in seinen Augen «riesig». Olten, bisher als Kongress- und Seminarstadt schweizweit bekannt, will Zettel um eine Dimension ergänzen.

Kurzes Intermezzo als Politiker

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, schwirrt ihm schon lange eine Idee im Kopf herum, die er in ein paar Jahren verwirklichen will. Er stellt sich eine Eventhalle vor, die er mit neu lancierten Messen bespielen möchte, aber auch Private und Firmen für Anlässe buchen könnten. «Dass wir bestehende Messen von Zürich nach Olten holen, glaube ich weniger.» Ob die Zeit für eine solche Eventhalle allerdings jetzt schon reif sei, sei eine andere Frage. Seine implizite Antwort: eher nicht.

Zettel, dem bislang alles zu gelingen scheint, was er anpackt, musste aber auch schon mal einen Rückzieher machen: Als nachgerutschter FDP-Gemeindeparlamentarier hat er sein Mandat bereits nach drei Sitzungen im Stadthaus wieder zur Verfügung gestellt: «Ich hätte sehr viel Zeit investieren müssen, um etwas zu erreichen», sagt Zettel, «die hatte ich mit meinem Job nicht.» Er sieht sich eher als Macher denn Taktierer im mit Umwegen und Rückschlägen gezeichneten Politprozess. Oder anders gesagt: Die Politik war für ihn ein Ding zu viel.