Kappel

Migros-Partner Voi geht auf: «Der neue Dorfladen ist eine Bereicherung»

In Kappel ist gestern der Voi-Shop eröffnet worden – damit hat die Gemeinde nach dem Aus der Chäsi wieder einen Dorfladen. Das kommt bei der Bevölkerung gut an.

Am Donnerstagmorgen öffnete der Voi-Laden in Kappel erstmals seine Türen für die Kundinnen und Kunden. Die grün-orangen Ballongirlanden sind schon von Weitem zu sehen. Es herrscht reger Betrieb, Leute aller Altersgruppen, teils mit teils ohne Maske erkunden die Regale: ein übersichtliches, helles und modernes Einkaufserlebnis. Als Migros-Partner agiert der Laden in Kappel autonom als klassischer Nahversorger mit einem Vollsortiment von etwa 3500 Artikeln, während die Marke zugleich die Migros repräsentiert.

Der Laden ist dabei Franchisenehmer der Migros Aare, die in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn tätig ist. Das Sortiment setzt sich aus Eigenmarken sowie lokalen Produkten zusammen. Hierbei würden die Grundprodukte je nach Nachfrage und Bedarf ergänzt, wie die Geschäftsleiterin des Voi-Ladens in Kappel, Gabriela Brunner-Obrecht, vor Ort erklärt: «Kommunikation ist das A und O.» Je nach Standort seien beispielsweise mehr oder weniger Bioprodukte gefragt. So werde direkt auf die Wünsche der Kunden eingegangen, um das Sortiment stetig anzupassen.

Bevölkerung reagiert positiv auf neuen Dorfladen

Gabriela Brunner-Obrecht lebt seit dreissig Jahren in Kappel und hat bereits langjährige Erfahrung im Detailhandel. «Kappel hat ausser der Metzgerei nichts mehr», sagt sie. So sei die Eröffnung des Voi-Ladens an diesem Standort, noch dazu direkt an der Hauptstrasse, perfekt. «Ich bin froh, dass ich hier für die Leute da sein kann und freue mich für die Migros zu arbeiten» sagt Brunner -Obrecht. An ihrer Seite stehen momentan acht Mitarbeiter. Je nach Bedarf kann deren Anzahl angepasst werden.

Auch die ersten Kunden konnten sich bereits eine Meinung bilden. Erika Fluri, eine ältere Dame aus Kappel, erzählt: «Ich finde diese Eröffnung sehr gut. Zwar hat es nicht alles, was ich gesucht habe. Aber die Angestellten haben sehr gut auf meine Wünsche reagiert.» Ausserdem müsse sie nun nicht mehr wie bisher nach Olten in die Migros – «man wird ja nicht jünger». Ein Familienvater aus Wangen bei Olten hat hingegen einige Bedenken: «In einem so engen Laden einkaufen zu gehen, noch dazu in der jetzigen Zeit, ist sehr komisch.» Er fragt sich, wie es in Anbetracht von Corona zu diesen Bauentscheidungen kommen konnte. Eine weitere Kappelerin freut sich: «Ich bin froh, gibt es wieder einen Dorfladen. Darauf haben wir jetzt lange ‘blanget’» Auch Ruedi Gubler aus Kappel betont: «Der neue Dorfladen ist eine Bereicherung, vor allem für jene, die weniger mobil sind.»

Andere profitierten von Dorfladen-Flaute

Zentral gelegen soll der Voi-Shop als Kappeler Dorfladen fungieren. Ein Flyer wirbt mit dem Slogan «Voi Kappel – Ihr neuer Quartierladen». Gemeindepräsident Rainer Schmidlin sagt auf Anfrage: «Ich bin froh, dass Kappel wieder einen Dorfladen hat.» Nach der Schliessung der Chäsi musste das Dorf nämlich längere Zeit ohne einen solchen auskommen. Nun ergänze das regionale Sortiment für den täglichen Bedarf die Verkaufsstände der Bauern, sagt er.

Stationiert ist der Migros-Partner mit 340 Quadratmetern Ladenfläche in einem Neubau an der Mittelgäustrasse, dem ehemaligen Standort des Restaurants Zur Rose. Nachdem die Scheune neben der Beiz an der Fasnacht 2011 abgebrannt war, erlitt diese durch die Löscharbeiten einen Wasserschaden und wurde unbenutzbar. Durch eine Sammeleinsprache 2017 verzögerte sich der Abriss sowie der Bau des neuen Gebäudes, da das Grundstück in der Ortsbildschutzzone liegt. Mittlerweile ist der Neubau fertig. Im Parterre liegt der Voi-Shop, im Obergeschoss gibt es Wohnungen.

Während der Dorfladen-Flaute in Kappel stiegen einige Einwohnerinnen und Einwohner auf andere Nahversorger in Nachbargemeinden um, etwa den Laden des Kreuzplatz-Hofs in Boningen. Auf Anfrage zeigt sich die Besitzerin Karin Studer allerdings unbeeindruckt: «Es hat Platz für beide.» Die Leute, die frischen Salat, Gemüse und Früchte mögen, kämen sicher weiterhin nach Boningen. Bei den anderen Gütern für den täglichen Bedarf wie Käse, Milch oder Wurst werde man es vielleicht schon merken. Da der Hofladen allerdings ebenfalls an einer vielbefahrenen, aber etwas anderen Strecke als der Voi-Shop liegt, sollte dieses dem Kreuzplatz-Hof nicht zum Verhängnis werden.

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