Pferdeliebhaber werden frohlocken können, Hunde- und Katzenliebhaber tuns schon: weswegen? Ganz einfach: Seit einem Jahr ist der von der in Olten ansässigen Microstech entwickelte Wurm-Check für Katzen und Hunde auf dem Markt und jener für Pferde steht – wie es sich am gestrigen Kundenanlass anhörte – relativ kurz vor der Marktreife. Genau das wollte auch die Dame aus dem Zürcher Weinland hören, Pferde- und Hundebesitzerin zugleich. «Ja, wissen Sie, wer Pferde hat, der hat auch Hunde», sagt sie. Vom Wurm-Check für Hunde ist sie begeistert. Nicht nur, weil der stets negative Resultate bringt, sondern weil er die Hunde von den bislang regelmässig erfolgten Wurmbehandlungen verschont. «Denn wissen Sie», sagt die Frau noch, «die Behandlungen gehen nicht spurlos an den Tieren vorbei.» Und das wolle man denen doch ersparen; auch wenn die Checks teurer seien als die regelmässig verabreichten Kuren des Tierarztes.

Populär geworden

Die Produkte der Microstech sind innert kurzer Zeit populär geworden. Innert Jahresfrist hat die Firma Wurm-Checks im vierstelligen Bereich verkauft und analysiert. «Auch wenn ihre Produkte für Zündstoff in der Veterinärwelt gesorgt haben», wie Karin Heimann an der Podiumsveranstaltung meinte. Patrick Schwarzentruber, Mitbegründer des Biotech-Unternehmens, bejahte. «Das mit dem Konfliktpotenzial war uns bewusst.» Weniger vom Rummel betroffen gab sich die Veterinärmedizinerin Angelika Güldenstein, die in der Praxis schon immer die Idee vertrat, erst mal den Wurmbefall beim Tier zu checken, eh man zur Behandlung schreite. «Insofern war ich auch vom Umstand nicht überrascht, dass wenige Tiere an Wurmbefall leiden; überrascht hat mich, wie wenige Tiere von Würmern überhaupt befallen sind.»

Dass Microstech immer für eine Innovation gut ist, machte Schwarzentruber klar. Die Einführung des Wurm-Checks fürs Pferd steht bevor und – die Firma expandiert nach Deutschland und Österreich.

Impf-Check für Hund und Katz

Dass die junge Firma auch einen Impf-Check für Hund und Katze anbietet, ist mittlerweile schon fast nicht mehr revolutionär. Dieser ermittelt via Blutanalyse den sogenannten Titerwert. Dabei wird festgestellt, ob im Blut noch ausreichend Antikörper vorhanden sind, um den Körper vor einer Ansteckung mit bestimmten Krankheitserregern zu schützen, was gegebenenfalls eine Nachimpfung unnötig macht. Denn auch hier dringt Microstech in einen Bereich vor, der bislang von regelmässigen Interventionsintervallen bestimmt war. «Die meisten Nachimpfungen werden viel zu häufig angesetzt», so Nicola Di Maiuta, neben Caroline Conrad ein weiteres Gründungsmitglied von Microstech. Auch Di Maiuta stellte an diesem gut besuchten Anlass Neuerungen in Aussicht. Die zum Impf-Check notwendige Blutabnahme beim Tier soll durch den Halter durchgeführt werden können. Zudem soll das Analyse-Spektrum breiter werden, wodurch Antikörper mehrerer Krankheiten gleichzeitig nachgewiesen werden können.