Es könnte eine Aktion aus «Verstehen Sie Spass?» sein und auch Kurt Felix selig hätte die Chose seinerzeit im Teleboy präsentieren mögen, was die Aktion Fairmüllen der Stadt Olten heuer bereithält. Sprechende Mülleimer nämlich. Richtig: sprechende Mülleimer. Rund 20 dieser Dinger werden ab Mitte Juni auf städtischem Gebiet platziert.

«Mit Sicherheit an gut frequentierten Stellen», wie Renate Schwitter, Leiterin Administration Werkhof erklärt. «Sicher im Bifang, in der Altstadt», präzisiert sie. Die Idee des sprechenden Abfalleimers stammt aus der Feder der Werbeagentur «augenweide design GmbH» in Bellach, der langjährigen Partnerin in Sachen Fairmüllen. Dabei ist der sprechende Mülleimer keineswegs ein blosser Gag rund um die Sauberkeitsaktion der Stadt: Eine Untersuchung auf Schweden will nämlich belegen, dass sprechende Mülleimer mit bis zu 40 Prozent mehr Abfall «gefüttert» werden als ihre stummen Artgenossen.

«Danke oder Merci»

Was die Eimer bei ihrer «Fütterung» allerdings zu bemerken haben, ist auch für Renate Schwitter noch ein kleines Geheimnis. «Ich würde mal sagen, der Eimer sagt ‹danke› oder ‹merci›», lächelt sie, die sie ihrer sechsten Auflage von Fairmüllen entgegenblickt. «Ich fand die Idee eine ‹glatte Sache›.» Werden die Eimer aber zu stark frequentiert, so bleibt die freundliche Botschaft aus, wie Renate Schwitter weiter erzählt. Das sei technisch nicht anders zu lösen gewesen.

Neben dem sprechenden Mülleimer hat sich Renate Schwitter noch eine andere Neuheit einfallen lassen. Erstmals wird von Anfang Juni bis Mitte Juli vor dem Sälipark eine Litteringsäule, die laufend mit im öffentlichen Raum eingesammeltem Abfall angefüllt wird, platziert. Die Fassidee kam schon in Basel und Thun zum Einsatz», weiss Schwitter. Verbunden mit der Aktion ist eine Wettbewerbsfrage: Wieviel kg Abfall befindet sich am Ende der Aktion in der Säule?

Neben der Tatsache, dass die Wegwerfmeisterschaft unter den Schulkindern diesmal wegfällt, lebt Fairmüllen 2013 aber auch von andern bewährten Elementen. Mit dem Hol- und Bringtag auf dem Werkhof (morgen Samstag 9.00 bis 11.00 Uhr zum Bringen; 11.30 bis 13.30 Uhr zum Holen) startet die diesjährige Aktion, deren Ziel seit jeher die Sensibilisierung der Bevölkerung für Littering und illegale Abfallentsorgung war.

Plakate – stets ein Erfolg

Waren es im letzten Jahr noch die Belader, die als eigentliche Plakatattraktionen viel Zustimmung erhielten, so stehen diesmal eine gute Handvoll Oltnerinnen und Oltner im Zentrum des Plakats. Es gibt neben den «Litterern» auch jene, die ihren Abfall vorbildlich entsorgen und die dabei beobachtet wurden: ob sie Laura, Robert, Melanie, Ursula, Janik, Heinz oder Noël heissen – sie alle kommen aus Olten und haben sich der konformen Abfallbeseitigung vorbildlich angenommen. «Viele hats echt gefreut, dass ihr Konterfei künftig auf einem Plakat zu sehen sein wird», sagt Renate Schwitter. Überredungskunst habe es denn auch nicht viel gebraucht.

Fairmüllen aber lässt seine «Kunden» auch in deren Freizeit nicht los: selbst im Kino werden kurze Spots gezeigt, in denen ein Detektiv den Spuren verschiedener Abfallsünder nachgeht. Fairmüllen also steht vor der Tür: Und wer dabei einem sprechenden Abfalleimer begegnet: Nicht erschrecken, er meint es nur gut.