MenschOlten! – was bedeutet das? Wer steckt dahinter? Welche Wirkung geht von der Aktion aus? MenschOlten! benennt eine von den Oltner Kirchen formierte Arbeitsgruppe, welche alljährlich während der Fastenzeit aktiv wird und die Bevölkerung aufruft, einen finanziellen Beitrag zugunsten der benachteiligten Mitmenschen zu spenden. In diesem Jahr wird das Sammlungsergebnis einem Schulprojekt in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika zugutekommen.

Landesweite Kampagne

Die Aktion der Oltner Kirchen zur Fastenzeit ist in die landesweit geführte ökumenische Kampagne 2016 «Verantwortung tragen – Gerechtigkeit stärken» der Hilfswerke «Brot für alle», «Fastenopfer» und «Partner sein» eingebunden. Das zu unterstützende Projekt wird abwechselnd von einem der drei beteiligten Hilfswerke bestimmt. Heuer obliegt die Wahl dem christkatholischen Hilfswerk «Partner sein», welches 1972 auf Initiative des früheren Oltner Pfarrers Franz Murbach gegründet worden ist.

Mit dem Erlös der aktuellen Sammlung soll das Schulzentrum Shaloom in Bagira/Bukavo in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt werden. Es wird ein zweites Schulgebäude errichtet, nachdem der erste, von «Partner sein» und Latitude 21 (Fédération neuchâteloise de coopération au développement) mitfinanzierte, Trakt bereits im Vorjahr vollendet worden war. Der Neubau wird sechs Klassenzimmer umfassen und 300 Schülerinnen und Schülern Platz bieten.

Das Projekt wird von einem Sohn Franz Murbachs, Franz Peter Murbach, Ingenieur Agronom und Projektverantwortlicher beim Bundesamt für Statistik, geleitet. Die Grundschule stehe allen Schichten der Bevölkerung offen und werde von ihr auch hoch geschätzt, unterstützt und gepflegt, versichert die Projektleitung. Der Erlös der Oltner Sammlung geht notabene zu 100 Prozent an die Begünstigten, die Unkosten werden von den beteiligten Kirchgemeinden gemeinsam getragen.

Projekte in fernen Landen

Aber weshalb unterstützt MenschOlten! ausgerechnet ein Projekt in einem fernen südlichen Land, während hierzulande das Flüchtlingsproblem den Leuten unter den Nägeln brennt? Kai Fehringer, Pfarrer der Christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten, antwortet mit einer Gegenfrage: «Von wo kommen die vielen Flüchtlinge? Sie stammen mehrheitlich aus Ländern, wo der Bildungsstandard niedrig ist.»

So betrachtet, sei die Förderung der Bildung vor Ort ein wirkungsvoller Beitrag zur Milderung der Flüchtlingsproblematik. Womit auch ein Leitgedanke von «Partner sein» konkret wird: Die Projekte des Hilfswerks wollen die Bedingungen und Chancen in den jeweiligen Ursprungsländern verbessern, wie es einem effizienten und nachhaltigen Konzept der Entwicklungshilfe entspricht.

Indem das Projekt von «Partner sein» einheimischen Kindern eine Schulbildung ermöglicht und damit ihre Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung verbessert, ist es auch im Sinne der aktuellen ökumenischen Kampagne 2016: «Wo Gold den Glanz verliert», welche die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Goldminen und einen fairen Handel mit dem wichtigen Rohstoff im Fokus hat.

Start am 20. Februar

Die Ökumenische Kampagne 2016 beginnt am Samstag, 20. Februar, und endet am Palmsonntag, 20. März. Zur Eröffnung am 20. Februar malt die Künstlerin Kerstin Thiemann aus Lörrach vor der Stadtkirche ein Bild; nebst der improvisierten Staffelei warten ein Informationsstand über die ökumenische Fastenkampagne und die zu unterstützenden Projekte, ein Glücksrad und etwas zu trinken auf die Besucherinnen und Besucher.

In der ersten Februarwoche verteilen freiwillige Helferinnen und Helfer den Fastenkalender 2016 mit Informationen zur aktuellen Sammlung an alle Oltner Haushaltungen.