Adventliches Chill Out mit klassischer Musik: Die Gitarrenvirtuosen Michael Erni und Anton Kudryavtsev sorgten am Sonntagabend bei ihrem Oltner Konzert für Entspannung vom hektischen Alltagsstress und für viel vorweihnachtliche Freude. Beispielsweise mit den Ouvertüren zu zwei Opern des Erfolgskomponisten Gioachino Rossini, zu «La Gazza Ladra» und «Il Barbiere de Seviglia».

Rossini-Fieber vertieft

Ein italienischer Zeitgenosse Rossinis, Mauro Giuliano, hatte die Musikstücke für Konzertgitarre eingerichtet und verfolgte gleich einen doppelten Zweck. Einerseits schuf er mit seiner Bearbeitung glanzvolle Werke für die Konzertgitarre, die Ende des 19. Jahrhunderts ihr grosses Ansehen gewann.

Andrerseits vertiefte Giuliano – wie mit andern seiner Werke auch – das Rossini-Fieber, das damals halb Europa erfasst hatte. Das Gitarrenduo Erni/Kudryavtsev bewies mit seiner unbändigen Spielfreude, wie wunderschön diese Gitarrenstücke noch immer sind. Und dies nicht nur wegen der populären Rossini-Melodien, sondern nicht zuletzt auch wegen Giulianis kunstvollen Arrangements.

Musikalische Kostbarkeiten

Wie auf ihrer gemeinsamen CD «Gitarrenduo» spielten die beiden in Olten tätigen Musiklehrer auch einige weniger bekannte Kostbarkeiten. So gab es etwa Bravos und viel Applaus für das von Michael Erni für zwei Gitarren arrangierte «Recuerdos de la Alhambra», das der katalanische Gitarrist Francisco Tarrega 1896 komponiert hat – ein mitreissendes, rhythmisch akzentuiertes Stück im spanischen Stil.

Aber auch die «Sonate in D-Dur» des Mainzer Hofmusikers Christian G. Scheidler, das «Duo E-Dur» des neapolitanischen Gitarristen Ferdinando Carullis oder zum Konzertauftakt das beschwingt wirkende Andante aus dem «Konzert für zwei Mandolinen» des Venezianers Antonio Vivaldi gefielen in der subtilen Interpretation der beiden vorzüglich aufeinander eingestimmten Gitarrenkünstler, die sich meist mit einem raschen Blick zu verständigen wussten.

In knappen Ansagen stellte Michael Erni jeweils das nächste Werk vor. Beispielsweise drei Stücke des spanischen Spätromantikers Isaac Albéniz, die dieser ursprünglich für Klavier geschrieben hatte, die aber vor allem als Transkriptionen für Gitarre erfolgreich waren: «Cordóba», «Rumores de la Caleta» und der Bolero «Puerta de Tierra». Nicht fehlen durfte an diesem gehaltvollen Weihnachtskonzert «La Vida Breve» des Spaniers Manuel de Falla, Opernmelodien in der oft gespielten Fassung für zwei Gitarren.

Auch Zugaben mit Höhepunkten

Mit ihren Zugaben sorgten die beiden Musikvirtuosen Michael Erni und Anton Kudryavtsev nochmals für Höhepunkte. Sie erfreuten das Publikum mit zwei klassischen Tangos des Sängers Carlos Gardel, wobei im speziellen «Volver», die Titelmelodie des gleichnamigen Films von Pedro Almodóvar, auch heute noch vielen bekannt sein dürfte.