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Meinungen der Oltner Läden über den Sonntagsverkauf im Frühling sind geteilt

Würden einen Sonntagsverkauf im Mai oder Juni bevorzugen: Sandra Walter (links) und Tanja Kronenberg, Optikerinnen beim Brillenhändler Bartlomé.

Würden einen Sonntagsverkauf im Mai oder Juni bevorzugen: Sandra Walter (links) und Tanja Kronenberg, Optikerinnen beim Brillenhändler Bartlomé.

Der Sonntagsverkauf im Frühling stösst auf Zustimmung – einige Oltner Läden stören sich aber am Zeitpunkt April, denn viele Kunden kaufen lieber ein, wenn es wärmer ist.

«Grundsätzlich braucht es den Sonntagsverkauf nicht», ist Lisa Brändle vom «Chäsbueb» an der Kirchgasse der Meinung. Doch man müsse halt fast mitmachen, wenn die umliegenden Läden geöffnet sind, erklärt sie die Entscheidung, dennoch am ersten Sonntagsverkauf des Jahres teilzunehmen. Der Anlass könne an sich schon positiv sein, relativiert Brändle: «Dann müssten aber alle Läden geöffnet sein.»

Dass am ersten Sonntag im April nicht alle Ladenbetreiber mit von der Partie sind, bedauert auch Beat Plüss, Filialleiter des Herren-Globus: «Für die Stadt wäre es besser, einheitlich auftreten zu können.» Mit seinem Modegeschäft nimmt Plüss seit rund fünf Jahren an den Sonntagsverkäufen teil. «Die Stadt Olten kann sich damit gegenüber anderen Städten und Shoppingcentern profilieren», so Plüss.

Die Kunden würden denn auch hin und wieder bemängeln, dass nicht in allen Geschäften eingekauft werden kann, sagt Urs Bütler, Inhaber der Buchhandlung Schreiber. «Wenn der Sonntag als Verkaufstag schon angeboten wird, dann wäre es klug, wenn möglichst viele mitmachen würden.» Zwar sei ihm bewusst, dass der Sonntag bezüglich Umsatz vielleicht nicht so attraktiv ist. «Diese Denkart ist langfristig jedoch ungesund», so Bütler.

Besser kommunizieren

Umsatztechnisch sei der Sonntag im Frühling wohl nicht sehr ergiebig, meint auch Sandra Walter, Optikerin des Brillengeschäfts Bartlomé. «Die Verkäufe verteilen sich wohl einfach auf einen weiteren Tag.» Viele Leute hätten vom Sonntagsverkauf aber auch gar keine Kenntnis gehabt, merkt ihre Kollegin, Tanja Kronenberg, an. «In meinem Umfeld wusste praktisch niemand davon.» Die Kommunikation könne daher vielleicht noch verbessert werden.

Anders als bei längerfristigen Konsumgütern könne sich bei Waren wie Blumen ein zusätzlicher Verkaufstag durchaus direkt auf den Umsatz auswirken, meint Philipp von Arx, der an der Kirchgasse das Blumengeschäft von Arx betreibt. Aufgrund der kurzen Haltbarkeitszeit von Frischblumen würden diese eher spontan eingekauft.

Bei passendem Wetter wie am vergangenen Sonntag sei eine Ladenöffnung somit positiv. Noch idealer fände von Arx, wenn der erste Sonntagsverkauf des Jahres jeweils vor Ostern stattfände: «Dann kaufen die Leute auch noch Geschenke fürs Osterfest ein», wovon er als Blumenhändler profitieren könnte. Doch da seien die Bedürfnisse der verschiedenen Läden wieder unterschiedlich, ist sich von Arx bewusst.

Mai oder Juni bevorzugt

Andere Geschäfte würden denn auch einen späteren Zeitpunkt für den Sonntagsverkauf bevorzugen. «Man müsste vielleicht überlegen, ob man den ersten Verkaufssonntag nicht besser auf Mai oder Juni verschiebt», meint Optikerin Sandra Walter. Im April sei es an einem Sonntag doch eher ruhig.

Auch Buchhändler Bütler findet, der Frühlings-Verkaufssonntag sollte im Mai sein. «Im April ist es im Normalfall noch kalt und nass.» Diesmal habe man Glück gehabt.

Nicht mehr geöffnet hatte gestern der Sälipark, der sich mit dem Datum im April auch nicht mehr anfreunden konnte: «Dann ist der Modetermin bereits vorbei», meint Centerleiterin Vera Graf. Dies sieht Beat Plüss vom Herren-Globus anders: Gerade die Frühlingsmode verkaufe sich Anfang April optimal. «Viele Leute sind erst richtig motiviert, Frühlingskleidung einzukaufen, wenn sie aufgrund des warmen Wetters einmal anfangen, in ihren Winterkleidern zu schwitzen.»

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