Mein Olten
Wer für mich Olten bereichert

Martin Grütter
Martin Grütter
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Wer Freiwilligenarbeit leistet, wirkt bereichernd, findet unser Kolumnist.

Wer Freiwilligenarbeit leistet, wirkt bereichernd, findet unser Kolumnist.

Oliver Menge

Der Beitrag von Philippe Ruf in der Blickwinkelkolumne aus der NOZ-Ausgabe von Ende Juni hat mich inspiriert, mir auch ein paar Gedanken darüber zu machen, wer denn für mich Olten bereichert. Ohne den zweifellos zahlreich existierenden Oltner Persönlichkeiten eine Bereicherung für Olten absprechen zu wollen, so wird mein Olten durch eine Vielzahl teils in der Öffentlichkeit bekannter aber auch unbekannter Personen stark bereichert.

Dabei geht es den meisten weder um kommerziellen Erfolg noch um Prestige. Man handelt aus Spass daran, mit andern zusammenzuarbeiten, etwas auf die Beine zu stellen, etwas zu bewegen und dabei einfach ein gutes Gefühl zu haben. Viele leisten diesen Einsatz gratis, für einen Blumenstrauss oder eine Flasche Wein, ein Abendessen, einen Verpflegungsbon oder auch für einen bescheidenen finanziellen Zustupf, welcher kaum die Auslagen deckt.

Wir reden hier von Freiwilligenarbeit. Schweizweit beträgt der Wert dieser Arbeit über 30 Milliarden Franken pro Jahr. Auch in Olten werden unzählige Stunden zur Bereicherung unserer Stadt geleistet. Von der einfachen Nachbarschaftshilfe bis hin zu Grossveranstaltungen wird in Olten einiges zur Abwechslung auf die Beine gestellt. Da werden kleinere und grössere Kultur-, Sport- und andere Events von lokaler bis internationaler Ausstrahlung organisiert. Diese Veranstaltungen sind meist beste Werbung für Olten und die Region.

Olten ist eben nicht nur Bahnhof, Verkehr und Baustellen. Hinter vielen dieser Anlässe stehen Vereine, nicht nur Sportvereine, mit einer Organisation von zum Teil unzähligen Freiwilligen. Zudem verfügen die Vereine jeweils über einen mehrköpfigen Vorstand, welcher die Organisation leitet, Strategien entwickelt und umsetzt. Dazu wird viel Freizeit geopfert, wobei dies für die Betroffenen gewöhnlich gar kein Opfer darstellt.

Für mich zu den wichtigsten Personen, welche Olten bereichern, gehören all die Trainerinnen und Trainer unserer Sportvereine im Nachwuchsbereich. Woche für Woche stehen sie für eine oder mehrere Trainingseinheiten auf dem Sportplatz, in der Turnhalle oder anderen Sportstätten und sorgen dafür, dass unsere Kinder und Jugendlichen sich bewegen und dabei Spass haben. Oftmals sind sie für den Nachwuchs zusätzlich auch Ernährungsberatende und Kummerkasten. Dazu haben die meisten eine entsprechende Trainerausbildung absolviert und besuchen regelmässig Wiederholungskurse. Die kleine finanzielle Entschädigung deckt vielleicht gerade einmal die Ausrüstung.

Dabei geht es nicht nur um die Sportausbildung der Juniorinnen und Junioren. Nein, hier wird eine enorme – und ich behaupte unbezahlbare – Integrationsarbeit geleistet. Sport schafft Verbindungen über Sprach- und Kulturgrenzen hinaus, was für unser Zusammenleben eine überaus grosse Bedeutung hat. Nicht unerwähnt lassen möchte ich all die Schieds- und Wettkampfrichterinnen und -richter. Ohne die ordnende Hand auf dem Platz und die klaren Entscheidungen der Unparteiischen wäre ein faires Spiel oder Wettkampf nicht möglich. Folglich könnten ohne diese keine Sportveranstaltungen stattfinden. Auch diese Freiwilligen setzen viel Freizeit für ihr Hobby ein, denn nebst ihren Einsätzen erfolgt auch eine regelmässige Weiterbildung. Für ihre Leistung erhalten sie meist lediglich eine Zwischenverpflegung und eventuell eine Spesenentschädigung, welche kaum die Reisekosten deckt.

In meinem Olten wäre es also ohne das Engagement all dieser be- und unbekannten fleissigen Freiwilligen wohl ziemlich langweilig. Darum gebühren ihnen die Wertschätzung ihres Einsatzes und ein grosses Dankeschön.

Martin Grütter: Präsident IG Sport Olten, Däniken.

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