Oltner Tunnelportal

Mehrfamilienhaus darf nicht gebaut werden, weil es zu breit und angewinkelt ist

Das Verwaltungsgericht bestätigt den Entscheid der Oltner Baukommission, wonach auf dem Ostportal des Hausmatttunnels kein um sieben Grad abgewinkeltes Wohnhaus gebaut werden darf.

Das Verwaltungsgericht bestätigt den Entscheid der Oltner Baukommission, wonach auf dem Ostportal des Hausmatttunnels kein um sieben Grad abgewinkeltes Wohnhaus gebaut werden darf.

Nun hat das Verwaltungsgericht den Entscheid der Baukommission Olten bestätigt: Das geplante Mehrfamilienhaus auf dem Ostportal des Hausmatttunnels verstösst gegen das Eingliederungsgebot und darf nicht gebaut werden.

Sieben Grad sind dem Bauherrn zum Verhängnis geworden. Dieser plante auf dem Ostportal des Hausmatttunnels in Olten ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und rund 130 Quadratmetern Büroflache.

Die Krux: Er wollte das Gebäude der Flucht des Hausmatttunnels anpassen. Dies hat zur Folge, dass das geplante Mehrfamilienhaus eine Abwinkelung von sieben Grad im Vergleich zu den umliegenden Häusern des Quartiers Hinterer Steinacker vorweist.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn um Präsident Beat Stöckli, Frank-Urs Müller und Karin Scherrer ist in seinem Urteil vom Februar dieses Jahres zu folgendem Schluss gekommen: «Das Bauvorhaben verletzt, weil abgewinkelt und zu breit, das Eingliederungsgebot.»

Deshalb wies es die Beschwerde des Bauherrn ab und bestätigte damit den Entscheid der Baukommission Olten, die im Sommer 2013 das Baugesuch für das Mehrfamilienhaus abgelehnt hatte. Zudem brummte es dem Beschwerdeführer die Hälfte der Verhandlungskosten in der Höhe von 1600 Franken auf.

An der markierten stelle war ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen geplant.

An der markierten stelle war ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen geplant.

In seinem Urteil stützt sich das Verwaltungsgericht auf die Aussagen zweier Experten, die beim Augenschein Anfang Januar die Probleme der Statik sowie der Ästhetik unter die Lupe nahmen. Der Bauherr machte etwa geltend, dass wegen der Statik die Ausrichtung zwingend dem Tunnel angepasst werden müsse.

Bauingenieur Heinz Katzenstein nannte beim Augenschein Möglichkeiten, die Abwinkelung zu umgehen, etwa mittels Abfangplatte. Und Architekt Benedikt Graf urteilte zur Frage der Eingliederung: «Die Breite des Gebäudes passt eher nicht in das Quartier. Aus der Abwinkelung um sieben Grad gegenüber den anderen Bauten ergibt sich zudem eine Störung des Quartiers.»

Das BJD verlangte die Abwinkelung

Die Besonderheit dieses Falls ist, dass der Kanton Solothurn Grundeigentümer der betreffenden Parzelle, auf der das Mehrfamilienhaus geplant war, ist. Aus diesem Grund wurde die Beschwerde des Bauherrn in zweiter Instanz nicht vom kantonalen Bau- und Justizdepartement, sondern direkt vom Verwaltungsgericht.

Helmut Allemann vom Amt für Verkehr und Tiefbau des Bau- und Justizdepartements machte seinerseits beim Augenschein deutlich: «Die Abwinkelung ist eine Vorgabe von uns. Wir wollen, dass das Gebäude auf den Aussenwänden des Tunnels gebaut wird, um im Fall einer Sanierung einen bestmöglichen Zugang zum Hausmatttunnel zu erhalten.»

Nach dem negativen Entscheid des Verwaltungsgerichts stellt sich nun die Frage, wie es mit der Parzelle auf dem Tunnelportal weitergeht.

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