Der neue Bahnhofplatz in Olten ist für den Stadtpräsidenten Martin Wey ein «Jahrhundertprojekt». 60 Millionen Franken soll es Kosten, der Stadtrat ging bisher von einer Kostenbeteiligung der Stadt von 15 Millionen Franken aus. Diese Zahlen sind aber nicht definitiv, wie Stadtpräsident Martin Wey nach der Jahresmedienkonferenz am Montag ausführte.

Zuerst will der Steuerausschuss mit den betroffenen Projektpartnern SBB, Kanton Solothurn und Stadt Olten das Betriebs- und Gestaltungskonzept in den nächsten Monaten verabschieden. Danach möchte der Stadtrat dem Gemeindeparlament im Sommer/Herbst 2018 einen Projektierungskredit unterbreiten.

Wie hoch dieser ausfallen wird, ist allerdings noch nicht klar. Auch eine Mitwirkung der Bevölkerung ist geplant. Eine Volksabstimmung über das Millionenprojekt ist laut der Medienmitteilung der Stadtkanzlei für den «Zeitraum 2020/21» vorgesehen, die ersten Bagger sollen dann ab 2023 auffahren.

Beim Zeitplan in Verzug

Gegenüber den ursprünglich geäusserten Absichten ist die Planung um mehrere Jahre ins Hintertreffen geraten. In einer Stadtkanzlei-Mitteilung von Juli 2014 hiess es noch, dass erste Ausführungen bereits ab diesem Jahr geplant sind. Und an der Jahresmedienkonferenz Anfang 2017 wurde bekannt gegeben, dass der Projektierungskredit bereits im letzten Herbst, oder das Volk direkt diesen Frühling 2018 über einen Rahmenkredit befinden soll.

Bis Ende 2016 war das erwähnte Betriebs- und Gestaltungskonzept eigentlich erarbeitet. Nach einer Vernehmlassung unter anderem bei verschiedenen öV-Betrieben, den Verkehrs- und Behindertenverbänden sowie bei den Fachstellen der drei Projektpartnern zeigte sich, dass «eine Überarbeitung nötig war», wie die SBB auf Anfrage ausführt.

Ein externer Projektmanager wurde eingesetzt, «um Themen wie die Busführung auf Stadtebene inklusive Anordnung von Taxistandplätzen und Park+Ride-Parkplätzen, das unterirdische Parking und eine Kostenoptimierung zu bearbeiten», wie die Stadtkanzlei schreibt. «Derzeit sind die Projektbeteiligten daran, die Inputs im Rahmen einer Zwischenphase so aufzuarbeiten, dass das Betriebs- und Gestaltungskonzept anschliessend ab Sommer 2018 aktualisiert und veröffentlicht werden kann», schreiben die SBB auf Anfrage.

Der Bahnhofplatz soll umgebaut werden, weil er den Ansprüchen als überregionaler Verkehrsknotenpunkt nicht mehr genügt: Die Platzverhältnisse sind eng und es kommt zu Nutzungskonflikten zwischen Bussen, Autos und Fussgängern. Bis war angedacht, dass bei einer Erneuerung im nördlichen Teil ein neuer Busbahnhof entstehen, am Rand des südlichen Teils und in der Bahnhofstrasse neue Kurzzeitparkplätze und der Taxistand. Damit könnte auch die Kreuzung vor dem Bahnhofplatz neu gestaltet werden.

Zudem sollen auch einige Elemente des vom Volk abgesegneten 25-Millionen-Projekts Andaare umgesetzt werden: etwa eine neue Brücke für den Velo- und Fussverkehr, eine Verlängerung der Hardegg-Unterführung bis zur Aare und ein direkter Aarezugang ab der heutigen Bahnhofterrasse.

Der Grossteil des Projekts wird über das Agglomerationsprogramm Aareland der zweiten Generation finanziert. Die Elemente des Bahnzugangs sollen über den Ausbauschritt Step 2030/35 finanziert werden.