Eine frohe Botschaft für die rund 1300 Beschäftigten von SBB Immobilien und SBB Cargo in Olten: Deren Arbeitsweg zwischen Hauptbahnhof und Arbeitsort wird sicherer. Der Stadtrat hat auf Anfrage der SBB in seiner Sitzung vom 11. Dezember beschlossen, die Bahnhofstrasse und Swisscomgasse zur Begegnungszone umzugestalten. Kostenpunkt: Rund 26'000 Franken, die der Stadtrat via Nachtragskredit besorgt. Damit können die notwendige Signalisation und Markierungen angebracht werden. Die Bahnhofstrasse an sich ist in gutem Zustand, sodass sich aus städtischer Sicht keine weiteren Sanierungsmassnahmen aufdrängen. Die Umgestaltung angezeigt erscheinen lassen hat letztlich die Inbetriebnahme des SBB-Gebäudes Energy auf dem Belserareal.

Mehr Sicherheit für öV-Nutzer

Seither pendeln täglich an die 1300 Beschäftigte zwischen Hauptbahnhof und Arbeitsort. Viele der SBB-Angestellten nutzen den öV, sodass sich in den Stosszeiten beziehungsweise nach Ankunft oder vor Abfahrt der Züge auf der Bahnhofstrasse die Fussgänger drängen. Konfliktpotenzial ist programmiert, denn Langsam- und motorisierter Verkehr müssen sich den knappen Verkehrsraum teilen. «Dem Fussverkehr steht in der Bahnhofstrasse bislang eine ungenügende Infrastruktur zur Verfügung», stellt der Stadtrat deshalb fest. Keine durchgehenden Trottoirs, uneinheitlicher Strassenquerschnitt, Parkingzufahrten, Anlieferzonen. «Hinzu kommen», so der Oltner Stadtrat weiter, «unzureichende Sichtverhältnisse.»

Neues Regime mit Tempo 20

Mit der Einführung der Begegnungszone wird im Bereich Bahnhofstrasse und Swisscomgasse das Tempo-20-Regime wirksam. Geschwindigkeitsmessungen im Rahmen des Verkehrsgutachtens haben ergeben, dass im Wesentlichen das derzeit gültige Tempolimit von 50 km/h zwar gut eingehalten wird, aber unter Berücksichtigung der Gesamtsituation durchaus auch horrende Tempi gefahren werden. Messresultate vom Sommer 2017 zeigen Spitzengeschwindigkeiten von bis 85 km/h.

Es gibt viele Falschfahrer

Pikantes Detail: Was die Geschwindigkeitskontrolle ebenfalls ergab: Der Verkehr bewegt sich auch widerrechtlich in verbotener Fahrtrichtung. Laut Messungen fuhren an den acht Kontrolltagen insgesamt knapp 2100 motorisierte Fahrzeuge in die eigentlich verbotene Richtung. Die hohe Zahl an Falschfahrten sei mit dem Anlieferungsverkehr alleine nicht zu begründen, halten die Planer in ihrem Bericht fest.

Insgesamt gab es im untersuchten Zeitraum (Juni 2012 bis Mai 2017) vier registrierte Unfälle auf der Bahnhofstrasse und in der Swisscomgasse. Drei davon resultierten aus unangepasster Geschwindigkeit oder Vortrittsmissachtung und einer gehörte in die Kategorie der Selbst- oder nicht weiter zu kategorisierenden Unfälle. Dabei wurde ein Velofahrer leicht verletzt. Am Knoten Swisscomgasse/Bahnhofstrasse schliesslich ist eine Unfallkonzentration festzustellen.

Minimaler Zeitverlust für Autos

Durch die Umgestaltung resultiere für den motorisierten Individualverkehr wie Auto oder Motorrad ein minimaler Zeitverlust, hält der Stadtrat fest. Der sei aber aufgrund der Distanzen innerhalb dieser Begegnungszone absolut zu verkraften. Zu den weiteren Massnahmen gehört die Anpassung der Spiegel beziehungsweise die Installation von neuen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Ausserdem werden zur Verdeutlichung der Übergänge von übergeordneten Strassennetz zur Begegnungszone an den Einmündungen Torsituationen eingerichtet. Zudem sind die vorhandenen Fussgängerstreifen zu entfernen.; ebenso bestehende Leitlinien. Die Umgestaltung von Bahnhofstrasse und Swisscomgasse wird auf nächsten Frühling 2018 umgesetzt.