Vom Adventsmarkt im Klostergarten bleibt uns die Erinnerung an acht Ausgaben in einer besonderen Umgebung, die eine einzigartige Atmosphäre erzeugte. Etwas Wehmut auch, weil es kein neuntes Mal geben sollte und hier und da Befürchtungen bestanden, am neuen Standort in der Altstadt könnte es halt nicht mehr das Gleiche sein.

Nun, das ist es tatsächlich nicht mehr, aber die vergangenen vier Tage haben bewiesen, dass das nicht schlechter sein muss. Die Erstausgabe des Oltner Weihnachtsmarkts um den Ildefonsturm und im Oberen Graben brachte mehrheitlich zufriedene Gesichter.

Karin Schüpbach nutzte den Markt, um ihre eigene Firma für Bildung und Beratung bekannt(er) zu machen. Sie betrieb einen erheblichen Aufwand, um Workshops für 1 Franken anzubieten und das Gespräch mit den Besuchern zu suchen. «Die Präsenz hier war eine gute Erfahrung», bilanzierte sie und freute sich zudem, dank der Workshop-Kollekte «Denk an mich» einige hundert Franken spenden zu können.

Grosszügige Platzverhältnisse

Agatha und Samuel Minder aus Schwarzhäusern stellen den Direktvergleich an, denn sie waren im Klostergarten viermal dabei: «Die Ambiance dort war besonders, aber hier mit der Weihnachtsbeleuchtung der Stadt ist es auch sehr schön.» Die grosszügigeren Platzverhältnisse sind der Grund, weshalb Minders sich freuen über das Jetzt, statt der Vergangenheit nachzutrauern. Angetan sind sie von der Infrastruktur; die heimeligen Hüttli verfügen über Licht und Strom und damit alles, was Marktteilnehmende benötigen.

Und das zu einem attraktiven «Startgeld» von 350 Franken, da lässt sich durchaus ein Batzen verdienen. Verbesserungswürdig finden die Hobbykunsthandwerker die Signalisation. «Wir hatten den Eindruck, dass viele Besucher, die beim Turm gestartet sind, gar nicht wussten, dass es hier im Oberen Graben auch Marktstände gibt.»

Patrik Wyss aus Härkingen, der für die familieneigene Weihnachtsbaumfirma im Einsatz stand, findet die Verlegung des Markts eine Bereicherung für die gesamte Innenstadt. Wie das Ehepaar Minder würde er es jedoch begrüssen, wenn der Übergang vom Ildefonsplatz zum Oberen Graben nahtlos gestaltet werden könnte.

Start Weihnachtsmarkt Altstadt Olten 2017

Start Weihnachtsmarkt Altstadt Olten 2017

Roger Lang: «Anders, aber gut»

Ein Anliegen, das schwierig zu bewerkstelligen ist. «Wir können nicht einfach die Schaufenster der Läden mit Marktständen zupflastern», gibt Roger Lang zu bedenken. Lang, der Kopf des Markt-OKs, zieht eine positive Bilanz des viertägigen Anlasses. «Mit Ausnahme des Wetters am Sonntag verlief alles sehr gut. Klar, die Atmosphäre im Klostergarten war einzigartig, aber es ist auch hier gut. Es ist einfach anders.» Lang ist gespannt auf die Umsatzzahlen der Verpflegungsstände, deren Nettoerlöse wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden sollen.

Am Konzept will er festhalten. Er bevorzugt bei den Anbietern lieber Handwerkskunst als Handelsware und möchte keine zusätzlichen Verpflegungsstände aufnehmen. «Ich will kein Hubiäsch da oben, die Leute sollen dazu in die Beizen gehen.» Das taten sie reichlich; weniger am verschneiten und verregneten Sonntag, dafür am Donnerstag, Freitag und Samstag, als beträchtliche Besucherströme zu verzeichnen waren. «Für die Gastrobetriebe war das bombastisch», sagt Roger Lang. Als Kreuz- und Rathskeller-Wirt freut ihn das natürlich, doch weniger als der eigene Verdienst ist ihm die Belebung der Altstadt ein Anliegen.

Mit der Wehmut an vergangene Dinge ist es so eine Sache. Im Fall des Oltner Weihnachtsmarkts kann man beruhigt feststellen: Die schönen Erinnerungen an den Markt im Klostergarten bleiben, daneben aber haben die Freude über die gelungene Altstadt-Premiere und die Vorfreude auf die kommenden Jahre gäbig Platz.