Olten
Mehr Organisationsaufwand, weniger Ertrag: Corona beschert 23 Sternschnuppen ein Defizit

Die diesjährige Ausgabe des Oltner Kulturadventskalender 23 Sternschnuppen werten die Organisatoren trotz Corona als Erfolg: Via Livestream hätten zwei volle Kleintheater pro Abend die Veranstaltungen gesehen.

Fabian Muster
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Mit seinen Sandmalereien zu selbstkomponierter Musik vermochte der Künstler und Komponist Urs Rudin zu beeindrucken.

Mit seinen Sandmalereien zu selbstkomponierter Musik vermochte der Künstler und Komponist Urs Rudin zu beeindrucken.

zVg/Dieter Graf

Die Organisatoren des Oltner Kulturadventskalender 23 Sternschnuppen hatten wegen der Coronapandemie keine einfache Aufgabe: Sie mussten einen grösseren Organisationsaufwand in Kauf nehmen, weil immer wieder Änderungen am Programm oder bei der Zahl der zugelassenen Zuschauern nötig wurden. So startete die Kulturreihe zuerst mit 30 Leuten im Publikum, für einen Abend waren noch 15 Personen zugelassen, bis dann die strengere Bundesregelung die Kantonsvorgabe überflüssig machte und ab dem 12. Dezember gar niemand mehr in der Schützi Platz nehmen durfte. Und weil die Vorstellungen aus dem Kulturzentrum per Livestream übertragen wurden, brauchte es auch eine entsprechend professionelle Installation.

Trotzdem zeigt sich Co-Präsident Matthias Kunz vom Verein 23 Sternschnuppen zufrieden über die Ausgabe im Coronajahr 2020. «Es war eine tolle Sache.» Der mutige Entscheid, trotz Corona den Kulturadventskalender durchzuziehen, habe sich rückblickend gelohnt. Als Erfolg wertet Kunz vor allem, dass der tägliche Livestream ab 18.15 Uhr durchschnittlich rund 100-mal angeklickt wurde, mit Peaks von knapp 200 Nutzerinnen und Nutzer auf einmal. Gehe man davon aus, das mit jedem Gerät 1,5 Personen zugeschaut hätten, dann seien dies «zwei voll besetzte Kleintheater pro Abend», unterstreicht Kunz. Das seien deutlich höhere Streamingzahlen, als man erwartet habe, sagt er.

1. Dezember: Weniger und Egli
25 Bilder
Einige wenige Gäste kommen vor Ort in den Genuss der Sternschnuppe
2. Dezember: Jachen Wehrli
Die Übertragung benötigt einiges an Technik
3.Dezember: Remo Crivelli, Thomas Niggli und Nirmal Güntert
4.Dezember: Valsecchi & Nater
5.Dezember: Isabelle Favez mit einem Animationsfilm
6. Dezember: Tobias Heinemann hat das Publikum miteinbezogen.
7. Dezember: Viktor Del Ponte, Christian Bertschi, Christian Lienhard, Manuela Villiger, Peter und Heinz Schönenberger von BlasArt spielten die ganze Palette.
8. Dezember: Shirley Grimes und Wolfgang Zwiauer
9. Dezember: Kurt und Daisy
10.Dezember: Yumi Ito
11. Dezember: Trio RoSaTo
12.Dezember: Roman Wyss zusammen mit Simon Jäger
13.Dezember: Monika Fischer und Matthias Braschler
14. Dezember: Mirjam Barakar mit Thomas Niggli und Hansueli Trüb
15. Dezember: Künstlerduo «Gilbert und Oleg»
16. Dezember: Kathrin Altwegg
17.Dezember: Trio Chäslädeli
18. Dezember: Kathrin Bosshard
19. Dezember: Sgaramusch
20. Demember: Urs Mannhart
21. Dezember: Brigitte Hirsig
22. Dezember: Ruby State
23. Dezember: Sandmaler Urs Rudin

1. Dezember: Weniger und Egli

Dieter Graf

Zudem seien bereits Anfang Dezember alle 30 verfügbaren Sitzplätze für jeden Abend verkauft gewesen. Auch nach der Schliessung der Zuschauerreihen sei der Ticketpreis von fünf Franken nur von wenigen zurückgefordert worden. Dementsprechend positiv waren gemäss Kunz auch die Rückmeldungen aus dem Publikum.

Finanziell können die Organisatoren ebenfalls besser abschliessen als erhofft. Zwar rechnen sie mit einem Defizit. Doch dieses falle tiefer aus als angenommen. Die Einnahmen aus der Kollekte betragen rund die Hälfte im Vergleich zu den Vorjahren. «Hier rechneten wir nur rund mit einem Viertel der Einnahmen», sagt Kunz. Den Auftretenden haben die Organisatoren, hinter denen über 20 Kulturveranstalter aus Olten stehen, die übliche und damit keine reduzierte Gage bezahlt. Das sei nur möglich gewesen dank den treuen Sponsoren, aber auch dem Kulturzentrum Schützi, die für die 23 Vorstellungen einen «sehr fairen Preis» offeriert habe, bemerkt Kunz.

Bei der Programmgestaltung musste sich das Sternschnuppen-Team zum Teil sehr flexibel zeigen: Sie nahmen einen Chor mit rund zehn Leuten aus dem Programm, Künstler kamen wegen Quarantäne oder abgesagtem Zweitgastspiel nicht in die Schweiz, dafür mussten andere einspringen. Und auch für die Künstlerinnen und Künstler selbst war es gewöhnungsbedürftig, «ohne Publikum nur vor Kameras aufzutreten», sagt Kunz.