Messe in Olten
Mehr Aussteller, weniger Food-Stände: MiO soll keine «Fräss-Mäss» mehr sein

Am Freitag startet die Messe in Olten. Dieses Jahr gibt es wieder weniger Food-Stände, dafür umso mehr Gewerbe-Aussteller. «Niemand wird von einer ‹Fräss-Mäss› sprechen», ist MiO-Organisator Mike Zettel überzeugt.

Deborah Onnis
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Trotz finanziellem Gegenwind: Organisator Mike Zettel hat die MiO im Griff.

Trotz finanziellem Gegenwind: Organisator Mike Zettel hat die MiO im Griff.

Bruno Kissling

Nervös? «Vielleicht ein bisschen», ist die Antwort von Mike Zettel, Organisator der Messe in Olten (MiO), die dieses Jahr bereits am Freitag starten wird. Plantechnisch sei alles abgeschlossen. Dafür musste Zettel, der im Alleingang die ganze Messe organisiert, aber Schwitzen. Aufgrund der eingeschränkten Unterstützungsmittel der Stadt musste am MiO-Konzept gefeilt werden. «Der Aufwand war sicher doppelt so gross wie letztes Jahr», so Zettel. «Glücklicherweise stand der Stadtrat aber voll hinter der MiO und war auch offen, eine gemeinsame Lösung zu finden.» Diese hätten sie schliesslich auch gefunden. Immerhin müsse die MiO nicht für die Nutzung des öffentlichen Grundes zahlen und auch für zwei kleinere Gebühren nicht aufkommen. «Der Rest geht aber auf unsere Rechnung», so Zettel.

Trotzdem schreibe die MiO keine roten Zahlen; verzeichne aber auch keinen Gewinn. Das sei nicht weiter schlimm, da die MiO nicht gross gewinnorientiert sei. «Mir ist es wichtig, dass sich auch das lokale Gewerbe auf einer Plattform präsentieren kann.» 700 Franken zahlen die Aussteller für einen 3x3 Meter Zeltplatz. «Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu anderen etwa gleich grossen Messen.» Dies scheinen auch die Aussteller zu merken. Die Nachfrage nach einem Platz an der Oltner Gewerbe- und Publikumsmesse ist gross. «So gross, dass wir einige auf nächstes Jahr vertrösten mussten.» Alle 105 Standplätze sind vergeben. Einige sogar doppelt gebucht. Von den 109 Ausstellern sind über 90 rein gewerbliche – 31 mehr als letztes Jahr.

Not macht erfinderisch

«Wir sind am wachsen», sagt Zettel. Ziel sei es, einmal 140 Plätze anzubieten. «Grösser wollen wir nicht werden. Und auch niemandem den Platz ‹klauen›», sagt er mit Anspielung auf den Gemüse-Wochenmarkt, der dieses Jahr nicht stattfindet. «Wir hätten ihn gut in die Messe integrieren können.» Ausser vier der Gemüsehändler waren aber alle dagegen (wir berichteten). «Schade», sagt Zettel. Nächstes Jahr – da sei er sicher – werde man den Markt schon in die Messe einbauen können.

Quasi nach dem Motto «Not macht erfinderisch» fand Zettel durch die eingeschränkten Finanzen «sogar ein besseres Konzept», wie er sagt. Die traditionelle Tombola mit nur zehn Preisen wurde abgeschafft. Dafür gibt es eine neue Sach-Tombola mit über 3000 Sofortpreisen. «Es wird also viel mehr glückliche Gewinner geben», sagt Zettel lachend.

Um den Ruf als «Fress-Messe» loszuwerden, will Zettel seit letztem Jahr an der MiO konsequent die Zahl der Food-Stände kürzen. «Mit nur vier Food-Stände wird dieses Jahr niemand mehr die MiO als Plauschessen-Messe bezeichnen können», so Zettel. Dies heisse aber nicht, dass es an Verpflegungs- und Vergnügungsangeboten fehlen werde. Nebst den Festwirtschaften, deren Anzahl gleich geblieben ist, sind auf dem Gelände einige Angebote vorhanden, «um den Kopf zu lüften». Neben dem Kinderparadies und dem Ponyreiten gebe es zum Beispiel nach Messeschluss auf der MiO-Bühne jeweils ein Konzert. Neu wird es auch eine Modell-Helikopter-Show inklusive Lichteffekten geben.

Bis um Mitternacht dürfen die Besucher am Freitag und Samstag an der MiO verweilen. Am Sonntag bis um 22 Uhr und am Montag aus organisatorischen Gründen und aus Rücksicht auf die Anwohner nur noch bis 20 Uhr. Das sei aber völlig okay, da die MiO «eben keine ‹Party-Messe› ist».

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