Olten

Matthias Kissling: «Ich habe noch nie so was Komplexes organisiert»

Die beiden Satelliten S16 und S17 im Wohnzimmer der Familie Kissling.

Die beiden Satelliten S16 und S17 im Wohnzimmer der Familie Kissling.

Der Kunstverein Olten gestaltete eine Ausstellung der etwas anderen Art; Kunst in Privaträumen. Matthias Kissling hat die Seinen zur Verfügung gestellt.

Die dreiwöchige Ausstellung anlässlich des 100-Jahre Jubiläums findet nicht in einem Museum statt, sondern verteilt sich auf öffentliche und private Räumlichkeiten in ganz Olten. «Dadurch dass unser üblicher Ausstellungsraum im Stadthaus zurzeit besetzt ist, mussten wir nach anderen Lösungen suchen», erklärt Matthias Kissling. Er ist Vorstandsmitglied des Kunstvereins und hat sein Wohnzimmer für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Dort finden die Besucher die Werke von zwei Künstlern. Beim Eingang der Wohnung fällt der Blick sofort auf das Video, dass auf der linken Wand abgespielt wird. Das ist das Werk «Dance of the Chromosoms» der Basler Künstlerin Saskia Edens. Das Video besteht aus wissenschaftlichen Aufnahmen über die Teilung der Chromosomen, die auf einen Menschen, der im Wasser liegt, projiziert werden. Der Film, der dadurch drei verschiedene Bildebenen aufweist, wurde mit eigens dafür komponierter Musik hinterlegt.

Tönende Satelliten

Das zweite Werk befindet sich mitten im Wohnzimmer der Familie Kissling. Es sind zwei kegelförmige Satelliten des Künstlers Bruno Streich. Sie bestehen aus verschiedenen Holzfaserplatten, welche mit Bootslack überzogen wurde. Ausserdem hat es im Inneren der Satelliten Sensoren, die die Distanz der Betrachter messen. Wenn man nahe genug vor den Objekten steht, ertönt jeweils ein Geräusch aus dem Inneren. «Bei einem hört man das Meer rauschen und beim anderen war es ursprünglich Lärm einer Baustelle. Meine Töchter meinten aber beim Aufbau, dass das Geräusch der Meerschweinchen, die wir als Haustiere haben, besser zum Meer passen würde. Weil ihm die Idee, ein für die Wohnung typisches Geräusch miteinzubeziehen, auch gefiel, überarbeitete Bruno Streich den Tonträger noch einmal», erzählt Matthias Kissling lachend. Da die beiden Satelliten zerlegbar sind, konnte der Künstler die Einzelteile mit dem Lift in die Wohnung bringen und innerhalb von ungefähr drei Stunden aufbauen.

Künstler konnten auswählen

Um die verschiedenen Ausstellungsmöglichkeiten haben sich die Mitglieder des Kunstvereins gekümmert. Bewusst wurden den Künstlern zu viele Räume zur Verfügung gestellt, damit diese auswählen konnten, in welchem sie ihre Kunst gerne ausstellen möchten. Einige haben dann genau für ihren entsprechenden Raum Werke kreiert. So zum Beispiel die Arbeit «Haltlos» von Verena Thürkauf, welche sich im Treppenhaus des Gebäudes an der Ziegelfeldstrasse 15 befindet.

Die Künstler, die zum Teil aus der Region stammen, wurden von der Kuratorin Esther Spycher kontaktiert. «Wir hatten noch nie so eine komplexe Ausstellung mit so vielen verschiedenen Künstlern», ist sich Kissling sicher. Daher war es für den Kunstverein wichtig, eine erfahrene Kuratorin im Boot zu haben.

Kunst an ganz alltäglichen Orten

Interessant sei die Tatsache, dass die verschiedensten Menschen die Ausstellung besuchen. «Der Unterschied zu einer Ausstellung im Museum ist, dass die Leute anders auf die Werke zugehen. Sie sehen, dass Kunst auch an einem ganz normalen Ort stattfinden kann. Von daher besuchen auch sehr unterschiedliche Leute die verschiedenen Orte in der ganzen Stadt», sagt Matthias Kissling. Dennoch hätten die Besucher manchmal Hemmungen, die privaten Räumlichkeiten zu betreten. Dafür werden drei Mal pro Woche geführte Spaziergänge mit der Kuratorin Esther Spycher angeboten.

Öffnungszeiten Kammerspiel:noch bis 14.9.14, Freitag 17 - 20 Uhr, Samstag und Sonntag 14 - 17 Uhr

Anlässe an der Römerstrasse 5:

6.9.2014, 15 bis 17 Uhr: Hausmusik Rolf Strub, Voc & Zugemüse, André Tihanov, G, Robert Weder, P

13.9.2014, ab 18.30 Uhr: Spaghetti zum Essen – ein Haus zum Trinken.

Anmeldung bis 6. September 2014 (beschränkte Platzzahl) per E-Mail an:

andrea.nottaris@bluewin.ch

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