Olten
Märlitheater Fidibus hinterliess im Stadttheater ein verzaubertes Publikum

Das Ensemble des Märchentourneetheaters Fidibus war mit Grimms Rumpelstilzchen am Sonntagnachmittag in Olten zu Gast und begeisterte vor ausverkauftem Haus das grosse und kleine Publikum.

Madeleine Schüpfer
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«Rumpelstilzchen» nach den Brüdern Grimm begeisterte im Stadttheater. Markus Müller

«Rumpelstilzchen» nach den Brüdern Grimm begeisterte im Stadttheater. Markus Müller

Markus Müller

Märchen haben auch heute noch ihren besonderen Zauber. Das Fidibustheater wurde 1986 in Basel gegründet und feiert nach wie vor seine Erfolge.

Regie führt mit viel Flair für Kindertheater Sabina Rasser. Auch diese Inszenierung von «Rumpelstilzchen» wurde liebevoll und höchst professionell präsentiert, sodass die Kinder durch die geschickt eingebauten Begegnungen mit Fidibus als amüsante Rahmenfigur, glänzend gespielt durch Stefania Maria Bernet, in die Handlungen miteinbezogen wurden.

Es lebte einst ein Müllermeister

Da lebte einst ein Müllermeister, der es mit der Ehrlichkeit überhaupt nicht genau nahm und als grandioser Angeber dafür verantwortlich war, dass seine reizende Tochter Rebecca, fesselnd dargestellt durch Ramona Fattini, aus Stroh Gold spinnen musste, weil er dies dem König so vorschwindelte. Im ersten Bühnenbild tauchte man ein in einen höchst romantisch ausgebauten Krämerladen des Müllers und erlebte nebst Fidibus den lügnerischen Müller, interpretiert mit Witz, manchmal fast ein wenig zu überspitzt in den Bewegungen, von Mischa Löwenberg. Köstlich spielte auch Rahel Roy den Hofburschen Stipizi und Roland Münzel-Neuss den ständig niesenden Hofschneider Schnupfi.

Da der König verarmt war, suchte er verzweifelt nach der Möglichkeit, etwas Reichtum zu erlangen. So kam ihm die Gold spinnende Rebecca wie gerufen. Doch der Schein trügte. Rebecca sass verzweifelt in ihrer dunklen Kammer und wusste nicht, wie sie vorgehen sollte, um aus Stroh Gold zu spinnen. Da kam die Rettung durch das Wurzelmännchen, das sich bereit erklärte, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn es dafür vorerst die goldene Kette, dann beim zweiten Mal den Fingerring erhalte. Und als des Goldschmuckes immer noch nicht genug war, wollte das Männlein Rebeccas erstes Kind, da sie ja den König heiratete. Sie willigte, wenn auch weinend ein.

Dunkler Schatten

So wurde Hochzeit gefeiert, der König , gespielt durch Mischa Löwenberg, freute sich nicht nur über das Gold, sondern auch über die hübsche Braut, und dem glücklichen Paar wäre nichts mehr im Wege gestanden, wenn nicht der dunkle Schatten des Wurzelmännchens über ihrem Glück gehangen hätte. Claudia Balatti spielte dieses Wurzelmännchen mit Namen Rumpelstilzchen mit unglaublicher Intensität, witzig und geheimnisvoll, in wunderschönen Bewegungen.

Bühnenbild: Märchenhaft

Märchenhaft wirkte das Bühnenbild im Schlosssaal, spannend war auch als Rumpelstilzchen seinen Namen verplapperte. Ein Höhepunkt dann Rumpelstilzchens Wut, als es erkennen musste, dass es verloren hatte und die Königin ihr Kind behalten durfte.

So fand das Märchen zur Freude der Kinder im Theater sein gutes Ende. Grimms Märchen bleiben modern, weil wir alle unsere Kindheitsträume nie ganz ausgeträumt haben und in jedem Märchen ein Stück Weisheit steckt, die real und surreal zugleich ist.