Olten

Marktfahrer nach erstem Wochenmarkt light: «Es ist sehr gut gelaufen»

Strenges Regime vor einem Marktstand während des Standverkaufs am Donnerstag.

Strenges Regime vor einem Marktstand während des Standverkaufs am Donnerstag.

Der Wochenmarkt light auf der Oltner Kirchgasse, der nicht mehr so heissen darf, kommt gut an – mit einer Ausnahme.

Seit diesem Donnerstag gibt es in Olten trotz Notstand wieder einen Wochenmarkt mit fünf Ständen, jeweils donnerstags und samstags von 8 bis 11.30 Uhr in der Kirchgasse. In der Medienmitteilung vergangene Woche war dieser von der Stadt noch als «Wochenmarkt light» angekündigt worden. Mittlerweile hat die zuständige Abteilung Ordnung und Sicherheit das Wording angepasst: Neu heisst der Anlass «Standverkauf von Hofprodukten», wer die Mitteilung auf der Stadtwebsite nachliest. Der Grund nennt Abteilungsleiter Franco Giori: Der kantonale Sonderstab Corona hätte darauf hingewiesen, den Begriff zu ändern, um nicht zu viele Leute anzuziehen.

Tatsächlich war die Kirchgasse diesen Donnerstag so bevölkert, wie seit dem Notstandsregime Mitte März nicht mehr. «Das Bedürfnis der Leute war offensichtlich da», sagt Giori. Aus seiner Sicht waren fast zu viele Leute unterwegs.

Die Marktfahrer zeigten sich denn auch grösstenteils zufrieden mit dem Verkauf. «Es ist sehr gut gelaufen», sagt Dominik Hess vom Rintelhof aus Trimbach, der allerdings erstmals nach der Winterpause wieder seine Produkte feilbot. Er hatte kurz vor elf Uhr einen Grossteil seiner Ware verkauft und eigentlich zu wenig mitgenommen. Ähnlich äussert sich Cornelia Niklaus, Angestellte des Gruebackerhofs aus Wangen bei Olten: «Wir haben tendenziell zu wenig Ware mitgebracht.» Es war aus ihrer Sicht aber auch schwierig abzuschätzen, wie gut der Verkauf laufen würde. Und Landwirt Andreas von Arx aus Winznau zeigt sich «den Umständen entsprechend zufrieden», wie er sagt. Von Arx, der keinen eigenen Hofladen betreibt, konnte so seine erntefrische Ware loswerden. Einzig mit dem Standplatz «um die Ecke» vor dem Coop City war er nicht glücklich. Für die Einhaltung der Vorschriften des Bundes waren die Standbetreiber selbst verantwortlich. Die meisten Marktfahrer hatten mit Klebeband eine Linie vor ihrem Stand markiert, hinter welcher die Kunden warten sollten. «Die Leute waren sehr diszipliniert», sagt Hess.

Die befragten Passanten freuten sich ebenso über die Stände. Was nicht gut ankam, war der Umstand, dass der abgespeckte Wochenmarkt nun auch samstags auf der Kirchgasse stattfindet – seit Jahren ein Politikum in Olten. «Das ist ein Affront und fast schon provokativ», sagt Käthi Vögeli von der rechten Stadtseite. In ihren Augen hätte es auch im Bifangquartier Platz gehabt, die fünf Stände in genügendem Abstand zu verteilen. Franco Giori zeigt für die Kritik Verständnis, sagt aber dazu, dass es in diesen Krisenzeiten «zumutbar ist, in die Innenstadt zu kommen». Zudem sei vorgängig nicht klar gewesen, wie gross das Bedürfnis nach einem solchen Standverkauf überhaupt wäre. Der Aufwand sollte laut Giori so tief wie möglich gehalten werden, zudem sei die Bifangstrasse doch relativ schmal, um für genügend Abstand zu sorgen.

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