Olten

Markt in Olten: Vielleicht wird Solothurn zum Vorbild

m Winterhalbjahr könnte ein neu lancierter Samstagsmarkt probeweise auf der Kirchgasse (im Bild) stattfinden.

m Winterhalbjahr könnte ein neu lancierter Samstagsmarkt probeweise auf der Kirchgasse (im Bild) stattfinden.

Der Vorstoss Philippe Ruf bringt in Olten Bewegung in der Marktfrage; er möchte samstags einen zusätzlichen Markttag an der Kirchgasse.

«Der Stadtrat wird gebeten, einen zusätzlichen Markt am Samstagmorgen auf der Kirchgasse anzubieten.» In der begründeten Motion von Parlamentarier Philippe Ruf (SVP) etwa steht weiter zu lesen, ein Markt am Samstagmorgen könne die Innenstadt zusätzlich beleben. «In andern Städten, etwa Solothurn», so Ruf, «ist der Markt in der Innenstadt sehr begehrt und macht die Stadt attraktiv.» Solothurn als Vorbild, sozusagen. Darüber hinaus pflegen aber auch Langenthal, Zofingen und Aarau zweimalige Wochenmärkte am gleichen Standort.

Die Kirchgasse wird viel benutzt

Dass die Umsetzung seiner Idee keine einfache ist, ist für Ruf kein Geheimnis. «Mir ist bekannt, dass auf der Kirchgasse regelmässig Veranstaltungen stattfinden.» Deswegen hat er seinem Vorstoss auch gleich mögliche alternative Standorte hinzugefügt, die situativ als Ausweichmöglichkeiten dienen könnten: Altstadt, Ildefonsplatz, Munzingerplatz. Allenfalls könnte sich Ruf vorstellen, den Markt im ungünstigsten Fall ausfallen zu lassen. «Dies könnte der Stadtrat in eigener Kompetenz verfügen», so Philippe Ruf.

Die gegenwärtige Oltner Marktordnung sieht jeweils donnerstags auf der Kirchgasse und samstags im Bifang (seit 1945) einen Markt vor. Ruf möchte dieses Angebot durch den Samstagsmarkt auf der Kirchgasse ergänzen. Deshalb vermag ihn die stadträtliche Antwort auch nicht ganz zu befriedigen. Denn der Stadtrat zieht unter gewissen Bedingungen in Betracht, probeweise für ein Jahr in der kalten Jahreszeit ausschliesslich einen grossen Samstagsmarkt auf der Kirchgasse zu initiieren, während in der Veranstaltungssaison (Mitte Mai bis Ende August) die bisherige Marktordnung zum Tragen käme. Eben nicht zwingend die Intention Rufs: «Ich will niemandem einen Markttag wegnehmen», hält der Parlamentarier fest.

Motion zu Postulat? Noch nicht entschieden

So weit ist's auch noch nicht. Denn bleibt es bei der Motion, empfiehlt der Stadtrat, diese als nicht erheblich zu erklären. Die vom Stadtrat angedeutete Probephase ist nämlich davon abhängig, ob Ruf seinen Vorstoss in ein Postulat umwandeln will, welches den Stadtrat zur Prüfung des Anliegens veranlasst. «In dieser Frage bin ich noch unentschlossen», gesteht Ruf. Von der parlamentarischen und der öffentlichen Debatte verspricht er sich allerdings Klärung. Dem Stadtrat stellt er ein gutes Zeugnis aus: «Die Motion hat er gründlich abgeklärt und die wichtigen Mitspieler, Marktfahrer und Gewerbevertretende, in die Entscheidungsfindung einbezogen.»

Marktfahrer mit aktueller Regelung sehr zufrieden

Die Marktfahrer haben an der im Juli abgehaltenen Marktfahrerkonferenz zum Ausdruck gebracht, mit der aktuellen Situation sehr zufrieden zu sein. Im Übrigen halten sie nichts von der Idee, den Donnerstagsmarkt durch den Samstagsmarkt abzulösen. Viel eher schlagen sie vor, den bisherigen Donnerstagsmarkt auf einen anderen Tag zu verschieben, da die beiden Märkte auf der Kirchgasse sonst zeitlich zu nahe beieinander liegen würden. Auch die Option, im Bedarfsfall den Samstagsmarkt umzuplatzieren, halten sie für ungünstig. Ein Umplatzierung bringe bekanntermassen markante Einbussen mit sich. Pikanterweise erachten sie die Idee eines Samstagsmarktes auf der Kirchgasse aber für gut, halten jedoch die Umsetzung als nicht wahrscheinlich oder gar möglich.

Dezidierte Meinung im Gewerbe

Tendenziell eher für einen einzigen Markttag spricht sich Gewerbe Olten aus. Nach der Versuchsphase soll man sich nach Einschätzung des Präsidiums auf einen Marktplatz konzentrieren. Zudem, so steht in der Antwort des Stadtrates zu lesen, hofft das Gewerbepräsidium, dass sich Olten und seine Einwohner als eine Stadt sehen. Grossmehrheitlich befürworten die Gewerbetreibenden in einer durchgeführten Umfrage einen Samstagsmarkt auf der Kirchgasse, lehnen eine zeitgleiche Kombination Kirchgasse/Bifang ab und wollen auch keinen Terminabtausch.

Der Vorstoss Ruf erinnert in seiner Forderung an die Quadratur des Kreises. Der Parlamentarier könnte auch mit nur einem samstäglichen Wochenmarkt leben, also jenem auf der Kirchgasse. Aber: «Eine solche Lösung ist für mich nur dann akzeptabel, wenn auch die Involvierten des Bifangmarktes damit einverstanden sind. Denn wie gesagt: Ich will niemandem einen Markttag wegnehmen.»

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