«Är molet, wöu er muess / nid wöu er öppis wott erreiche / nid wöu er süsch nid wüsst was mache / nei, är molet wöus ne tribt / wöu er öppis gseht / oder öppis ahnet / oder öppis gspürt / wo ne zwingt / en Usdruck z sueche.» So charakterisiert Mundartautor Pedro Lenz seinen Freund und Kunstmaler Jörg Binz in seiner Vernissage-Rede, die er gestern Abend vor rund 150 Gästen im Restaurant des Kantonsspitals Olten hielt. «Ich bin viel in seinem Atelier», sagt Lenz und bezeichnet ihn als einen der «interessantesten Maler», weil er auch das Abgründige darstellt.

Das macht Binz etwa in seinem Bild mit dem Titel «Die Geheimnisse des Mister X», auf dem er einen bekleideten Männeroberkörper mit einem nackten Frauenunterleib zeigt (auf dem Foto ganz links) und so den Interpretationen des Betrachters freien Lauf lässt. In seiner ersten Ausstellung im Kantonsspital Olten, die frei zugänglich ist und bis zum 14. Dezember dauert, gibt es einen Querschnitt aus seinem Schaffen zu sehen: 80 Bilder aus den 1970er-Jahren bis heute mit Techniken wie Aquarell, Bleistift oder Öl können in den Gängen und im Restaurant angeschaut werden. Darunter gibt es Aktbilder, Selbstporträts, aber auch ein Bild von seinem Freund Pedro Lenz.

Sie seien sich «auf Anhieb sympathisch» gewesen, sagt der 74-jährige Binz über den 21 Jahre jüngeren Künstlerfreund. Sie hätten einfach einen «guten Draht» miteinander, erwidert Lenz. Auch Letzterer hat ihn schon in einem Werk verewigt: Im Mundartroman «Di schöni Fanny» ist eine der beiden Maler-Hauptfiguren von Binz inspiriert.