Kultur- und Stadtmagazin

Magazin «Kolt» zeigt, dass es Olten in sich hat

Matthias Sigrist (links) und Yves Stuber sind die Verleger und Gründer des Magazins «Kolt».

Matthias Sigrist (links) und Yves Stuber sind die Verleger und Gründer des Magazins «Kolt».

Das Oltner Kultur- und Stadtmagazin «Kolt» gibt es bereits seit fünf Jahren. Das Magazin berichtet monatlich über Menschen aus Olten und kulturelle Anlässe aus der Region. Das Magazin nimmt kein Blatt vor den Mund.

Seit fünf Jahren gibt es in Olten ein Magazin, das sich dem Oltner Kultur- und Stadtleben widmet: «Kolt» erscheint monatlich und berichtet einerseits von Menschen, die in Olten wohnen oder einmal dort lebten. Andererseits stellt es kulturelle Anlässe sowie Literatur, Filme und Musik aus der Region oder der Schweiz vor. Auch an Bildern spart «Kolt» nicht. Das Ziel ist, dem Leser etwas zu bieten und ihm damit sowohl hochqualitative Fotografien als auch spannende Texte zu Themen rund um Olten zu liefern.

Den Verlag führen Yves Stuber und Matthias Sigrist, Nathalie Bursac die Redaktion. Stuber und Sigrist sind von Anfang an dabei, Bursac seit November des vergangenen Jahres. Sie übernahm den frei gewordenen Posten der Redaktionsleitung, welcher vor rund zwei Jahren geschaffen wurde. Da sie ausgebildete Journalistin ist, verteilen sich die Aufgaben der drei entsprechend: Bursac verteilt die Themen an die freien Journalisten und schreibt selber Texte, während Stuber für die visuellen Arbeiten und Sigrist für die Administration zuständig sind. Mit dieser Verteilung machen sie gute Erfahrungen.

Viel zu schreiben in Olten

Zusammen gründeten Yves Stuber und Matthias Sigrist die Zeitschrift. Der Name «Kolt» setzt sich zusammen aus «Kultur» und «Olten». Im Oktober 2009 erschien die erste Ausgabe. Die beiden jungen Männer entdeckten bei der Ausarbeitung des Konzepts, dass es über Olten viel zu schreiben gibt: «In Olten gibt es ein breites Kulturleben, sowohl auf internationaler, wie auf nationaler Ebene», meint Sigrist. «Olten hat zum Beispiel das Stadttheater und zwei weitere Kleinkunstbühnen, das ist für eine Kleinstadt nicht selbstverständlich.

Ferner gibt es viele interessante Köpfe, die in Olten wohnen oder einmal hier gelebt haben.» Die Themen sind ihnen auch jetzt im fünften Jahr nicht ausgegangen. Sie machen Kultur nicht nur an Veranstaltungen und Kunst fest: So finden auch religiöse, sportliche und politische Themen sowie Kolumnen in ihrem Magazin Platz.

Kultur ist für sie das gemeinsame Wohnen in einem Raum, in diesem Fall: Olten. Im Weiteren haben sie eine für die Stadt einmalige Agenda geschaffen, die alle Anlässe der Stadt auflistet.

Kein Blatt vor dem Mund

Das Magazin nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Geht es um Politik, werden auch kritische und direkte Fragen aufgeworfen. «Kritisch zu sein, ist die Verantwortung eines jeden Journalisten», findet Sigrist. Da «Kolt» monatlich erscheint, sind gewisse Grenzen gesetzt: Über Themen, die von der Aktualität leben, kann nur selten berichtet werden. Das unterscheidet ein Monatsmagazin von einer Tageszeitung.

Seit der Gründung konnte das Magazin inhaltlich und layouterisch wachsen und hat an Professionalität gewonnen. Schon von Anfang an war für Sigrist und Stuber Qualität ein Anliegen: «Wir wollen unseren Lesern ein Erlebnis bieten. Damit eine Zeitschrift überhaupt gelesen wird, ist Qualität Voraussetzung.» Wer die neusten Ausgaben von «Kolt» durchblättert, wird feststellen, dass er ein kleines Kunstwerk in Händen hält, das auch auf gute Papierqualität Wert legt.

Die Qualität hat ihren Preis

Eine Ausgabe kostet den Verlag viel, doch das ist es Sigrist und Stuber wert: Um «Kolt» zu finanzieren, braucht es Inserate und Medienpartnerschaften. Auch die Leserschaft ist entscheidend, dass «Kolt» weiterhin existieren kann. Bei einer Auflage von rund 1800 Exemplaren lesen ungefähr 4500 Personen das Magazin.

Gemäss der Verlagsleitung leben rund 80 Prozent davon in Olten oder der nahen Umgebung. Ein Jahresabonnement kostet 60 Franken, eine Ausgabe
6 Franken. Für das, was das Magazin bietet, ein tiefer Preis. «Das allgemeine Alter der Leserschaft bewegt sich zwischen 25 und 50 Jahren», meint Sigrist.

Klar ist: Durch «Kolt» können sich weder die Herausgeber noch die freien Journalisten und Fotografen den vollen Lebensunterhalt verdienen. Alle haben noch einen anderen Beruf, dennoch gibt es ein Salär: «Man arbeitet, also soll man auch bezahlt werden», sagt Sigrist. Er betont: «Aber es ist mehr ein Taschengeld. ‹Kolt› ist vor allem ein Sprungbrett für Schreiberlinge und Fotografen: Wir fördern
Talente.»

Erstaunlich ist, dass alle Ausgaben von A bis Z online auf ihrer Homepage zu finden sind: «Wir haben uns schon überlegt, ob wir dieses Angebot aufrechterhalten», sagt Sigrist. «Aber es ist Werbung. Und was sicher ist: Es ist nicht derselbe Genuss, das Magazin online zu lesen. ‹Kolt› muss man anfassen.»

Im März wird die 50. Ausgabe von «Kolt» erscheinen. Die Herausgeber blicken motiviert in die Zukunft, denn Stoff gibt es genug. Für sie könnte es gut eine 100. Ausgabe von «Kolt» geben.

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