Nach über zehn Jahren sei die Landumlegung bald abgeschlossen, sagte Max Zülli, Präsident der Flurgenossenschaft, zur Landumlegung Region Olten (LRO) an der diesjährigen Generalversammlung in Kappel.

Vor zwölf Jahren entschied man sich im Rahmen der Verkehrsentlastung der Region Olten zu einer Neuordnung der vielen teils kleinflächigen Grundstücke in den Gemeinden Gunzgen, Hägendorf, Kappel, Olten, Rickenbach und Wangen.

Ziel ist eine Umlagerung der Grundstücke, die den betroffenen Landwirten eine effizientere Nutzung ihrer Landeigentümer ermöglichen soll. Denn manche Bauern besitzen in mehreren Gemeinden verteilt liegende Flächen. Dabei wird auch das Flurwegnetz angepasst, Wege werden neu erschaffen oder renoviert.

Die noch ausstehenden Etappen beinhalten etwa den Neu- und Umbau mehrerer Dutzend Flurwege, die Erschliessung eines Stallneubaus sowie die Sanierung einer Drainage. Teils werden die Projekte noch öffentlich aufgelegt, teils sind erste Schritte davon bereits ausgeführt. Auf andere wird wegen neuer Umstände auch verzichtet.

«Ich habe mir ja zum Ziel gemacht, mit der Landumlegung fertig zu sein, wenn ich 70 bin», sagte Zülli zur aktuellen Verzögerung der Landumlegung. «Jetzt mache ich bereits ein Jahr Überzeit.» Eine Dauer, die nicht alle Versammlungsbesucher zufriedenstellt. Man sei nun eigentlich bereits vier Jahre länger mit der Umlegung beschäftigt, als ursprünglich geplant, monierte ein Besucher. Zu Beginn habe man von acht Jahren gesprochen. «Macht einmal fertig!», lautete daher die Forderung des leicht aufgebrachten Mannes.

Zülli wies darauf hin, im Vergleich mit Güterumlegungen in anderen Regionen zeitlich «gut unterwegs» zu sein. In anderen Fällen dauerte dies gar 20 oder 30 Jahre. «Wir geben uns ganz fest Mühe, so schnell wie möglich zum Schluss zu kommen.» Es sei noch mit einem oder zwei Jahren zu rechnen.

Dass die Umlegung länger als geplant braucht, erklärte Zülli mit der grossen Fläche: Fünf Quadratkilometer, die rund 300 Eigentümern gehören. Die Bauetappen müssten zudem immer wieder öffentlich aufgelegt werden. Einsprachen können erhoben werden, die das Projekt verzögern.

Zusätzliche Kosten von rund 70 000 bis 100 000 Franken wird der Genossenschaft die Sanierung des oberen Teils des Kappeler Höhliwegs verursachen. Davon seien jedoch mindestens 77 Prozent durch Subventionen gedeckt. Dennoch gab die vom Vorstand beantragte Aufnahme des bislang «aus unbekannten Gründen» nicht einbezogenen Teilstückes ins Beizugsgebiet der Flurgenossenschaft zu reden. «Das hat immer mit Kostenfolgen zu tun», beschwerte sich ein Anwesender.

Er habe Mühe damit, dass man jedes Jahr wieder neue Stücke hinzufüge. «Ich zahle auch nicht gerne mehr», sagte ein anderer. Der Sanierung des zusätzlichen Wegstückes sei aber aus Solidarität mit Kappel zuzustimmen, in anderen Gemeinden seien solche Wege auch erneuert worden. Die Versammlung bewilligte die Erweiterung schliesslich mit drei Gegenstimmen.

Im Gegensatz zum vorangehenden Rechnungsjahr sah es 2015 finanziell besser aus für die Genossenschaft. Habe man 2014 noch ein Defizit von 408 000 Franken ausweisen müssen, könne man wegen von nun eingegangenen Bundes- und Kantonsgeldern eine erfreulichere Rechnung präsentieren, erläuterte Präsident Zülli. Konkret, so Kassier Rolf Zimmermann, konnte man letztes Jahr rund 1,28 Millionen Franken einnehmen, unter anderem bestehend aus genannten Staatsbeiträgen. Da man die als Ausgaben budgetierten 1,1 Millionen Franken aber noch nicht vollständig verbauen konnte, habe man nun ein Plus von rund 510 000 Franken erreicht.