Am Montag starteten die Schulkinder im Kanton Solothurn ins neue Schuljahr. Erstklässlerinnen und Erstklässler in Lostorf wurden mit Ballons und weiteren Überraschungen begrüsst. Entgegen der Tradition wurden die farbigen Dinger aber erstmals nicht mehr freigelassen, aus Rücksicht auf die Umwelt.
Eine bunte Schar frischgebackener Erstklässlerinnen und Erstklässler sowie Eltern versammelte sich am Montag vor der Primarschule Lostorf. Das Wetter zeigte sich derweil von der windigen Seite, weswegen der ursprünglich auf der Aussensportanlage geplante Anlass zur Begrüssung der Neuankömmlinge in der Turnhalle durchgeführt wurde. Die Kinder nahmen vom verdunkelten Himmel jedoch kaum Notiz – es wurde munter Fangen gespielt und gelacht.
In der Turnhalle wurden die Kinder von ihren neuen Lehrpersonen, von Schulleiter Daniel Fluri sowie von bunten Ballontrauben begrüsst.
In einer kurzen Rede hiess der Schulleiter die Kinder herzlich willkommen und wünschte ihnen viel Glück für das anstehende Schuljahr. Die ebenfalls anwesenden Fünftklässler sangen im Anschluss an Fluris Ansprache das Lostorfer Schullied, was mit lautem Applaus aller Anwesenden honoriert wurde.
«Bisher war es in Lostorf Tradition, dass jedes neue Schulkind einen Ballon erhält und diesen draussen steigen lassen darf»,
erklärt Fluri. In diesem Jahr habe er sich der Umwelt zuliebe aber entschieden, mit dieser Tradition zu brechen. Die Kinder liessen den von den Fünftklässlern erhaltenen Ballon nicht steigen, durften ihn aber mit nach Hause nehmen.
Nach dem gemeinsamen Teil wurden die beiden neuen ersten Klassen jeweils von ihrer Klassenlehrerin ins Schulzimmer geführt, welches für die Begrüssungsrunde im kleineren Rahmen bereitstand. Die Kinder der Lehrpersonen Patricia Flückiger und Melanie Christen erwarteten kreisförmig angeordnete Bänkli, auf welchen neben jedem Namenskärtchen ein Schokoladenkäfer platziert war, der sogleich verspeist werden durfte. Auf den Pulten der Kinder lagen des Weiteren neongelbe Westen und Mützen, damit auch für die Sichtbarkeit im Strassenverkehr gesorgt ist. Eine weitere Überraschung hatte die Lehrerin in der Mitte des Kreises für die neugierigen Kinder vorbereitet – ein von einem roten Tuch zugedeckter Gegenstand, der die Schülerinnen und Schüler zum Raten animierte. «Ein Vulkan, der Süssigkeiten spuckt, ist darunter», meinte ein Kind und entlockte damit der anwesenden Elternschaft den einen oder anderen Lacher.
Weit davon entfernt war dieser Vorschlag jedoch nicht – unter dem Tuch kam eine grosse Tischbombe zum Vorschein. Anders als an Geburtstagen oder Silvester steckten dort aber nicht Luftschlangen oder Kartonmasken drin, sondern Gegenstände, die von nun an zum Schulalltag der Kinder gehören. So wies beispielsweise ein Würfel darauf hin, dass in der Schule regelmässig gespielt, aber auch gerechnet wird. Oder ein Pinsel stand symbolisch für den Zeichenunterricht, der ebenfalls fester Bestandteil des Stundenplans ist. Sogar eine kleine Leseübung absolvierten die Kinder an ihrem ersten Schultag, welche sie bravourös meisterten. «Wisst ihr, was Hausaufgaben sind?» Die Kinder beantworteten die Frage ihrer Lehrerin laut und deutlich mit Ja und versorgten das blaue Mäppchen, welches sie anschliessend erhielten, bereits wie kleine Schulprofis in ihren Rucksäcken.
Das gerade angelaufene Schuljahr ist aber nicht nur für die Erstklässler speziell, sondern auch für alle anderen. Da das alte Schulhaus saniert wird, mussten diverse Schulklassen ihr Zimmer verlassen, was eine Umorganisation der Schulräumlichkeiten mit sich zog. «Wir haben uns überlegt, welche Unterrichtsräume für diese Kinder im neueren Schulhaus zur Verfügung gestellt werden können», erläutert Fluri. Um den vorhandenen Platz optimal auszunutzen, wurden Zimmer, welche sonst für spezielle Fächer wie Französisch oder Religion gebraucht wurden, neu zu Klassenzimmern umfunktioniert.
Auf die speziellen Fächer müssen die Kinder der Schule Lostorf aber dennoch nicht verzichten, diese werden nun in extra dafür eingerichteten Containern unterrichtet. Was repariert werden kann, wird repariert Über eine Sache ist Fluri im Zusammenhang mit der Renovation besonders erfreut: «Der Abfall, welcher durch die Sanierungsarbeiten anfällt, hält sich stark in Grenzen.» Dies, weil die Schule Lostorf darum bemüht ist, das, was repariert werden kann, weiterhin zu verwenden, und weil vieles an andere Institutionen weitergegeben werden konnte. Die Sanierungsarbeiten sollten im August des kommenden Jahres fertiggestellt sein.