Abfall

Littering wird zum Problem: Gestörte Idylle im Oltner Stadtpark

Herumliegender Abfall und leere Flaschen: Das ist nach warmen Sommernächten am nächsten Morgen jeweils im Oltner Stadtpark anzutreffen.

Herumliegender Abfall und leere Flaschen: Das ist nach warmen Sommernächten am nächsten Morgen jeweils im Oltner Stadtpark anzutreffen.

Besucher lassen ihren Abfall im Oltner Stadtpark zurück. Die Polizei will darum in den Sommermonaten stärker kontrollieren und auf das Littering-Problem aufmerksam machen.

Wenn Salimah Werffeli an den Wochenenden mit ihrem Hund im Stadtpark spazieren geht, sieht sie ein Bild der Verwüstung: Leere Alkoholflaschen, Zigarettenstummel, Pizzaschachteln und Präservative verunstalten das sonst so malerische Aussehen der Parkanlage. Dieser Abfall ist nicht nur störend, sondern auch gefährlich.

Vor allem Familien mit Kindern besuchen den Park am Morgen. Aber auch Sportler, die Yoga oder Fitness an den örtlichen Vorrichtungen betreiben wollen, sind durch den herumliegenden Müll eingeschränkt. Die Glasscherben und Drogenabfälle haben zur Folge, dass das Gelände nicht mehr ohne Probleme genutzt werden kann.

«Es ist einfach schade um unseren schönen Park», bedauert Werffeli. Olten hätte mehrere durchaus attraktive Grünanlagen, aber gewisse Leute würden diese harmonischen Rückzugsorte ruinieren. Dabei handle es sich um immer ähnliche Gruppenkonstellationen von Jugendlichen. «Bei ihnen steht Rücksichtnahme eben nicht im Vordergrund», bemerkt die Parkbesucherin.

Tägliche Reinigung

Es ist keine Neuigkeit, dass Jugendliche die öffentlichen Park- und Spielanlagen als Treffpunkte nutzen. Primär in der wärmeren Jahreszeit treiben sie sich dort bis in die frühen Morgenstunden herum. Trotz genügend vorhandenen Abfalleimern bleiben danach Unordnung und starke Verschmutzung zurück.

Die ordentlichen Reinigungstouren, welche normalerweise vom Werkhof Olten ausgeführt werden, reichen an den Wochenenden aufgrund des vielen Abfalls nicht mehr aus. Deshalb übernimmt ein Reinigungsunternehmen, welches namentlich nicht erwähnt werden will, die Arbeit.

Die Geschäftsführerin des entsprechenden Unternehmens erklärt, weshalb ihre Arbeit selbstverständlich geworden sei: «Viele denken, dass wir so oder so aufräumen, und kümmern sich nicht mehr selbst um die Sauberkeit.» Jeden Morgen bemühen sich die Angestellten während rund vier Stunden darum, die öffentlichen Anlagen in Olten sauber zu halten. Aber obwohl das Gelände jeden Tag gereinigt wird, ändere sich das Bild nie. Parkbesucherin Werffeli findet dies bedauernswert: «Man kann doch nicht permanent andere zum Putzen verdonnern, nur weil man den eigenen Dreck nicht aufräumen kann.»

Vermehrte Polizeikontrollen

Die Kantonspolizei Solothurn ist sich des Problems bewusst und teilt auf Anfrage mit: «In den kommenden sommerlichen Tagen und Wochen werden Mitarbeiter der Kantonspolizei Solothurn wieder vermehrt unterwegs sein, um präventiv auf Phänomene wie Littering hinzuweisen.»

Der Stadtpark sei zudem neu als Standort des regelmässig stattfindenden Quartierpolizeipostens eingeplant und würde es der Polizei somit erlauben, anwesende Personen auf die Problematik hinzuweisen. Denn das Wegwerfen und Liegenlassen von Müll wird in der Schweiz mit einer Geldbusse von bis zu 250 Franken bestraft. Bei Littering handle es sich aber um ein gesellschaftliches Problem, so die Polizei, welches durch polizeiliche Interventionen nicht gelöst, sondern höchstens entschärft werden könne.

Salimah Werffeli hofft, dass vermehrte Polizeikontrollen die Sauberkeit im Park wieder gewährleisten. Auch fände sie es sinnvoll, wenn Tafeln aufgestellt und die Parkbesucher zusätzlich auf die Bussen bei Littering hinweisen würden, um so die Bevölkerung wieder aufmerksamer zu machen. Salimah Werffeli möchte nämlich wieder am Morgen mit ihrem Hund die exotischen Vogelarten beobachten, ohne sich mit den Hinterlassenschaften von rücksichtslosen Parkbesuchern auseinandersetzen zu müssen.

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