Olten

Limiten gegen die Einsturzgefahr: Strassen über Einstellhallen sind nicht für 40-Tönner gemacht

Noch nicht mal publiziert und schon aufgestellt: Die Signalisation der Gewichtsbeschränkung.

Noch nicht mal publiziert und schon aufgestellt: Die Signalisation der Gewichtsbeschränkung.

Der Stadtrat von Olten versieht die Dornacher- und Konradstrasse mit Gewichtsbeschränkungen.

«Wegen der Dringlichkeit dieser Angelegenheit wurden die ­Signale Dornacherstrasse und Hinterhof bereits montiert. Die Signale Konradstrasse folgen so rasch als möglich». Was da im Oltner Stadtratsprotokoll von Anfang Februar zu lesen ist, tönt eigentlich dramatisch.

Entwarnung von offizieller Seite

Allerdings gibt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage so etwas wie Entwarnung. «Wir wurden vom Bauingenieurbüro darauf hingewiesen, dass die 1962 erstellte Einstellhalle und dazugehörige Durchgänge für eine Belastung von 28 Tonnen ausgelegt sind.» Heute verkehren allerdings 40-Tönner auf jenen Strassen, die einen wenig bekannten Untergrund besitzen. Unter Dornacher- und Konradstrasse finden sich nämlich just die Einstellhallen, die vom Ingenieurbüro angemahnt wurden. «Die Fussgängerüberführung in der Dornacherstrasse verhinderte bis zu deren Abbruch im März 2014 die Durchfahrt der schweren Laster», so Dietler.

Seither verkehren diese aber ungehindert auf unsicherem Terrain, welches nicht für solche Lasten gebaut wurde. «Es ist nicht so, dass sich Schäden zeigten oder sich allenfalls eine unmittelbare Gefahr ergeben hätte», so der Stadtschreiber weiter. Es sei vor allem auch die Versicherungsfrage, welche ein möglichst schnelles Handeln bedingt hätte. Unklar ist nämlich, wie der Stadtrat in seinem Protokoll festhält, wieso diese Bereiche bis zum heutigen Tag hinsichtlich dieses Schwachpunktes nie erwähnt wurden, die Signalisation ausblieb.

Die fraglichen Strassen werden selten befahren

Immerhin hält der Stadtrat auch fest, dass die erwähnten Strassenzüge sowie der Hinterhof des Stadthauses selten mit solchen Tonnagen befahren werden. Dennoch spricht die Exekutive von der latenten Gefahr, welche mit der sofortigen Signalisation als Sofortmassnahme abgewendet werden muss. Die Angelegenheit schien so dringend, dass die Schilder, soweit bereits aufgestellt, noch vor der amtlichen Publikation im Stadtanzeiger angebracht wurden.

Der Stadtrat rechnet mit einer beschränkten Signalisationsdauer von zwei Jahren und verzichtet dabei gleichzeitig auf eine weiträumige Signalisation, da diese nicht nur aufwendig und kostenintensiv sei, sondern vermutlich auch wenig beachtet würde», wie der Protokollauszug verrät. Der Stadtrat vertraut in diesem Sinne auch der Annahme, dass sich die Mehrzahl der Chauffeure bereits heute von einem Navigationsgerät leiten lässt und diese Beschränkung bei einem Update vermerkt sein dürfte.
«Dass die Einstellhalle zum Teil unterhalb des Strassenverlaufs liegt, ist wirklich nur sehr wenigen Personen bewusst», sagt Dietler. Das erklärt womöglich das jahrelange Schreckensszenario, welches jetzt mit einer simplen und rasch vollzogenen Signalisationsmassnahme entschärft wurde.

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