Es ist ein gesundes Mädchen, hiess es am 5. August dieses Jahres, als im Babyfenster des Kantonsspitals Olten das erste Neugeborene anonym abgegeben wurde. Inzwischen wurde das Kind einer Pflegefamilie übergeben, wo es heute noch ist, wie Jürg Vögtli, Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Olten-Gösgen bestätigt. Im gestern erschienenen Amtsblatt publizierte die KESB, dass für die Adoption keine Zustimmung der leiblichen Eltern mehr nötig ist. Diesen Entscheid stützt sie auf Art. 265d ZGB. Dort steht, dass bei fehlender Zustimmung eines Elternteils die KESB «auf Gesuch einer Vermittlungsstelle oder der Adoptiveltern» hin in der Regel vor Beginn der Unterbringung entscheidet, ob von dieser elterlichen Zustimmung abzusehen sei.

Im Fall des betroffenen Mädchens hat sich laut Vögtli bis jetzt – knapp vier Monate nachdem das Baby abgegeben wurde – niemand gemeldet. «Wir haben noch ein bisschen abgewartet», so Vögtli. Eigentlich kann ein Baby bereits nach sechs Wochen für die Adoption freigegeben werden. Eine Frist nach oben gibt es nicht, wie Vögtli sagt. Ob ein spezieller Grund vorliegt, dass das Baby ausgerechnet jetzt zur Adoption freigegeben werden soll, will er nicht sagen. Gibt es Interessenten? «Interessenten gibt es immer», so Vögtli. Mehr könne er aufgrund des laufenden Verfahrens nicht sagen.

Es ist noch nicht zu spät

Für die leiblichen Eltern des Kindes ist es aber noch nicht zu spät. Egal, ob ein Gesuch einer Vermittlungsstelle oder von Adoptiveltern vorliegt: Sie haben nun noch 29 Tage Zeit, um beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn eine Beschwerde einzureichen. Falls sich innerhalb dieser Frist niemand meldet, wird der Entscheid der KESB rechtskräftig.