Starten die Herbstferien, so startet auch die Messe in Olten (MIO). Generationen haben sich daran gewöhnt. Dies soll sich nächstes Jahr ändern, doch dazu später. Gestern fanden sich punkt 17 Uhr die ersten interessierten Besucherinnen und Besucher auf dem Messegelände ein. Für viele eine perfekte Gelegenheit, das Znacht hier einzunehmen, sei es Raclette, Poulet, Pasta, Thaifood, Crêpes oder Chili con Carne. Die Klischee-Vorstellung lautet ja: «An der MIO gehts vorwiegend ums Kulinarische.» Dessen ist sich der Messeleiter Mike Zettel bewusst, doch er relativiert: «Dies mag zwar auf den ersten Blick so erscheinen. Vor allem in der Bifangstrasse, wo es tatsächlich viele Ess-Stände und entsprechendes Gewerbe hat. Über 100 Aussteller sorgen jedoch für den Ausgleich.» Zur Veranschaulichung: In den letzten sechs Jahren seien immerhin 19 Food-Stände gestrichen worden.

Armbrustschiessen und Tanz

Hingegen wurde beim Rahmenprogramm nichts gestrichen. Schon nach einer Stunde MIO stand Tina Hauri vom Tanzstudio «Art of Dance» für die ersten Auftritte mit ihren Tanzgruppen bereit. Hier gilt wie alle Jahre: Nur die Kinder tanzen auf der Bühne, denn für die Erwachsenen ist diese zu klein. «Seit zehn Wochen üben wir nun schon, wobei es einfacher ist, die Kinder zu einem öffentlichen Auftritt zu bewegen als die Erwachsenen.» In der ersten Stunde läuft es auch am Stand des Energieversorgers «A.en» rund, weil Kinder hier mit einer Spielzeugarmbrust Saugnapf-Pfeile an eine Dartsscheibe schiessen dürfen. Zu gewinnen gibt es ein kleines Andenken. Dominik Bender betreut den Stand mit seinem Arbeitskollegen Tobias Fedeli. «Unser Wettbewerb kommt bei den Kindern tatsächlich sehr gut an», bestätigt Bender, der aber auch zwischendurch ein Machtwort sprechen muss.

Letzte MIO mit diesem Termin

Nächstes Jahr soll die MIO zum ersten Mal nach über 70 Jahren auf die Woche vor den Herbstferien geschoben werden. Damit folgen die Organisatoren einem Anliegen der Aussteller. Laut einer Umfrage sprachen sich über 90 Prozent für die neue Terminierung aus. Am Konzept Freitag-bis-Montag will man allerdings festhalten denn: «Der Montag ist jeweils für die Aussteller der beste Tag, hier holen sie in der Regel im Schnitt 70 Prozent ihres Umsatzes herein», weiss Messeleiter Mike Zettel, der gestern auch am Infostand anzutreffen war. Heute mag es wohl nur noch wenige Oltnerinnen und Oltner geben, die sich noch an eine Zeit ohne Messe erinnern können. Die erste MIO fand vom 5. bis 7. Oktober 1946 statt und war vom Quartierverein rechtes Aareufer ins Leben gerufen worden. Der Initiant war der stadtbekannte Papeterist Albert Hänggi. Seither findet die Ausstellung jedes Jahr am Wochenende vor den Herbstferien statt. Auch wenn die Mitglieder mit den Jahren wechselten, ist der Quartierverein rechtes Aareufer mit über 500 Mitgliedern heute der grösste Oltner Verein.

Die Messe in Olten ist wie folgt geöffnet: Fr, 17–22 Uhr/Festbetrieb bis 0 Uhr; Sa, 12–22 Uhr/Festbetrieb bis 0 Uhr; So, 12–20 Uhr/Festbetrieb bis 22 Uhr; Mo, 12–20 Uhr/Festbetrieb bis 21 Uhr; Eintritt frei.