Unternehmerisches Denken und die Einsicht in die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns fördern: Regierungsrat Remo Ankli stellte diese beiden wichtigen Aspekte seiner Rede voran, denn das Berufsbildungszentrum Olten (BBZ) fördere alle Kompetenzen der Lernenden, um diese für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Dass der Inhalt des Freifachkurses «Entrepreneurship» zusammen mit den Universitäten St. Gallen und Fribourg entwickelt wurde, freue ihn als Bildungsdirektor dabei besonders. Solche Kurse seien entscheidend, hob Ankli hervor, denn bis 2021 fehlten in den KMU rund 80'000 Nachfolgelösungen. Zudem seien neben den nun erlernten Hardskills auch die Softskills nötig, die es brauche, um den Weg in die spätere Selbstständigkeit zu ebnen. So wünschte er allen Jugendlichen Ausdauer und Leidenschaft, die eigenen Ideen zu verfolgen und umzusetzen. Dass er allen Absolvierenden des Kurses das Zertifikat und die Preise verlieh, zeigte seine Wertschätzung gegenüber den Leistungen besonders.

Georg Berger, der den Kurs als Direktor der Schule persönlich aufbaute und leitete, lobte die Verantwortlichen der Solothurner Handelskammer und des Gründerzentrums des Kantons Solothurn ausdrücklich. Ohne deren Ressourcen und aktive Unterstützung im Unterricht und beim Coaching wäre vieles nicht möglich gewesen.

Einzigartige Produkte sind gefragt

Von insgesamt acht Start-ups erhielten nach einer internen Vorausscheidung nur drei die Chance, sich vor dem Publikum zu präsentieren. Die Jury bewertete dabei die Auftritte und stellt kritische Rückfragen: Thomas Heimann (Leiter Gründerzentrum), Susanne Müller (Uni St. Gallen) und Christoph Hagmann (BBZ Olten) fühlten den Entrepreneurs auf den Zahn.
Den Beginn machte Julian Nützi, der mit seiner Marke «Dodeka» individualisierte Armbanduhren für Firmen und Privatpersonen veredelt. Sein Produkt ist bereits marktreif. Kundinnen und Kunden können bei ihm alle möglichen Designs individuell bestellen. Dass das möglich ist, zeigte das spätere Geschenk für den Sieger, eine Uhr mit dem Signet des Freifachkurses.

Käse verfeinern und damit weiterentwickeln

«Cheesit.ch», ein Unternehmen, das auf vier Generationen Erfahrung in der Käserei zurückgreifen kann, verfeinerte während des Kurses die schon laufende Geschäftsidee. Die edlen und qualitativ hochstehenden Käseprodukte von Nicolas Fischer und Dario Pieber können über die Website bestellt werden. Gerade die 22 verfügbaren Raclettesorten versprechen einen kulinarisch abwechslungsreichen Winter.

Und dann «Geek Creations» von Nicolas Tschumi: moderne, individuelle Mode, die per se über ein vortreffliches Alleinstellungsmerkmal verfügt. Die letzte Präsentation hatte es in sich, denn viele fühlten sich wohl altershalber von der Zielgruppe ausgeschlossen, als sie dem Jungunternehmer zuhörten, der seine Produkte über Influencer bewerben lässt. Die Kleider werden in der Schweiz von ihm entwickelt und dann im Ausland genäht, um den Preis der ausgefallenen Mode tief zu halten.

Die Fachjury tat sich schwer, den Gewinner zu küren: Das Potenzial und der Wille, auf den Markt zu gehen, überzeugte sie bei Nicolas Tschumi mit «Geek Creations» aber am meisten. «Cheesit.ch» und «Dodeka», folgten trotz der bewiesenen Marktreife auf den Plätzen zwei und drei. Als Trost blieb ihnen ein aktiver Beitrag an die Tagungsorganisation. Julian Nützi entwarf eine Uhr als Siegergeschenk und die Käseplatten für den Apéro wurden vom «Cheesit»-Team hergerichtet.

Wissen vermitteln – Scheitern minimieren

Wissen vermitteln, um ein Scheitern auf dem Markt zu minimieren. Rund 50 Prozent der neuen Unternehmen scheitern während der ersten fünf Jahre. Fritz Oser von der Universität Fribourg liegt viel am Herzen, das Risiko zu minimieren, obwohl es dies immer natürlicher Bestandteil der Geschäftstätigkeit sei. Es könne aber tief gehalten werden, wenn ein Start-up von Beginn weg richtig angegangen werde.

Das didaktische Konzept, auf dem der Freifachkurs beruht, wurde von Oser und Susan Müller entwickelt und als Interventionsstudie an vielen Schule der Schweiz erprobt. Den Weg müssten nun alle selber finden, selber gehen und etwas selber tun, schloss Fritz Oser. Das nötige Wissen hätten die 16 Teilnehmenden im Kurs erwerben können.