Leben im Alter
Umfrage in der Region Olten zeigt: Pensionierte sind mit ihren Gemeinden mehrheitlich zufrieden

Die Pro Senectute fragte Seniorinnen und Senioren in drei Gemeinden der Region Olten nach ihrem Wohlbefinden. Eine Übersicht der Ergebnisse.

Cyrill Pürro
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Seniorinnen und Senioren fühlen sich wohl in Olten, Rickenbach und Fulenbach (Symbolbild).

Seniorinnen und Senioren fühlen sich wohl in Olten, Rickenbach und Fulenbach (Symbolbild).

Christian Beutler / KEYSTONE

Seit 2016 bemisst die Dienstleistungsorganisation Pro Senectute die Altersfreundlichkeit in diversen Gemeinden. Hierzu wurden Seniorinnen und Senioren im Pensionsalter in einzelnen Gemeinden zur Altersfreundlichkeit befragt, so in Olten, Rickenbach und Fulenbach. Ida Boos, Geschäftsleiterin der Pro Senectute des Kantons Solothurn, zieht Bilanz: Die älteren Menschen leben generell gerne in ihren Wohnortgemeinden.

Neben der Bewertung des Wohnraums kamen weitere Aspekte bei ihrer Umfrage dazu. Beachtet wurde, wie die Dienstleistungen der Gemeinden beurteilt werden, wie es um die Gestaltung des öffentlichen Raumes und des öffentlichen Verkehrs steht und wie die Integration der älteren Personen in die Gesellschaft und deren Mitwirkung im Gemeindeleben wahrgenommen wird.

Um die Altersfreundlichkeit in Olten steht es nicht ausgeprägt schlecht, aber in jedem der Bereiche besteht Verbesserungsbedarf. Von 3361 versandten Fragebögen wurden 622 ausgefüllt. Im Bereich «öffentlicher Raum» kreuzte gut die Hälfte der Befragten an, sie wären mit der Infrastruktur «eher» oder «vollständig» zufrieden. Bemängelt wurde unter anderem, dass zu wenig öffentliche Sitzbänke zur Verfügung gestellt würden.

Olten

Mit dem öffentlichen Verkehr scheint die ältere Bevölkerung zum grössten Teil zufrieden zu sein. Die Erreichbarkeit von Dienstleistungen, das hindernisfreie Ein- und Aussteigen sowie die fahrgastfreundliche Fortbewegung wird von den meisten als «eher» bis «sehr positiv» empfunden. Hingegen sind sich die Befragten uneinig darüber, wie gut sie von der Stadt über die verschiedenen Alters- und Pflegeheime informiert werden. Dazu sagten rund 81 Prozent der Befragten aus, dass sie in der Gemeinde wohnen bleiben möchten.

In Olten zeigt sich ein relativ ausgeglichenes Bild.

In Olten zeigt sich ein relativ ausgeglichenes Bild.

Screenshot / Pro Senectute

Rund 33 Prozent der Befragten wünschen sich von der Stadt mehr über Veranstaltungen informiert zu werden. Mit über 50 Prozent sind die meisten mit den Möglichkeiten zufrieden, sich im Alter gemeinnützig engagieren zu können. Im Bereich «Information und Kommunikation» wurde von der Mehrheit bemängelt, dass ihnen die Möglichkeiten, sich online über das Thema Alter zu informieren, zu wenig bekannt sind.

Die Resultate der Umfrage sei für den Stadtrat keine Überraschung, wie Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage erklärt. «Uns wurden die Umfragewerte vor der Sommerpause von Ida Boos präsentiert. Der Stadtrat nimmt diese zur Kenntnis und möchte in Zukunft zentrale Massnahmen zum Leben im Alter umsetzen», so Dietler. Es sei aber noch nicht bestimmt, wie diese Massnahmen aussehen. Dem Stadtrat sei klar, dass Handlungspotenzial besteht.

«Nur braucht es für die Umsetzung auch die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen»,

fügt Dietler an.

Rickenbach

In Rickenbach gingen 34 ausgefüllte Fragebögen ein. Mit der Infrastruktur des öffentlichen Raumes, der Plätze, Wege und Trottoirs sind die Befragten generell zufrieden. Nur die Trennung von Fuss- und Veloverkehr wird als unzureichend empfunden. Ausserdem fehlen den Befragten genügend öffentliche Toiletten.

Der Verkehr kommt bei der Umfrage in Rickenbach am besten Weg.

Der Verkehr kommt bei der Umfrage in Rickenbach am besten Weg.

Screenshot / Pro Senectute

Auch der Verkehr kommt in Rickenbach gut weg. Die Seniorinnen und Senioren bewerten wichtige Fahrziele als «gut erreichbar», das Ein- und Aussteigen funktioniere ebenfalls ohne Hindernisse. Gemäss den Umfragewerten ist auch Rickenbach ein Ort zum Verweilen: Die Befragten antworteten ausschliesslich, in der Gemeinde wohnen bleiben zu wollen. Ebenfalls empfinden sie, dass die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Rickenbach gewährleistet ist. Hingegen wünscht man sich hier mehr Mitsprache in der Gemeinde. Wie schon in Olten gibt es laut der Umfrage auch bei der Information und Kommunikation Verbesserungspotenzial.

Fulenbach

Von 370 versendeten Fragebögen wurden in Fulenbach 87 ausgefüllt. Den öffentlichen Raum sehen beinahe alle Befragten als befriedigend, von der Beleuchtung der Plätze und Wege bis hin zum Zustand der Toiletten. Zufriedenheit zeigt sich auch im Verkehr: Rund 80 bis 90 Prozent sehen die Erreichbarkeit der Ziele und den Zustand der Bushaltestellen als «gut» bis «sehr gut». So sieht es auch beim Wohnen aus. Rund 80 Prozent leben gerne in der Gemeinde. 67 Prozent der Befragten fühlen sich in Fulenbach respektvoll behandelt, die Mehrheit weiss über Veranstaltungen Bescheid.

In Fulenbach sind die Seniorinnen und Senioren am zufriedensten.

In Fulenbach sind die Seniorinnen und Senioren am zufriedensten.

Screenshot / Pro Senectute

Anders sieht es bei der Information und Kommunikation aus. Knapp 30 Prozent gaben an, nichts über die Möglichkeiten, sich online zu informieren zu wissen. Gemeindepräsident Thomas Blum war von den Ergebnissen positiv überrascht, wie er auf Anfrage sagt. Der Gemeinderat sei ausserdem froh über die Anregungen zu einem besseren Leben im Alter. «Wir wollen schliesslich, dass sich die Seniorinnen und Senioren wohlfühlen», so Blum.

Die Gemeinde plant nun einen Informationsabend, der voraussichtlich am 25. Oktober stattfinden soll. Dort will man der älteren Bevölkerung die Ergebnisse der Umfrage präsentieren.

Die drei Gemeinden der Region Olten zeigen sich als altersfreundlich. Trotzdem besteht besonders im Bereich «Information und Kommunikation» Verbesserungspotenzial. «Die Seniorinnen und Senioren geben den Behörden sehr positive Rückmeldungen. Das zieht sich durch bei allen Befragungen seit dem Jahr 2016», sagt Ida Boos.

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