Olten
Läuft das Cultibo-Schiff auf Grund?

Der Stadtrat beantragt für die nächsten drei Jahre mehr Geld für das Begegnungszentrum Cultibo. Der Antrag ist politisch umstritten.

Urs Huber
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Das Schicksal des Cultibo steht mit der vom Stadtrat beantragten Leistungsvereinbarung in engem Zusammenhang.

Das Schicksal des Cultibo steht mit der vom Stadtrat beantragten Leistungsvereinbarung in engem Zusammenhang.

Bruno Kissling

ährlich 72 000 Franken, also 18 000 Franken mehr als 2016, will der Stadtrat dem Quartierverein Cultibo im Rahmen einer Leistungsvereinbarung in den kommenden drei Jahren zukommen lassen. Seit einem Parlamentsentscheid im Jahr 2013 wurden die städtischen Personalbeiträge jeweils jährlich halbiert: Im Jahr 2014 betrug dieser noch 72 000 Franken, 2015 deren 38 000 und 2016 noch 18 000 Franken. Unverändert blieb stets der städtische Beitrag an die Mietkosten. 36 000 Franken sind jeweils dafür veranschlagt.

Passiert der Antrag des Stadtrats im Parlament ungeschoren, so steht die Zukunft des Vereins beziehungsweise der Cultibo-Betrieb gesicherter da als aktuell. «Damit könnten wir leben», sagt Präsident Paul Dilitz. Andernfalls sieht er die Existenz des Vereins und damit des Begegnungszentrums in höchstem Masse bedroht.

Es habe sich gezeigt, dass eine Organisation wie die des Cultibo eine konstante Führungs- und Koordinationskraft brauche, die nicht durch Laien ersetzt werden könne, meint der SP-Gemeinderat. Bislang hat der Verein den Ausfall städtischer Gelder mit Überbrückungsmassnahmen kompensieren können.

Bund und Kanton, Migros Kulturprozent und Stiftungen haben Beiträge eingeschossen. Die Hauptaufgabe des Cultibo, ein lebendiges Begegnungszentrum für die Bewohnenden der rechts der Aare gelegenen Quartiere zu schaffen, werde an sich erfolgreich umgesetzt. Aber: «Die Mittelbeschaffung hat sich als äusserst aufwendig erwiesen und die Kräfte im Vorstand fast vollständig gebunden», so Dilitz.

SVP sagt Nein zum Antrag

Die FDP etwa unterstützte den Parlamentsentscheid von 2013, der eine Anschubfinanzierung fürs Cultibo ermöglichen und gleichzeitig das Begegnungszentrum verpflichten sollte, in einer mehrjährigen Übergangsfrist vermehrt Drittmittel zu beschaffen. Und heute? «Heute muss man feststellen, dass Cultibo diese Chance nicht nutzte und zusätzlich zum unbestrittenen Grundbetrag von 56 000 Franken weitere Subventionen aus der Stadtkasse will», bilanziert FDP-Fraktionschef Urs Knapp.

Für seine Partei sei auch bei städtischen Beiträgen das Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» wichtig. «In den nächsten Tagen sind weitere Konsultationen mit anderen Fraktionen vorgesehen. Wir werden in der Parlamentssitzung über unsere Haltung informieren», hält sich Knapp bedeckt.
Die SVP äussert sich dagegen eindeutig.

Fraktionssprecherin Doris Känzig: «Wir werden den Antrag ablehnen. Nicht zuletzt darum, weil damit ein weiteres Mal ein Parlamentsentscheid torpediert wird.» Zudem, so argumentiert Känzig, sei das Cultibo von der Stadt nicht anders zu behandeln wie etwa der Volièreverein oder der Wildparkverein Mühletäli.