Langsamverkehr
Olten macht sich auf den Sprung zur «Velostadt»

Das Gemeindeparlamant in Olten bestärkt die Forderung nach besserer Anbindung des Schöngrunds an den Bahnhof einstimmig.

Urs Huber
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Kreuzung Frohheimweg Baslerstrasse Jurastrasse: nicht zwingend geeignet für eine gesicherte Veloquerung.

Kreuzung Frohheimweg Baslerstrasse Jurastrasse: nicht zwingend geeignet für eine gesicherte Veloquerung.

Bruno Kissling

Es kommt selten vor, dass sich das Oltner Gemeindeparlament einträchtig hinter eine Thematik stellt. Bei der zum Postulat umgewandelten Motion betreffend «Sicherer Bahnhofzugang aus dem Schöngrund» kam’s am Donnerstagabend so weit. Der Vorstoss aus den Reihen der Grünen will den Stadtrat dazu anregen, Vorkehrungen zu treffen, damit die Anbindung des Schöngrundquartiers an den Bahnhof beziehungsweise den Aareraum verbessert wird. Und zwar so, dass der Veloverkehr gefahrlos, schnell und bequem vom und zum Bahnhof erfolgen kann. Etwa mit einer die Baslerstrasse querenden Fahrspur für den Langsamverkehr zwischen Frohheimweg und Jurastrasse. Auch der Stadtrat übrigens hatte empfohlen, den Vorstoss erheblich zu erklären.

Vorgeschlagene Verbindung nicht unbedingt geeignet

Dass die Exekutive aus mehreren Überlegungen nicht zwingend den Übergang Frohheimweg-Jurastrasse als mögliche Schnellverbindung favorisierte, behagte dem Sprecher der Grünen, Raphael Schär, wenig. Er bat darum, doch diese Variante in den weiteren Abklärungen zu stützen. Der Stadtrat seinerseits führte etwa die Variante Friedhofweg und Belchenstrasse an, liess optional aber auch andere, bislang nicht bedachte Möglichkeiten zu. Er erachte aber die zentrumsnahe Querung auf der von den Initianten bevorzugten Passage als anspruchsvoll, begründete der Stadtrat seine Skepsis.

Aufgrund der dortigen Gegebenheiten – die beiden Strassen Frohheimweg und Jurastrasse stossen versetzt aufeinander, zudem ist dort eine doppelte Sicherheitslinie aufgebracht – sieht der Stadtrat eine Überquerungsspur als fragwürdiges Mittel einer Verbesserung.

Der Vorstoss war aber nicht der einzige zur Thematik Velo. Mit 30 zu 8 Stimmen erklärte die Versammlung auch das Postulat Eugen Kiener und Huguette Meyer Derungs (beide SP/Junge SP) für erheblich. Mit dem Vorstoss soll grundsätzlich die Velofreundlichkeit der Stadt konsequent gefördert werden. Vorab auch die hindernisfreie Stadtquerung. Raphael Schär (Grüne) plädierte in diesem Zusammenhang für ein Handeln mit dem Blick aufs Ganze, während Thomas Kellerhals (CVP/EVP/GLP) die mittlerweile in Sachen Veloverkehr weit fortgeschrittenen Städte wie etwa Paris hervorhob. Wer in seinem Votum die Feststellung nach Nachholbedarf im kleinen Olten ausmachte, lag jedenfalls nicht nur falsch. Auch Rechtsabbiegen an roten Ampeln soll für Velofahrende möglich werden. Olten also ist auf dem Sprung zur «Velostadt».

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